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17 Versuche zur automatischen Absaug-Einschalt-Automatik
#1
Liebe Leute,

einfach mal ein Denkanstoss und nur meine persönliche Meinung!

Eine Einschaltautomatik für die Absaugung ist sicher ein nettes gimmik, aber wenn die Absaugung nicht in einem separaten Raum steht, braucht es kein Mensch.

Bei einigen Mitgliedern hab ich echt Sorge was passiert, wenn die Werkstatt mal fertig ist.(Und jetzt bitte nicht antworten "Eine Werkstatt wird nie fertig" Wink ) Was macht ihr dann? Ist bei einigen die Werkstatt Selbstzweck?

Eine kleine Anekdote aus meiner Kindheit. Ich war vier oder fünf, mein Vater war selbstständiger Architekt mit Büro im Haus. Ich habe es geliebt, in dem Büro zu spielen, mir meinen Schreibtisch einzurichten und das habe ich perfektioniert. Die Schubfächer meines kleinen Schreibtisches eingeräumt, das Papier sortiert, die Bleistifte zum x-ten Mal gespitzt. Aber etwas gezeichnet oder gemalt hab ich da nie. Das Spiel endete immer, wenn der Arbeitsplatz fertig war.

Daran werde ich häufig erinnert, wenn ich so manchen Beitrag hier lese. Inzwischen bin ich weiter. Aus meiner Werkstatt sollen Dinge herauskommen, Projekte fertig gestellt werden. Mich für alle Eventualitäten zu rüsten ist nicht mehr das Ziel. Brauche ich für ein Projekt z. B. Schiebeschlitten oder Bohrschablonen, Keisschneider, Anbauteile für die Hobelmaschine oder was auch immer, dann, und nur dann, baue oder kaufe ich sie mir. Im Vordergrund steht immer das Projekt.

Bitte nicht falsch verstehen, sich eine Werkstatt in einer Garage erst mal einrichten ist wichtig, eine vernünftige Werkbank bauen auch, aber sonst kann man die Kirche auch einfach mal im Dorf lassen.

Ich weiß, mit diesem Post habe ich, wieder mal, einigen auf die Zehen getreten, aber es sind Projekte wie die Gartenbank oder der Bollerwagen für den Enkel, die schiefen Füße als Begrüßungsschild oder die Renovierung des Terassentisches, und die vielen anderen Projekte, die die
Werkstatt verlassen, die mich begeistern.

Grüße Smile
----
Wos I net konn, konn Silikon
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#2
Dem kann ich nur voll zustimmen, ähnliche Hinweise hatte ich ja auch schon mehrfach geschrieben. Für mich zählen Projekte, die ich aus der Werkstatt heraustrage und daheim verwende. In der Werkstatt muss es praktisch sein.

Wenn ich sehe, wieviel Zeit bei manchen hier für Vorrichtungen draufgeht, das kann ich nicht nachvollziehen. Ich muss am Ende auch was damit schaffen, das ich nutzen kann, sonst lohnt es nicht. Daher kaufe ich stets noch viel ein, auch bei Ikea, wenn es dennoch zweckdienlich und günstiger ist als mein Rohmaterial.

Aktuell denke ich über zwei Bierzelthgarnituren nach, die ich haben will. Selbstbau: Gar nicht billig am Ende, wenn ich nur Material rechne, da bekomme ich gebrauchte Stücke schon erheblich billiger - und bekomme Zeit, andere Dinge zu bauen, die sonst teurer wären.

Von Vorrichtungen für die Werkstatt war dann noch keine Rede.

Aber ich sehe es so: Für mich (uns) zählt das Herausnehmen und "nutzen können" außerhalb der Werkstatt, andere bauen und basteln an ihrer Werkstatt wie an einer Modelleisenbahn. Ist eben so!
Vorsicht ist keine Feigheit, und Leichtsinn kein Mut!

Ich hab auch schon Fehler gemacht. Das passiert jedem mal. Wichtig ist, dass man daraus lernt!
...und Zeugen beseitigt ...und umzieht!
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#3
Hallo Christian, hallo Janus38,

ich weiß was Ihr meint, kann es aber nur bedingt teilen.

Wenn ich mir Gedanken darüber mache, ob ich etwas unbedingt brauche oder nicht, könnte ich gleich einpacken.
Wenn es mir Freude macht und ich es mir leisten kann, dann tue ich es, unabhängig davon, ob ich es brauche oder nicht.
Das ist der Sinn, ein Steckenpferd zu reiten.
Dabei ist es völlig unerheblich, ob ich etwas entwickle, die Einrichtung perfektioniere oder etwas herstelle.
Wenn ich mit dem was ich tue Befriedigung erfahre, habe ich alles richtig gemacht.
Christian, wenn Du Deinen kleinen Schreibtisch geliebt hast und Dich heute noch daran erinnerst zeigt das, dass auch eine Tätigkeit zum Selbstzweck ihren Sinn hat.

Für mich zählen nicht nur Projekte, die ich weg tragen kann.
Ihr glaubt garnicht wieviel Freude es mir macht, irgend etwas im CAD zu konstruieren, auch wenn es am Ender im virtuellen Papierkorb landet.

Best regards
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#4
(24.05.2018, 06:42)Obelix schrieb: Für mich zählen nicht nur Projekte, die ich weg tragen kann.
Ihr glaubt garnicht wieviel Freude es mir macht, irgend etwas im CAD zu konstruieren, auch wenn es am Ender im virtuellen Papierkorb landet.

Mit anderen Worten, für Dich ist der Weg das Ziel. Selbst wenn die Projekte am Ende im Müll landen, so hast Du bei deren Umsetzung doch wieder einen gewissen Wissens- und Erfahrungszuwachs. Und manchmal ist das allein, schon das ganze Projekt wert. Selbst wenn es am Ende im Müll landet. Kann ich nachvollziehen. Wobei ich auch die konventionelle Schiene fahre. Ich baue nur dann etwas, wenn ich es auch wirklich brauche. Auch Maschinen kaufe ich mir nur, wenn ich merke, dass ich mein aktuelles Projekt ohne sie nicht umsetzen kann, oder ich sie bei meinen vorherigen Projekten gut htte brauchen können.
Liebe Grüße vom Stefan, dem aus dem tiefsten Osten (1523x - Frankfurt (Oder)). 
meine Homepage: Wetterstation-Hohenwalde mein Blog: Der Hohenwalde-Blog
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#5
(24.05.2018, 06:58)Holzbastler schrieb: Mit anderen Worten, für Dich ist der Weg das Ziel. Selbst wenn die Projekte am Ende im Müll landen...

Das wäre am Ende doch etwas frustrierend.
Bei mir steht "nicht nur".
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#6
Hi,
ist eine zufriedenstellende Zeitgestaltung mittels einer unproduktiven und ergebnislosen Tätigkeit gleich als sinnfei zu bezeichnen?

Grüße
... lieber machen, was ich nicht kann, als lassen, was ich kann.
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#7
Wink 
Hallo Christian, als ich die Überschrift gelesen habe dachte ich zuerst...O Gott, nicht schon wieder und war dann etwas erleichtert als ich mitbekommen habe um was es Dir geht.  Meine erste Tätigkeit am morgen, Laptop aufklappen und sehen was im Forum passiert und ja, manchmal bin ich gefrustet wenn es nur um Maschinen und Werkstattausstattung geht. Meine Wenigkeit ist ein einfacher Angestellter mit mittlerem Gehalt der sich nicht mal so einfach eine teure Maschine holt. Ich bastle gerne und kann mir jederzeit irgendwie mit irgendwas behelfen. Meine Vorbilder sind die Möbeltischler aus vergangenen Zeiten die mit einfachstem Werkzeug Wunderwerke vollbracht haben. Da spricht jetzt kein Neid auf die vollausgestatteten Werkstattbesitzer. Im Gegenteil, so manches hier gezeigte Werk ist eines Schreiners, Elektrikers u.s.w wert und rechtfertigt den Maschinenpark. Ich erinnere mich gerne an einen ehemaligen Arbeitskollegen, begeisterter Modellbahner. Über einen einfachen Kreis mit Trafo kam er nie hinaus, aber wehe ein neues Modell kam auf den Markt. Dann saß der Gute stundenlang am Schreibtisch und hat mit glühenden Augen die Nieten einer Dampflok betrachtet. So in etwa geht es wohl in mancher Werkstatt zu. Zugegeben, die erotischen Rundungen einer schönen Bandsäge sind es wert genau betrachtet zu werden. Huh
Also liebe Mitbastler, erfüllt den Wunsch von Christian (und vielen anderen) und zeigt mehr von euren schönen Basteleien.
Liebe Grüße aus dem heute verregneten Würzburg.
Horst
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#8
Himmelzwirn, da habt ihr aber ein heißes Eisen ins Feuer gelegt ...  Vorab: Jeder soll es so machen, wie er es möchte. Spaß muss es machen, das ist wichtig.

Ich hatte vor einiger Zeit schonmal geschrieben, dass ich auch eine lange Phase des (versuchten) Perfektionismus hatte. Wo ein einfaches Brett gereicht hätte, musste ich es hobeln, schleifen, anfasen usw. Damit habe ich mein Umfeld quasi in den Wahnsinn getrieben ... Nichts ging mehr einfach, alles musste perfekt sein. Irgendwann ging ich mir dann selbst auf den Geist. Soviel zur Vorgeschichte.

Ich sage mir jetzt, eingedenk der Worte meines alten Meisters: Nicht so genau wie möglich, sondern so genau wie nötig. Und damit kann ich gut leben.

Angesichts der großen Perfektion, die teilweise hier in den Werkstattausbau gelegt wird, habe ich mich oft etwas geschämt, weil eine Sache für mich einfach, funktionell und den Verwendungszweck angemessen sein muss. Nicht mehr, nicht weniger. Da ich jetzt eher eine Art »Plunderkopp« bin und mit meiner Werkstatteinrichtung wenig pfleglich umgehe, muss diese eben auch meine Eigenart abkönnen. Wenn ich so eine Einrichtung wie Hans oder andere hätte, ehrlich, ist würde mich nicht trauen, damit zu arbeiten. Mir wäre das für eine Werkstatt einfach zu schade. Deshalb findet man eben bei mir mehr oder weniger zusammengewürfelte Sachen, auch mal schnell Schubladen von alten Schlafzimmerschränken etc.

Als ich neu ins Forum kam, wollte ich möglichst alles nachbauen. Ich habe zig Pläne geschmiedet, teilweise Material und Werkzeug besorgt – um dann irgendwann die Notbremse zu ziehen. Auch eingedenk der Tatsache, dass ich es einfach finanziell nicht stemmen kann. Meine Überlegungen waren: Brauchst Du das wirklich und wie ging es bisher ohne!? Und siehe da, es geht. Es ging ja viele, viele Jahre ...

Ich achte all diejenigen, die Perfektion für sich entdeckt haben. Deren Themen lese ich sehr gern, weil auch viele Tipps und Kniffe darin enthalten sind. Wichtig ist, dass diese Bastler IHRE Erfüllung darin finden, dass sie es für sich selbst machen und nicht dafür, andere User zu beeindrucken ...

»Schwanzvergleiche« bringen nichts, auch was den Maschinenpark betrifft. Ich lese da lieber mit Freude, wenn jemand seine alte Maschine wieder aufarbeitet oder sich alte Technik zulegt und zu neuem Glanz bringt, als Beiträge, in denen eine schier endlose Liste mit neuester Technik vorgeführt wird. Neueste Technik bedeutet nicht gleichzeitig hohe Qualität der Arbeitsergebnisse. Das habe ich in meinem Leben schon oft genug erlebt, dass Technik nicht handwerkliche Fähigkeiten und Fertigkeiten ersetzt. Ich habe mal in einem alten Karosseriebetrieb gearbeitet, der Meister war Stellmacher. Der hat ganz früher Autokarosserieteile aus Holz gerfertigt ... Wir haben dort mit uralter Technik gearbeitet, aber eine saubere, akkurate Qualitätsarbeit geleistet. Und das in einer Zeit, als verbeulte Teile einfach ausgewechselt wurden und kaum einer mehr das Metalltreiben beherrscht hat.

Genug dazu. »Jeder soll nach seiner Façon selig werden«, solange er auch andere Meinungen und Haltungen toleriert. In diesem Sinne: haut rein in die Tastatur, Bastlerkollegen.

Wolfgang

PS: Was meine Meinung zur Perfektion betrifft, schließe ich mal alles aus, was erhebliche sicherheitsrelevante Aspekte beinhaltet (Elektrik, Elektronik). Da sollte schon alles sicher sein ...
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#9
(24.05.2018, 08:55)Wolfgang EG schrieb: Ich hatte vor einiger Zeit schonmal geschrieben, dass ich auch eine lange Phase des (versuchten) Perfektionismus hatte. Wo ein einfaches Brett gereicht hätte, musste ich es hobeln, schleifen, anfasen usw. Damit habe ich mein Umfeld quasi in den Wahnsinn getrieben ... Nichts ging mehr einfach, alles musste perfekt sein. Irgendwann ging ich mir dann selbst auf den Geist. Soviel zur Vorgeschichte.

Das kenne ich nur zu gut. Auch ich habe manchmal mit meinem Perfektionismus zu kämpfen. Aber die Werkstatt ist eben nur Werkstatt und kein Schönheitssalon. Daher lege ich meinen Perfektionimus bei Dingen, die für die Werkstatt sein sollen gern bei Seite. Funktionieren soll es. Und wenn ein Schubfach beim herausziehen etwas hakt, dann ist das auch egal. Hauptsache ich kann das Schubfach verwenden. Auch die Oberfläche meiner Werkbank sieht inzwischen nicht mehr ganz so tadellos aus.

Aber wenn die Projekte dann ausserhalb der Werkstatt genutzt werden sollen, dann ist schnell der Handhobel draußen und es wird gehobelt, bis die Oberfläche von vorn bis hinten absolut glatt ist. Da reicht dann auch der Akkuschrauber nicht mehr, sondern es kommt die Säulenbohrmaschine zum Einsatz, da ich dann auch wirklich senkrechte Löcher haben will.

Also je nachdem, wo meine Projekte Verwendung finden sollen, ist der Perfektionismus mal mehr und mal weniger ausgeprägt. Und ich denke, so sollte es auch sein. Dinge, die man sich in die Wohnung stellen will, denen schenkt man mehr Beachtung bei ihrer Herstellung, als Dinge die ohnehin nur in der Werkstatt genutzt werden.
Liebe Grüße vom Stefan, dem aus dem tiefsten Osten (1523x - Frankfurt (Oder)). 
meine Homepage: Wetterstation-Hohenwalde mein Blog: Der Hohenwalde-Blog
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#10
Hi,
ich finde so einen Austausch über Einstellungen zum eigenen Hobby und Hantier immer wieder klasse. Es interessiert mich schon, wie die einzelnen so ticken, wo ihr Schwerpunkt liegt, was ihnen wichtig ist. Ich habe da jedoch auch so eine winzig kleine gehässige Ader, da kann ich dann manchmal einfach nicht lassen, ein wenig zu sticheln, oder eine Aussagen eben mal überspitzt zu hinterfragen. Das sollte man dann bestenfalls als Denkanstoß oder eben als alternativer Ansatz verstanden werden.
Ich betrachte mich zwar als den Mittelpunkt Welt, (ich stehe schließlich stets exakt über dem Zentrum der Erde), aber leider trifft das auch auf jeden Anderen hier zu, was meine Position hier auf der Welt bedauerlicherweise wieder relativiert.
Daher nehme ich 'Meinungsverschiedenheiten' eher sportlich und als Bereicherung meines Weltbildes. Ich hoffe, den Anderen hier geht es da ähnlich.
Es gibt sicherlich bessere Meinungen als meine, aber ich habe eben nur meine, damit muss ich (und Sie) dann wohl klar kommen.

Grüße
... lieber machen, was ich nicht kann, als lassen, was ich kann.
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