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Astiges Holz mit dem Handhobel glätten
#1
Ich bearbeite oft und viel Dachlatten. Bisher habe ich die stets durch die Dickte/über die Abrichte geschoben. In letzter Zeit arbeite ich aber verstärkt mit Handhobeln. Nun ist das Problem, dass in den Videos fast immer mit astfreiem, makellosem Holz vorgeführt wird. Da klappt alles wunderbar. Bei mir auch ...

Die Realität sieht aber anders aus. Da sind Äste im Holz, Verwachsungen etc. Gestern habe ich mal mit einem Holzhobel ein astiges Stück Dachlatte zu hobeln versucht, allerdings mit mäßigem Ergebnis, was die Bereiche mit Ästen betrifft.

Wie geht ihr dieses Problem an? Vor allem: Welche Hobel verwendet ihr.

Vielen Dank.
Wolfgang
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#2
Moin,

Ich habe einen Japanhobel und diverse europäische (Putzhobel, Schlichthobel, Raubank). Als ich meine Hobelbank in der Tiefe verbreitert habe, hatte ich auch Äste im Holz, und mit allen Hobeln keine Probleme. Mit einem richtig scharfen Hobelmesser und einem sehr feinem Span sollte das gehen (Meine Erfahrung).

Gruß Don
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#3
Don, danke für den Tipp. Dann werde ich mal die Spandicke noch mehr reduzieren bzw. werde ich mir einen Hobel mit ganz wenig Spanabnahme einrichten, der nur für die astigen Bereiche genutzt wird.

Wolfgang
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#4
Hi Wolfgang EG,
ich übe noch. Jedoch habe ich mit mit steiler Hobelfase recht gute Erfahrung gemacht.
Eisen-Putzhobel (Veritas) mit Frosch 55° geht recht gut. Jedoch ist die Schneide recht empfindlich (25°), sodass sie schnell schartig wird. Ich besorge mir vielleicht ein 2. Eisen ud schleife das mal auf 45°. Dann ist die Schneide weniger empfindlich, der 'Schnittwinkel bleibt gleich) Am ehesten geht das gut, wenn ich zügig über das Holz fahre und nicht durch den Ast gestoppt werde.
Mein Eisen-Flachwinkel-Bankhobel (Veritas) funktioniert mit steiler Fase 50° auch ziemlich gut. Das Eisen ist 4,8 mm dick. das Bett des Hobels hat 12°. Die Schneide zerfranst nicht so schnell, und die Spandicke ist sehr fein einstellbar.
Bei beiden Hobeln mache ich das Hobelmaul so eng wie möglich. Bei den Hobeln spielt wahrscheinlich auch das Gewicht und die Dicke des Hobeleisens eine Rolle. Bei steilem Hobeleisen rattert der Hobel schon mal, vermutlich, weil das Eisen etwas schwingen kann. Beim Flachwinkel rattert nix (12° Bett, 50° Fase, 4,8mm dick). Der stoppt schlimmsten Falls wie vor die Wand gefahren.

Grüße
Es ist schon erstaunlich, was man kann, wenn man's tut.
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#5
Hallo Wolfgang,

ich benutze Metallhobel verschiedener Größen, und gebe Don Recht, mit frisch geschärfen Eisen und feiner Spanabnahme klappt es in der Regel. Wenn Du schlichten oder Verwindungen rausnehmen willst, dauert das natürlich je nach Menge des abzunehmenden Holzes deutlich länger. Ich persönlich mag das, hobeln hat etwas meditatives...

Wenn es nicht klappt, experimentiere ich mit der Hobelrichtung und sorge dafür, dass die Hobelsohle frisch gewachst ist (Kerzenstummel). Bisher bin ich damit immer noch zu einem für mich akzeptabelen Ergebnis gekommen.

Gruß
Peter
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#6
Danke, Herr Abeler! Nach Flachwinkelhobeln habe ich schon geraume Zeit im INet geschaut, aber da werden leider nur neue Hobel zu Preisen angeboten, die ich mir leider nicht antun kann.

Sollte das auch funktionieren, wenn ich ein Hobelmesser für einen normalen Hobel auf 50 Grad anschleife?

Wolfgang
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#7
Hi Wolfgang EG,
Bei Hobeln mit Fase unten ist der Schnittwinkel durch das Hobelbett vorgegeben. Sie Fase ist dann vorrangig der Freiwinkel zum Schneidwikel. Beim Hobeln soll ein gewisser Freiwinkel bleiben, um die Reibung der Schneide zu minimieren. Ich habe irgendwo mal gelesen, dass 10° ausreichen würden. Bei einem Winkel des Bettes/Frosches von 55° wären ca 40° ok. Der Frosch, der in meinem Putzhobel verbaut ist, hat 55°, das mitgelieferte Eisen jedoch 25°. Da habe ich noch ordentlich Spiel.

Es spielt auch eine Rolle, wie eng der Spalt des Hobelmauls ist. Je enger, je besser. Auch die Schärfe spielt eine Rolle. Ich habe jetzt angefangen bis 6000 zu schleifen.

Der Putzhobel hat eine sehr feine Noris-Einstellung, da kann man echt ein paar 1/100 verstellen. Beim Flachwinkel ist die Noris-Einstellung einfach dadurch fein einstellbar, da das Eisen auf 12° verstellt wird. Da dreht man für 1/10 Zustellung schon ein wenig.

Grüße
Es ist schon erstaunlich, was man kann, wenn man's tut.
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#8
Hi,
ich vergaß:
Ich arbeite an schwierigen Stellen meist diagonal, so dass das Hobeleisen mit ziehendem Schnitt arbeitet (Zwerchen).

Grüße
Es ist schon erstaunlich, was man kann, wenn man's tut.
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#9
Jens, danke für Ihre Antwort(en).

Das mit dem diagonal hobeln habe ich heute probiert, bei minimaler Spanabnahme. Es ist mit meinem normalen Hobel(eisen) recht gut geworden. Das Eisen ist nicht so in den Ast »geknallt« wie beim 90 Grad ansetzen. Da muss ich lediglich noch etwas an meiner »Hobeltechnik« feilen ...

Wolfgang
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#10
Hi,
ich war noch ein bischen Hobeln:

mit dem Schrupphobel:
   

mit dem Ptzhobel bearbeitet. Das Eisen war schon einige Zeit in Arbeit
   

mit dem Flachwinkel bearbeitet (Fase oben, 50°)
   

Einstellung des Hobelmauls:
   

Ich finde das Ergebnis mit dem Flachwinkelhobel am Besten. Wenn ich noch auf Maserung geachtet hätte, und mir mehr Zeit genommen hätte, wäre es vielleicht noch was besser geworden.

Für den Flachwinkel gibt es noch ein gezahntes Hobeleisen, das auch recht wenig Ausrisse produziert, aber gut abträgt.

Grüße.
Es ist schon erstaunlich, was man kann, wenn man's tut.
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