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Erfahrungsbericht Superjaws/Crocklock/Jawhorse ect
#1
Varianten:
Atrox Jawzilla
Batavia Crocklock
Scheppach MJ180
Rockwell Jawhorse
Triton Superjaws
MyWork Tribock
Worx Jawhorse

Vorgeschichte:

Gesehen hatte ich das Teil zum ersten mal bei April Wilkerson. Wenn sie immer davon geschwärmt hatte, dachte ich mir nur: gut plazierte Werbung, wer brauch so nen Dreck. Und sie lässt ja keine Gelegenheit aus zu erwähnen wie toll das (meinerseits erwartete)"China-Klappergestell" doch sei.
Eigentlich wollte ich mir einen Schraubstock für die Werkbank bauen, doch es kam etwas anders... ^^

Vor ein paar Wochen hat der André vom Bauforum24 seine Review auf YT gezeigt, mit ebenfalls sehr positiver Bewertung. Also hab ich dann mal bei Amazon die Bewertungen der einzelnen Böcke angeschaut. Im Großen und ganzen lauteten die Bewertungen: Geiles Teil, aber...

So hab ich bisschen wieter geschaut und Preise verglichen. Plus hatte dann ein Sonderangebot für den Atrox Jawzilla für schlappe 119,- incl Versand. Da habe ich dann (wirklich spontan) zugeschlagen.

Erster Kontakt:

Das Paket kam sehr schnell. Zwei Tage später stand es schon im Treppenhaus. Beim Anheben dann schon die erste positive Überraschung: Das Teil ist schwerer als es ausschaut. 21kg lassen grüßen.
Ausgepackt und ein paar Sekunden später war er schon aufgebaut.  Sah man ja alles im Video vom André. Er zeigt das sehr ausführlich. Die Standfläche wirkte dann auch nicht mehr ganz so kompakt. 110x100cm, also ein kleinwenig mehr als einen m².
Anschließend gleich mal das nächst greifbare geschnappt. Eine 2000x300x18 Baumarkt-Leimholzplatte, und diese mittig eingespannt. Ich hab mich dann auf einer Seite darauf abgestützt. Das Teil hat keinen Mux gemacht. (Ok, bin auch ein Leichtgewicht mit knapp über 60kg.) Aber trotzdem... Thumbs Up
Anschließend juxweise das Brett an einer Ecke horizontal(!) eingespannt und stehen gelassen. Hatte ja, so spontan wie die Aktion war, ja keine echte Verwendung für das Teil Big Grin
Das Brett hing am nächten Tag unverändert in seiner, doch skuril anmutenden, Position.

Aufbau/Funktion:

Der Spannbock besteht durchgehend aus Stahlblech.
Seitenteile 1mm
2x 25x25mm Vierkant als Laufschinen
Aufnahme der Füße 2mm
Spannbacken 5mm
Bei den Seitenteilen liest es sich wenig, aber durch die vielen Sicken ist der Grundkörper absolut stabil und verwindungssteif.

Die Aufnahmen der Beine haben ziemlich Spiel. Was man aber nur beim Auf/Abbau oder beim Umsetzen des Bockes bemerkt. Wenn er sich mal "gesetzt" hat steht er wie eine Eins und man muss schon ordendlich dran rumrütteln dass er eine Regung zeigt.
Die Funktionsweise ist simpel und Genial zugleich. über den Fußhebel wird eine kleine, gefederte Platte, mit vier Rastnasen auf der Oberseite, hoch und vor geschoben. Beim Zurückziehen des Fußen zieht es die Platte auch wieder in ihre Ausgangsposition.
Im Schlitten der Spannzange ist an der Unterseite das passende Gegenstück in Form eines "Lochbleches" mit passendem Profil angebracht. So dass man theoretisch auch durch "pumpen" mit dem Fußpedal den Schlitten bewegen könnte, was aber unnötig und mühsam ist.

Das Übersetzungsverhältnis betragt 12:1.
Das heißt: 10cm Weg mit dem Fuß sind 8,3mm mit der Spannbacke oder auch 10kg Druck sind 120kg Presskraft.
Der Clou ist dann allerdings das Rastsystem. Am Fußpedal ist eine Stange angebracht die nach oben durch (keine Ahnung wie es wirklich heißt) Klemmplatten geführt wird. Ist der Verschluss offen, kann sich die Stange frei bewegen. Ist der Verschluss geschlossen geht der Weg nur in eine Richtung (Wie bei Kartuschenpressen/Spannzwingen ect.) Simpel aber gut.
Die Klemmung funktioniert einwandfrei.

Die Arbeit damit:
Am Wochenende gabs dann auch gleich das passende Projekt. Ein Regal (2000x1000x300cm mit 7 Böden), welches ich aus Neugierde mit Schlitz und Zapfen umsetzen wollte.
Einfach genial!
Zum zusägen der Bretter habe ich einfach eine dickere Platte eingelegt und festgespannt, so dass ich den Spannbock als Werkbank missbrauchen konnte. Und hier hat er echt gute Arbeit geleistet. Wesentlich stabiler, als meine zusammengfrickelte "Werkbank".
Dann ging es ans Zapfen aussägen. Klick, Fußtritt, Sägen, klick, Fußtritt, umlegen, klick, Fußtritt, sägen usw. Das geht so ratz fatz, dass die Arbeit nur so flutscht. Einfach spitze. Und wie gesagt absolut stabil.
Bei den Schlitzen in den Seitenteilen, die ich mit der Stichsäge grob ausgesägt und anschließend mit dem Stechbeiteil fertig ausgestemmt habe, genauso. Natürlich gibt ein 18mm Fichte-Brett bei fast einem Meter Ausladung etwas nach, der Bock stand trotzdem stabil.

Resume:
Selten hat mir ein Werkzeug so einen Spaß bereitet. Und noch nie hat mich ein China-Klopper (was er einfach ist!) so begeistert. Ich kann das Teil in jedem Fall empfehlen! Vor allem Leuten die nur gelegentlich basteln und deswegen keine richtige Werkbank haben. Ich habe das komplette Regal auf dem Jawzilla gebaut während die Werkbank nur noch als Werkzeugablage gedient hat^^.
Für mich zählt das Teil zu der Kategorie: Wird erst richtig benötigt, wenn man es erst hat. Die Arbeitserleichterung kann man nicht beschreiben, sondern muss sie im praktischen Gebrauch erleben. Gerade durch der Umstand, dass man die Hände immer frei hat. Und ich denke mit dem dazu erhältlichen Zubehör wird er zum richtigen Multitalent.

Verbesserungsvorschläge/Mängel:
-Die Aufnahme der Füße hat wie gesagt viel Spiel und könnte im Allgemeinen etwas mehr Blech vertagen. Ich denke mal, wenn man mal recht unsanft dagegenrennt, kann sich das Blech sicher verziehen.
-Die Rastnasen und das Lochblech des Schlittens sind nur aus einfachem Stahl/Blech. Gehärteter Stahl, an dieser sehr belasteten Stelle, würde der Langlebigkeit zugute kommen. Einer der Re­zen­senten auf Amazon beschrieb, dass sich die Rastnasen bei immer gleichem Spannbereich irgendwann abnutzen. Aber die Teile lassen sich entweder austauschen (sofern es Ersatzteile gibt) oder wenn mans kann auch zur Not schweißen. Wir sind ja schließlich Bastler Tongue .
-Dem Grundkörper hätte ich ein etwas dickeres Blech gegönnt. Wie gesagt, das Teil ist stabil, aber beim Anblick von 1mm-Blech, wird man skeptisch.

Nichts desto Trotz ein geniales Teil und ich wills nicht mehr hergeben.
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