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Geht Basteln eigentlich nur noch mit einem großen Maschinenpark?
#1
Wenn man sich so manche Videos anschaut bekommt man den Eindruck, Heimwerken (oder Basteln) geht nicht mehr ohne 100m² Werkstatt und teure Maschinen. Selbst manch kleine Kellerwerkstatt wird vollgestopft mit Abricht- und Dickenhobel, Formatkreissäge und was weiß ich noch alles.

Zugegeben, es erleichtert und beschleunigt die Arbeit erheblich, aber muss das sein? 

Ist jetzt kein Vorwurf an Herrn Gruppe. Man hat generell den Eindruck, ohne voll ausgestattete Schreinerwerkstatt geht heute nichts mehr.

Standard Ausstattung in einer typischen Werkstatt scheint wohl das zu sein:

Tischkreissäge
Kappsäge
Dickenhobel
Abrichthobel
Bandsäge
Tellerschleifer, Pendelschleifer usw

Die Liste könnte noch weiter gehen. Aber wer hat den Platz und das Geld? Selbst wenn ich die eine oder andere gute Maschine bei Ebay Kleinanzeigen schieße, ich habe nicht die Möglichkeit, die durch halb Deutschland zu schieben.
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#2
Ja, stimmt schon.
Ansprüche werden nun mal immer höher und man wächst in dem Fortschritt hinein und will ihn auch so weit nutzen. Manche Heimwerkermaschinen sind auch recht erschwinglich, oder auch Marke, je nach dem was man ausgeben möchte.

Dennoch liegt es an jedem selbst, was er für wichtig hält und mit wessen Maschinen er auskommt, auch was man eigentlich damit bauen möchte.

Ist wie mit der Elektronik, manch einer muss da alles mögliche an Technik haben, dem anderen reicht die Zeitung/Bücher um sich zu informieren.
Oder Urlaub, manch einer muß 2x im Jahr in Urlaub fliegen oder ist mit Wohnwagen/Wohnmobil unterwegs, doch andere legen sich lieber in den Garten usw. ....

Also lass da bitte jedem das seine, wie jemand sein Leben nun mal gestallten will > bei allem darf man nämlich auch nicht die Zeit, Vedienst und Lebenswandel in seinem Leben vergessen. Wink
Ditschy

Motto: ... was nicht passt, wird passend gemacht!

Projekt: 18V Akku-Adapter zu anderen Herstellern


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#3
Lese ich da etwa ein Wenig Neid raus auf Leute, die den Platz haben und bereit sind, Geld in Männerspielzeug zu investieren? Jeder nach seiner Fasson. Man kann auch mit ner Laubsäge und nem Bogen Schmirgel was hinbringen und Spaß haben.

Gruß Monty
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#4
Es ist mir egal, wenn jemand 10000€ für Maschinen ausgibt. Ich finde es dann nur irgendwie "falsch", wenn derjenige ein Video mach mit dem Titel "Billige Werkbank selber bauen". Klar das der in den Baumarkt gehen kann und sich billiges sägeraues Holz holen kann, das er dann durch seine Maschinen schiebt.

Mir geht da ein wenig der Geist des Bastelns verloren, wenn ihr versteht, was ich meine. Und es hilft auch keinem, der keinen Zugriff auf solche Maschinen hat

@Monty Burns nein, kein Neid. Eher Ärger darüber, anderen was vorzumachen und zu behaupten, es wäre ein Kinderspiel, zum Beispiel eine billige und stabile Werkbank bauen zu können und damit am Ende sogar noch Geld zu verdienen.

Ich vermisse im Internet ein wenig die "richtigen" Bastler, die ohne große Werkstatt und Maschinen für tausende Euro was auf die Beine stellen. Klar, es gibt sie. Aber das sind eher die Ausnahmen.
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#5
Wo willst Du da ne Grenze ziehen? Der 12-jährige Taschengeldempfänger, der mit der Stichsäge arbeitet und mit Raspel und Schmirgel eine Rundung an die Kante bringt, weil er mit seinem Budget meilenweit von einer Oberfräse und TKS entfernt ist, wird aus seiner Perspektive ähnlich denken, wenn unsereiner mal eben was fräst oder sägt. Für uns ist das aber normal, und wir möchten nicht mehr ohne auskommen müssen.

Gruß Monty
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#6
Allein die Tatsache, dass ich von solchen Projekten ein Video drehe, zeigt doch schon, dass ich das ganze etwas "professioneller" oder besser gesagt aufwendiger betreiben möchte. Wenn man das als Hobby hat: Warum nicht? Letztendlich gibts auch mindestens genauso viele Leute, die auch Videos drehen, aber doch mit "einfachen Mitteln" arbeiten.

Ich weiß nicht, ob die Frage jetzt direkt an Michael gerichtet sein soll (zumindest erwähnst du ihn ja): Ich fände es falsch, ihn als Referenz für Hobbybastler im eigentlichen Sinne zu verwenden.

Im Laufe der Zeit hat Michael so viele Sponsoren dazu bekommen, dass es einfach klar ist, dass die ihm auch Geräte stellen, welche natürlich auch im Video zu sehen sein sollen (=> Werbung). Also braucht er für die (gesponsorten) Geräte auch ordentlich Platz. Wer z. B. mal eine richtige Hobelmaschine gesehen hat, der weiß, dass sowas platzmäßig unmöglich im Keller unterzubringen ist - zumindest für 98% der Bastler.

Der Herr Gruppe hat auch mal als kleiner Bastler (auch ohne viele Maschinen und ohne viel Platz) angefangen, macht das Ganze aber inzwischen auch beruflich und muss davon leben.

Natürlich erleichtern die vorhandenen Maschinen und Geräte vieles und manch einem wird vielleicht auch das "Bastel-Flair" irgendwie verloren gehen - aber das kann man nicht dauerhaft behalten, wenn man Projekte auf Masse produzieren muss.

Unter'm Strich muss jeder für sich selbst entscheiden, was einem sein Hobby wert ist und wie er es gern ausführen möchte. Bedenke aber bitte, dass man mit der Zeit auch Erfahrungen dazu gewinnt und dementsprechend meistens auch neue Dinge ausprobieren möchte, wo es eben irgendwann ohne (teure) Maschinen und Geräte etwas schwierig werden könnte.
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#7
Geht Basteln eigentlich nur noch mit einem großen Maschinenpark?

Nein, es geht auch ohne, jedenfalls bis zu einem bestimmten Punkt ...

Ich habe mit einer DDR-Bohrmaschine angefangen, habe nach und nach die Zusatzgeräte angeschafft: Tischkreissäge, Schwingschleifer, Bohrständer, Wanknut- und Zinkeinrichtung, Fräse und, und, und.  Damit konnte ich schon jede Menge Sachen basteln. Aber mit der Zeit nimmt man sich größere Objekte, anspruchsvollere Projekte vor. Da geraten "einfache" Maschinen mal schnell an ihre Grenzen, sei es wegen der Leistungsfähigkeit, sei es wegen der Präzision.

Wenn man sich dann – nach und nach – neue, bessere Maschinen anschafft, wo ist da ein Problem? Je nach Geldbeutel, können dies Markengeräte sein, oder aber auch niedrigpreisige, so sie die zugedachten Anforderungen erfüllen. Hinzu kommt, dass man auch zu Improvisationen fähig sein muss, um fehlende Dinge zu kompensieren.

Wolfgang

PS: @burli, kann es sein, dass Du in Deinem Beitrag/in verschiedenen Beträgen ganz konkret gegen T schießt? Mich beschleicht nämlich langsam der Verdacht ... Und es ist richtig, wenn auch Leute, die über hochwertige Werkstattausrüstungen verfügen, gerade für die Bastler, die ein kleines Budget haben, Videos machen (Wie kann man kostengünstig was bauen?). Wo soll da ein Problem sein?
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#8
Nein, es ist definitiv nichts gegen Michael. Was das angeht ist er ja noch harmlos. Und das was er macht kann man größtenteils ja auch mit Handwerkzeugen nachbauen. Es sind vor allem etliche englische Kanäle.

Wie viele Videos habe ich bereits gesehen, in denen eine "cheap workbench" gebaut wird, nur keines davon hilft mir, die auch wirklich "cheap" nachzubauen, weil ich vorher erst tausende Euro in Maschinen investieren muss.

Zitat:Und es ist richtig, wenn auch Leute, die über hochwertige Werkstattausrüstungen verfügen, gerade für die Bastler, die ein kleines Budget haben, Videos machen (Wie kann man kostengünstig was bauen?). Wo soll da ein Problem sein?

Das Problem ist, dass ein Bastler ohne die passende Ausrüstung das eben nicht kostengünstig nachbauen kann. Es hilft nicht viel, wenn jemand sägeraue Kiefernbalken nimmt, weil sie billig sind, dann aber über einen 2000€ teuren Abricht- und Dickenhobel schiebt, damit man damit was anfangen kann. 

Ich würde mir gern eine stabile Hobelbank bauen, ohne tausende Euro ausgeben zu müssen. Die gängige Methode ist eben, mehrere dicke Balken für die Arbeitsfläche zu verleimen. Das Problem ist, die Balken gerade und glatt zu bekommen, damit man sie überhaupt verleimen kann.

Mich beeindrucken eben Projekte wie die Mini Hobelbank von Adrian Preda, der mit wenigen Handwerkszeugen eine schöne kleine Werkbank gebaut hat. In einem anderen Video sägt er mit einer Japansäge ein Brett in zwei dünne Bretter. Mit einer Bandsäge kann das jeder.

Noch mehr beeindrucken mich die Videos von Dorian Bracht.
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#9
Hallo,

ich bin da voll auf Burli's Seite,

Sicher haben viele Leute unterschiedliche Ansätze beim Basteln. Einer Bastelt um Geld zu sparen, andere um des Bastelns  willen, nach dem Motto "Der Weg ist das Ziel", ein dritter möchte seine Schränke/Betten, was auch immer, in ganz gestimmten Maßen oder ganz besonderem Material.

Dieses "Meine Werkstatt ist die größte" und "Welche Bosch hat das schönste Blau" hat für mich schon was von dem berüchtigten "Schwanzvergleich" der immer auftritt, wenn ein Haufen Männer zusammensteht.

Mit einer Formatkreissäge für über 1000 € kann jeder ein Rechteck sägen, das ist keine Leistung, und einen Balken durch den Dickenhobel schieben ist auch nicht soo schwer.

Hettich-Auszüge für die Werkstatt ist nun wirklich Perlen vor die Säue. Heute gehen wir auf den Schrott und suchen einen Motor für den Tellerschleifer und morgen bauen wir die Hettich-Auszüge ein? Da passt was nicht. Die Absaugung klöppeln wir aus Abflussrohren und einem Siemens vom Schrott zusammen und erwähnen nebenbei, daß die BoschTKS für über 800 ein echtes Schnäppchen und was fürs Leben ist. Sorry da sind die Perspektiven doch ziemlich aus dem Lot.

Ich weiß, deutliche Worte, aber denkt mal darüber nach, bevor ihr in die Tasten haut.
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#10
Da habt Ihr recht, ich mag auch solch bodenständige Kanäle wie von Steve Ramsey (WWMM), der zwar Maschinen nutzt, aber davon auch mehrheitlich eher preisorientierte Dinge, aber keinen Ramsch.

Ganz die Lust verlässt mich bei solchen CNC Leuten. Ist schön, wenn man sowas mal hat und baut oder kauft, aber das liegt dann oberhalb meines Investitionswillens und verleidet mir das Ansehen solcher Channel. Anderen geht es vielleicht auch schon so bei einer Abrichte, einer überdimensionalen Tischkreissäge oder anderen Gerätschaften.

Manche davon empfinde ich aber auch eben nicht als Luxus. Kaum einer wird heute noch ohne Akkuschrauber werkeln.
Aber ob man neben der Flachdübelfräse noch eine Festool Domino braucht, bezweifle ich, wenn man nicht Semiprofi ist.

Mal aufgefallen, dass ich noch nie was zur eigenen Werkstatt gebracht hab? Wenn, dann nur kleine Auszüge.

Mag nicht eine solche Selbstdarstellung mit gleichzeitiger Inventarliste, wem nutzt das schon, außer, man hat ein kaputtes Ego?
Bin ich ein besserer Mensch, weil ich mir ein sauteures EWM-Schweißgerät gekauft hab? Nein. Und daher finde ich Werkstattschauen interessant, aber es hat auch was Selbstdarstellendes, manche präsentieren ihre Geräte und ihr investiertes Vermögen wie in einem Schrein (vgl. diese Festool-Jüngerschaft). Damit gebaute Objekte kommen aber kaum, dafür 20 Unboxing Videos.
Vorsicht ist keine Feigheit, und Leichtsinn kein Mut!

Ich hab auch schon Fehler gemacht. Das passiert jedem mal. Wichtig ist, dass man daraus lernt!
...und Zeugen beseitigt ...und umzieht!
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