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Holz stabilisieren
#1
Hat Jemand Erfahrung mit der Stabilisierung von Holz.
Erst mal soll das Holz durchtränkt werden. Es soll poröses oder gestocktes Holz verfestigt werden. Dadurch soll ein bearbeitbarer Hybridwerkstoff entstehen.
Das ganze soll in einer Vakuumkammer (vorhanden) erfolgen, damit eine vollständige Durchtränkung erfolgt.
Versuch mit Leinöl, vollständig eingetaucht, brachte folgendes Ergebnis: Gewicht vorher 32g Einwirkzeit 30min, Gewicht danach 56g, Werkstoff gestockte Birke.
Ich bin aber auf der suche nach einem geeigneten Epoxydharz. Dies sollte flüßig genug sein um in das Holz einzudringen, ähnlich Leinöl.
Dazu habe ich einen Versuch, auf Beratung eines Vertreibers, unternommen. Eindringen war ok, dann mußte das ganze 60 min auf 80° gehärtet werden.
Im Ergebnis hatte ich ca. 4g Gewichtszunahme, aber nur unwesentliche Verfestigung.
Und jetzt noch mal für alle, denen das ganze nicht geläufig ist: Man hat ein Stück Holz, welches wunderschön ist aber nicht ausreichen fest ist um bearbeitet zu werden und nach der Bearbeitung auch verwendet zu werden. Es sollen die Hohlräume mit Epoxydharz gefüllt werde, so dass nach der Aushärtung ein gut bearbeitbarer Werkstoff entsteht. Dieses Verfahren kann noch erweitert werde, indem man das Harz einfärbt, was Maserung und Strucktur noch betont.
Das hört sich jetzt etwas blöd an, aber es beschreibt es am besten: Alles Holz ist gleich schwer, es hat nur verschieden große Hohlräume. Andersherum, ein Stück Holz mit einer Dichte von 1,4 hat keine Hohlräume!
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#2
(27.01.2018, 05:50)Stengro schrieb: .... Dazu habe ich einen Versuch, auf Beratung eines Vertreibers, unternommen. Eindringen war ok, dann mußte das ganze 60 min auf 80° gehärtet werden. ....

Ich verwende für die Bootsrestaurierung Epoxydharz von BEHNKE oder von dem HIER. Damit arbeite ich schon einige Jahre an Booten. Ich hatte ein altes Boot aufgearbeitet, da habe ich die vorhandenen Eichenteile mit Epoxydharz stabilisiert, weil mir der komplette Nachbau nicht effektiv erschien. Das Harz – richtiges und vor allem genaues Mischen vorausgesetzt – härtet komplett und sehr hart/transparent aus. Danach gut bearbeitbar (bohren, sägen, schleifen, lackieren etc.)

Es gibt Härter für unterschiedliche, offene Zeiten. Von schnell bis sehr langsam.

Ist aber eine kostenintensive Sache, klar ...

Wolfgang
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#3
Google mal nach infusionsharz/injektionsharz
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#4
ich grabe mal diesen Thread wieder aus

Hat jemand Erfahrung mit dem Stabilisieren von Hölzern?

Ich habe seit einiger zeit eine Vakuumpumpe, habs aber noch nicht geschafft eine Kammer dazu zu bauen.

Ich komme jetzt grade drauf, weil ich gerade folgendes überlege:

In den Videos die man auf YT sieht werden immer verschiedene Hölzer verwendet. Die Frage wäre jetzt. Geht das auch mit MDF?

Das Prinzip ist ja eigentlich, man zieht die Luft aus dem Holz und nach dem Öffnen des Ventils wird das Harz ins Holz gedrückt. Aber ist in MDF überhaupt Luft drin?
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#5
(26.11.2020, 22:56)Freak schrieb: Die Frage wäre jetzt. Geht das auch mit MDF?


Die Korrekte Frage wäre: Geht das auch mit MDF und was soll das dann bringen?

Richtig, gar nix. MDF ansich ist schon ein ekelhaftes unschönes Material.
Das wird nicht schöner und auch nicht stabiler. Es ist bei dem Aufwand und den Kosten nicht Wert überhaupt darüber nachzudenken.

einzige Möglichkeit wäre imho daß man das MDF durch Makrolon ersetzt. Dann wirds stabiler und auch schöner Wink 
Aber ebenfalls ekelhaft zum bearbeiten. imho
In Deutschland werden 320.000 Coffee to Go Pappbecher weggeworfen. Pro Stunde!
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#6
ob MDF schön ist oder nicht, darum soll es ja nicht gehen. Das ist ja wohl Ansichtssache und lackieren kann ich es danach noch immer

und es soll ja durch das Harz auch nicht schöner werden, nur stabiler. Wenn es genauso funktoniert wie bei Echtholz, dann dringt das Harz ein, härtet aus und das Holz wird härter.

Wenn das Harz genauso in MDF eintritt wird es auch härter, die Frage ist nur ob es auch rein geht oder das Verfahren halt nicht funktioniert weil keine Luft in MDF drin ist
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#7
MDF als "Mitteldichte Faserplatte" besteht aus gepressten Holzfasern. Dahinter gibt es noch die "HDF" -> "Hochdichte..." mit höherem Pressdruck, die begegnete mir vor allem bei Lamitanträgern

Hier steht ein wenig zur Herstellungsdruck und Temperatur: https://www.modulor.de/werkstoffbiblioth...erplatten/

Sachlich nicht ganz korrekt, aber das Prinzip hoffentlich verständlich beantworte ich Dir die Frage wie folgt:
- Es wurden unter hohem Druck und Temperatur sowie Leimzugabe Holzpartikel gepresst und gebacken
- Dabei haben sich die einzelnen Bestandteile gleichmäßig und bestmöglich verteilt

Sicher hat das noch einen Restanteil an Luft drinnen, sonst gäbe es ja kein HDF. Aus Holzbearbeitungssicht ist es jedoch faktisch luft- und winddicht.

Du müsstest, um dort noch neues Material wie ein Harz einzubringen, die Bedingungen aus der Herstellung zumindest erreichen oder übertreffen, damit sich die Materialien noch besser und dichter verteilen.

Für den Hobbybereich bezweifle ich, dass das machbar ist.

Ob das bei MDF überhaupt lohnt, das Material schön aussieht oder dergleichen, stand ja nicht zur Debatte.
Vorsicht ist keine Feigheit, und Leichtsinn kein Mut!

Ich hab auch schon Fehler gemacht. Das passiert jedem mal. Wichtig ist, dass man daraus lernt!
...und Zeugen beseitigt ...und umzieht!
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#8
(27.11.2020, 01:44)Freak schrieb: ob MDF schön ist oder nicht, darum soll es ja nicht gehen. Das ist ja wohl Ansichtssache und lackieren kann ich es danach noch immer

und es soll ja durch das Harz auch nicht schöner werden, nur stabiler. Wenn es genauso funktoniert wie bei Echtholz, dann dringt das Harz ein, härtet aus und das Holz wird härter.

Wenn das Harz genauso in MDF eintritt wird es auch härter, die Frage ist nur ob es auch rein geht oder das Verfahren halt nicht funktioniert weil keine Luft in MDF drin ist

Jaja, ich war mal wieder zu kurz angebunden.. tut mir leid.
Nein das geht nicht. MDF ist schon sehr dicht. Es wird nicht umsonst von Lautsprecherherstellern die etwas auf sich halten als Werkstoff bevorzugt.
Außerdem sind die "Fasern" wohl sehr kurz und afaik zufällig angeordnet.
Das Harz hält aber auf der -sauberen!- Oberfläche von MDF ziemlich gut.

Die Stabilität von Harz kommt nicht vom Harz alleine sondern vom Verbund aus (gekreuztem) Fasergewebe und dem Harz.
Egal ob das nun Glasfaserteppich, Kohlefasermatte oder sogar Massivholz ist, die Kombination machts.
OSB ist z.B. besser für dieses Vorhaben geeignet weil die Fasern länger sind und mehr Luft im Material ist.

Ich habe selbst schon mit diesen Dingen "gearbeitet" und kann sagen daß das Anfangs nicht ganz einfach ist.
Wobei ich das Harz nur ganz klassisch mit Pinsel und Rolle aufgetragen habe und eben zusammen mit Glasfasermatten eine gewisse Schichtdicke aufgebaut habe.
Ich habe schon Teile aus dem Interieur von Autos mittels Harz und Kohlefasermatten nicht nur aufhübschen, sonder sogar gut verstärken können.
So wurde aus einer labbrigen Türpappe eine richtig hochwertige und recht stabile Verkleidung.

Will sagen, Wenn die Stabilität erhöht werden soll kann eine ein- oder zweiseitige Beschichtung mit Harz und gekreuzter Matte (Ob nun Glas oder Kohle)  zielführend sein.
Natürlich nur wenn es um dünneres Material geht.
Eine 18mm MDF Platte auf 1m Länge in dieser Form zu verstärken ist viel zu viel Aufwand, zu teuer und im Endeffekt ist das Ergebnis mit Buche MPX einfacher erreichbar.


Was die Verarbeitung mittels Formen und Vakuumpumpe angeht habe ich keine praktische Erfahrung und mir ist auch nicht ganz klar ob hier anschließend ebenfalls noch genausoviel Nacharbeit wie bei klassischer Hobbybearbeitung erforderlich ist. Ich denke aber nicht.

schönen Gruß
Martin
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#9
(27.11.2020, 01:44)Freak schrieb: Wenn das Harz genauso in MDF eintritt wird es auch härter, die Frage ist nur ob es auch rein geht oder das Verfahren halt nicht funktioniert weil keine Luft in MDF drin ist

Wenn du MDF in Wasser legst und es aufquillt, zieht eigentlich auch dünnes Öl oder Harz ein.
Ditschy

Motto: ... was nicht passt, wird passend gemacht!

Projekt: 18V Akku-Adapter zu anderen Herstellern


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#10
Mich interessiert folgendes: Wofür wird denn das mit Harz verstärkte MDF eigentlich gebraucht? Wenn du uns sagst was du damit bauen willst fällt jemandem vielleicht eine Lösung oder Alternative ein  Smile. Außerdem will ich es wissen, vielleicht brauche ich das auch unbedingt und hab nur noch nie davon gehört  Wink


Zitat:MDF ist schon sehr dicht. Es wird nicht umsonst von Lautsprecherherstellern die etwas auf sich halten als Werkstoff bevorzugt.

Da muss ich mal Klugscheissen  Tongue

MDF wird deshalb so gerne genommen weil es billig ist, vielseitig beschichtbar (Spachteln, lackieren, furnieren) und sehr leicht bearbeitbar. Es dämpft Durchtrittschall besser, ist also relativ dicht. Neigt aber zu Eigenschwingungen. Darum sind bei guten HiFi Boxen schon recht dicke Platten verbaut. Im Selbstbau mit einem Kumpel hab ich früher (schon 15 Jahre her) auch schon Multiplex und einmal für Regalboxen sogar OSB genommen das nachher gebeizt und lackiert wurde. Ist das gleiche, nur ein wenig teurer. 

Massivholz wie Buche oder Eiche wäre da besser, arbeitet aber wie wir wissen. Stein, Beton oder Schiefer sind optimal, da wie weder schwingen noch arbeiten. Ich hab mal Standboxen aus Schiefer gesehen im Media Markt in Passau. Von Fischer & Fischer für um die 8.500€. Ist also auch teuer und man braucht einen Kran zum aufstellen.

Mein Kumpel hat einen Woofer im Partyraum stehen der aus einer Verschalung aus MDF gebaut ist die nachher mit Beton verfüllt wurde. An Ort und Stelle, ich war dabei  Laught. Wenn der mal weg kommt muss er zerstört werden, tragen geht da nicht mehr. Dafür klingt er brachial. 

So, Klugscheissmodus aus  Tongue
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