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Mein erstes Restaurationsprojekt (Schmuckkästchen)
#1
Hi,

meine Frau hat ein Kästchen für Schmuck, dass sie vor Jahren am Straßenrand gerettet und dann gestrichten hat. Der Anstrich ist so ein rauer Lack. Keine Ahnung, ob dem Sand beigemischt ist, jedenfalls ist er rau....und grau....und gefällt Ihr jetzt so gar nicht mehr. Hier ein paar Fotos:
           

Ziel ist, die graue und auch die schwarze Farbe rückstandslos runterzubekommen, wenn das geht. Meine Frau hätte gerne das Holz wieder sichtbar.

Bisher hab ich Lacke, Farbe und dergleichen nur aufgetragen. Die jetzt wieder runterzubekommen ist Neuland. Schleifen halte ich nicht für den richtigen Ansatz, weil da zu viele Kanten und Rundungen und dergleichen sind. Ich hatte daher an Abbeize gedacht.

Wie würdet Ihr das machen? 

Und wenn Abbeize der richtige Weg ist, könnt Ihr mir ein bestimmtes Produkt empfehlen oder tut es auch die Standardmarke aus den Baumärkten? In den typischen Restaurationsvideos wischen die meisten zudem die Oberfläche nach dem Abbeizen nochmal mit einem weiteren Produkt ab. Ist das Reinigungsalkohol?

Ich freue mich auf Eure Tipps. Das wird (zumindest für mich) ein spannendes Projekt.

Sascha
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Ich werde  jetzt WTO...Wood Technology Officer ...
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#2
Moin Sascha,

wenn ich das blanke Holz haben will, nehme ich Lauge zum abbeizen.
In der Regel handelt es sich bei mir um Öl- oder Alkydharzfarben, die runter müssen.
Die besten Ergebnisse habe ich mit Abbeiz-Strip gemacht.

   

Hier mal zwei Beispiele mit Ecken, Kanten und Rillen, die mit dem Strip abgebeizt wurden.

       

Angemischt ist das so eine Masse wie Griesbrei oder Papierpampe.
Nach der Einwirkzeit ziehst Du das wieder runter wie eine Haut, samt Farbe aus allen Fugen und Ritzen.

Ich habe da noch einen Restbestand und schwöre darauf.
Keine Ahnung, ob es das noch irgendwo zu kaufen gibt.
Auf jeden Fall rate ich Dir zu einem Gel oder einer Paste, keine wässrige Flüssigkeit, die macht nur Sauerei und dringt vielleicht noch samt Farbe ins Holz ein.
Abschließend wird das Holz, bei der Verwendung von Lauge, mit Wasser und Bürste abgeschrubbt.
Des weiteren nutze ich noch Nitro-Universalverdünnung für neumodische Lacke.
Keine Erfahrung habe ich mit Epoxy-Lacken, ein- oder zweikomonentig.
Da müsstest Du halt probieren.
An den Innenkanten der Schubladenfächer hast Du ja Testflächen.
Alles was die Farbe anlöst, geht.
Wenn es denn eine Flüssigkeit sein muß, schau ob es dazu ein Thixotropiermittel gibt um die Flüssigkeit einzudicken.
______________________________________________
sägen - messen - fluchen - nochmal machen
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#3
Hallo Sascha,
dafür gibt es Ziehklingen, es geht aber auch eine gerade Glasscheibe, so bekommst Du das Holz pur. Danach schleifen, schleifen , bitte per Hand mit Schleifklotz. Die Schrauben ersetze bitte mit Halbrundkopf Schlitzschrauben aus Messing.
Wenn das Holz Ok ist dann wenn Du willst mit Schellack wird mehrmals aufgetragen und geschliffen.
Danach ist Dein Kästchen ein warer hinkucker. 
Gruß
Henrik
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#4
Hallo Obelix und Maschine,

danke für Eure Tipps. Ich werde es mit einer Mischung Eurer Vorschläge machen. In der Zwischenzeit habe ich ein paar Restaurationsvideos geguckt (hatte ich auch schon vorher, aber eher zur Unterhaltung). Ich werde im ersten Schritt mit einer pasteusen Abbeize (Meyer Ba Uni - der geneigte You-Tube Gucker weiß, wo der Tipp herkommt) versuchen. Mal sehen, wie weit ich damit komme. Schleifen werde ich natürlich von Hand. Für Maschinen sind die meisten Flächen zu klein. Ich HOFFE, dass das Holz, was zum Vorschein kommt, hübsch genug ist, denn ich würde sehr gerne den Vorschlag mit der Schellack-Oberfläche umsetzen. Wollte ich schon lange mal machen. Das hängt aber auch von meiner Lieblingskundin (meine Frau) ab. Ich werde ihr ein paar Vorschläge zur Oberfläche machen, entscheiden muss sie es aber.

Sobald die Abbeize da ist, leg ich los und poste den Fortschritt.

Viele Grüße
Sascha
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#5
Hi,

gestern (und heute ein bisschen) war ich fleißig. Ich habe angefangen, die Farbe vom Kasten zu entfernen. Der Kasten wurde mit zwei unterschiedlichen Farben gestrichen. Die schwarze Farbe ist dünner, dafür ist sie etwas in das Holz eingezogen. Mit etwas Mühe lässt sie sich aber ganz gut wegschleifen:
   
Leider bleibt an wenigen Stellen etwas vom Schwarz übrig, weil es eben so tief eingezogen ist. Da kümmere ich mich später drum.

Bei dem grauen Zeug hätte ich sehr aggressiv schleifen müssen. Weil gerade am Deckel ein hauchdünnes Funier (gerade aufgedampt Wink  ) ist, war das Schleifen keine Option:
   

Dafür hab ich dann die Abbeize versucht und die funktionierte ganz gut. Das war nach einem Durchgang:
   
Bei den anderen Fläche habe ich dicker aufgetragen und länger einwirken lasssen. Da waren auch schon nach dem ersten Durchgang besser. Nach dem Abkratzen habe ich die Reste mit warmen Wasser weggeschrubbt und danach geschliffen:
   

Es geht schon in die richtige Richtung. Nach dem schleifen ist aber deutlich geworden, dass die Schubladen Spaltmaße des Grauens haben. Da werde ich mich noch mit beschäftigen müssen. Vorher fiel das nicht auf, weil das graue Zeug knapp einen Milimeter dick war.

Ich muss jetzt noch die restlichen Schubladen schleifen und auzch den Deckel innen und die Rückseite des Kastens. Danach mache ich Bestandsaufnahme und gucke, was zu reparieren ist. Das große Rechteck in der Mitte hatte eine Kipplade. Meine Frau findet das aber eher unpraktisch und wünscht sich stattdessen Schubladen. Es gibt also noch was zu basteln. Thumbs Up

Inzwischen habe ich auch angefangen bei einem anderen Projekt erste Erfahrung mit Schellack zu machen. Wenn sich das als gut erweist, könnte das auch (wie schon von Euch vorgeschlagen) etwas für den Kasten sein.

Schönen Sonntag noch.

Sascha
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