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Nassschleifer - Record Power WG250
#1
Hallo Zusammen,


hier mein Bericht über den WG250 von Record Power, den ich - wo sonst - über Maschinenhandel Meyer aus dem Weihnachtsangebot bezogen habe.

Das Gerät kam vormontiert mit der Lederscheibe. Nach dem Entfernen der Transportsicherung (Styroporblock, der die Welle im Gerät stützte) musste ich nur noch den Schleifstein montieren, was problemlos zu erledigen war.

Heute habe ich das Gerät dann teilweise in Betrieb genommen. An dieser Stelle noch ein herzliches Dankeschön an WolfgangEG zu seiner Antwort aus dem "Paket 2018" Thread. Leider war nämlich die mitgelieferte DVD in keinem meiner Geräte lesbar, und die Bedienungsanleitung ließ sich nicht dazu aus, wie der Schleifstein am besten gewässert wird.

Zunächst habe ich noch überprüft, ob der Stein eine Unwucht hatte. Das Ergebnis könnt ihr in diesem Video sehen:


.mp4   IMG_0857.mp4 (Größe: 1,62 MB / Downloads: 76)

Ich habe dann nach Wolfgangs empfohlener Vorgehensweise den Schleifstein gewässert, das hat auch für mich gut funktioniert. Der Schleifstein hat innerhalb von etwa 2 Minuten im rotierenden Betrieb das Wasser aufgenommen, bevor der Wasserstand in der Schale konstant blieb.

Als nächstes habe ich mir einen Stechbeitel geschnappt und den in die mitgelieferte Vorrichtung für gerade Schneiden eingespannt und den Winkel eingestellt:

   

Ich hatte in einem Video auf Youtube zur WG250 gesehen, dass wegen des Konkav-Schliffs 2° zu den üblichen 30° hinzugegeben werden sollen. Hab ich zwar nicht ganz verstanden, aber dennoch so kopiert:

Dann ging es ans Schleifen, was deutlich weniger mühevoll war, als mit einer Vorrichtung auf einer Diamantplatte bzw. Glasplatte mit Schleifpapier. Nach ca. 5 Minuten, war die komplette Fläche geschliffen. Von dem Ergebnis habe ich noch keine Fotos gemacht.  Eine Erkenntnisse habe ich aber schon: Die Schneidkante ist nicht ganz rechtwinkelig geworden. Ich muss noch schauen, woran das liegt. Eingespannt war der Beitel zumindest richtig. Meiner Meinung nach kann es nur an der Vorrichtung oder der Führung liegen.

Das Leder-Abziehrad habe ich noch nicht präpariert, das kommt noch. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich tatsächlich die mitgelieferte Paste verwenden soll oder die Abziehpaste, die ich für meinen normalen Abziehblock verwende (Weiße Paste von Silverline, 500 gr. Block) und mit der ich in Verbindung mit den Diamantplatten sehr gute Ergebnisse erzielt habe. Nach den Videos auf Youtube tendiere ich aber zu der mitgelieferten Paste, nachdem dort im Nebensatz erwähnt wurde, dass das Leder ohne es vorher mit "Minearal-Öl" zu behandeln austrocknen würde.

Jedenfalls habe ich den Stechbeitel auf meinem normalen Abziehblock abgezogen. Er war aber bei weitem nicht so scharf wir die Ergebnisse, die ich mit den Diamantplatten erzielt habe. Mit darauf präparierten Beiteln ist der Rasiertest immer posiitv, mit dem auf der WG250 präparierten Beitel hat es gar nicht funktioniert. Das will ich aber noch nicht überbewerten, weil es der erste Versuch war und ich wie gesagt die Lederscheibe noch nicht benutzt habe.

Ich habe die Maschine jetzt erstmal außer Betrieb genommen und in einen warmen Raum gestellt, damit der Stein trocknen kann. Wenn ich über die Weihnachtstage Zeit habe, schaue ich mal, ob er unrund geworden ist.

Viele Grüße
Peter
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#2
Peter, dann gratuliere ich Dir zu Deinem Neuerwerb. Ich denke, Du wirst das Teil – wenn Du dich eingefummelt hast – nicht mehr missen wollen.

Was nun den rechten Winkel betrifft, da wirst Du wohl etwas hin- und herprobieren müssen. Ich habe heute mit meinem neuen Stein probiert. Über die Feiertage werde ich auch an meiner Führungsstange etwas ändern, um (wieder) eine Rechtwinkligkeit zu sichern. Die ist noch auf den alten, eirigen Stein zugebogen. Was mir bei Deiner Maschine gefällt: Die Einspannhilfe sieht wertiger aus als bei mir, wobei meine trotzdem ihren Zweck erfüllt.

Peter, ich lasse meine Maschine mit dem Stein in dem Raum stehen, in dem ich auch schleife (kalte Werkstatt). Ich weiß nicht, ob es so gut ist, den Stein so großen Temperaturunterschieden/unterschiedlicher Luftfeuchte auszusetzen. Eigentlich muss er ja nicht komplett austrocknen ... denke ich. Kommt aber auf den Versuch an.

Meine Erfahrung mit dem neuen Stein schreibe ich mal in meinem Thema weiter.

Also, viel Freude an Deiner neuen Maschine.

Wolfgang
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#3
Peter - herzlichen Dank für deinen ausführlichen Bericht!

Da ich derzeit überlege mir auch ein Nassschleifgerät zu kaufen, bin ich neugierig, woran es liegt, dass die Schneidkante ist nicht ganz rechtwinkelig geworden ist - "lohnt" es sich dann doch einen Aufpreis für eine Tormek zu löhnen...(?)(?)(?)

VG
Holger
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#4
(22.12.2018, 19:21)HMBwing schrieb: Peter - herzlichen Dank für deinen ausführlichen Bericht!

Da ich derzeit überlege mir auch ein Nassschleifgerät zu kaufen, bin ich neugierig, woran es liegt, dass die Schneidkante ist nicht ganz rechtwinkelig geworden ist - "lohnt" es sich dann doch einen Aufpreis für eine Tormek zu löhnen...(?)(?)(?)

VG
Holger

Holger, wie beschrieben vermute ich die Ursache in der Führung oder der Vorrichtung, wobei mein Verdacht auf der Führung liegt (sah irgendwie "schief" aus). Ich habe vielleicht nicht sorgfältig genug justiert beim Zusammenbau. Jedenfalls denke ich, dass das behebbar ist und so oder ähnlich bei jeder Nassschleifmaschine vorkommen kann, auch bei der Tormek.



(22.12.2018, 16:51)Wolfgang EG schrieb: Peter, ich lasse meine Maschine mit dem Stein in dem Raum stehen, in dem ich auch schleife (kalte Werkstatt). Ich weiß nicht, ob es so gut ist, den Stein so großen Temperaturunterschieden/unterschiedlicher Luftfeuchte auszusetzen. Eigentlich muss er ja nicht komplett austrocknen ... denke ich. Kommt aber auf den Versuch an.
Wolfgang, ich wollte sichergehen, dass der Stein austrocknet, damit ich eine Aussage über die Unwucht nach Nichtbenutzung treffen kann. In meiner Werkstatt ist es zwar nicht so kalt, dass ich Frost und damit einen gesprengten Schleifstein fürchten muss, aber trocknen wird er dort nur sehr langsam. In dem Kellerraum, wo er jetzt steht, ist es mit 18° ca. 10° wärmer, so dass ich keine Beeinträchtigung durch unterschiedliche klimatische Bedingungen befürchte.

Ich hoffe, dass Du mit dem neuen Stein besser zurecht kommst. Kannst Du vielleicht in Deinem Thread näher beschreiben, was Du an Justierung unternimmst, damit Du rechtwinkelige Schnittkanten gewährleisten kannst? Nimmst Du Dir dazu die Führung oder die Vorrichtung vor?

Gruß
Peter
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#5
(23.12.2018, 00:23)KleineWerkstatt schrieb: ... Kannst Du vielleicht in Deinem Thread näher beschreiben, was Du an Justierung unternimmst, damit Du rechtwinkelige Schnittkanten gewährleisten kannst? Nimmst Du Dir dazu die Führung oder die Vorrichtung vor?

Gruß
Peter

Peter, das werde ich machen und darüber berichten.  Nur soviel: Bisher habe ich leichte Justierungen vorgenommen, indem ich das Eisen im Halter etwas hin- oder hergeschoben habe oder indem ich die Führungsstangen auf einer Seite etwas tiefer/höher gestellt habe.

Wolfgang
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#6
Mein Zwischenstand zum WG250:

Vorweg, es war nicht gut, dass die beigelegte DVD nicht lesbar war. Ich habe mich weiter auf Youtube und in der Bedienungsanleitung schlau gemacht, wie das Gerät in Betrieb genommen wird. Dabei sind mir ein paar Fehler klar geworden, die mir unterlaufen sind, weil ich es nicht abwarten konnte.

Heute habe ich die Führung justiert.Die Führung habe ich mit Augenmaß und einem Stahllineal als Anhaltspunkt zwischen Stein und Führungsstange ausgerichtet, bis alles im Winkel war.

Dann habe ich den Stein mit dem mitgelieferten Diamant-Abrichter abgerichtet. Wie in dem Video bereits zu sehen war, hatte der eine minimale Höhen-Unwucht. Die ist nun Geschichte.  Die mitgelieferte Abricht-Vorrichtung hat für mich gut funktioniert.

Parallel zu meinem Moxon Vise-Projekt versuche ich gerade einen Hobel vom Großvater meiner Frau wieder zu beleben. Er hat damit kurz nach dem 2. Weltkrieg alte Möbel restauriert und repariert, und mit dieser Arbeit seine Familie über die Runden gebracht. Also ein sehr altes Stück mit viel Geschichte und Erinnerungen. Das Hobeleisen dieses Hobels und den Spanbrecher hatte ich in den letzten zwei Wochen im Essigbad entrostet. Das Hobeleisen scheint aus einem Baustahl mit aufgelöteter Hartmetallplatte gefertigt zu sein und war ziemlich aus dem Winkel, die Phase war geschätzt bei 35°. Also ein perfektes "Opfer" für die Nassschleifmaschine.

Das Schleifen hat 40 Minuten gedauert, was vielleicht verdeutlicht, wie vermurkst das Hobeleisen war. Das Eisen ist aber jetzt genau im Winkel. Ich habe die Körnung des Schleifsteins zum Schluss mit dem Präparierstein auf "Fein" umgearbeitet, und das Eisen noch einmal abschließend damit geschliffen, dann auf meinem herkömmlichen Abziehblock poliert. Das Hobeleisen hat damit den Rasiermessertest bestanden.

Bleibt noch das Lederrad, ich bin immer noch unschlüssig, ob ich den "Buffing Compound" meines Abziehblocks oder die mitgelieferte Schleifpaste verwenden werde.

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit den Ergebnissen und der Maschine.

Gruß
Peter
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#7
Peter, das liest sich doch erstmal ganz gut. Ich glaube, es gibt kaum ein Gerät, bei dem nicht erst einmal Justierarbeiten notwendig sind ... Mich freut, dass Du so gute Schleifergebnisse erzielt hast. Das Ergebnis zählt, nichts anderes.

Also, weiterhin alles Gute mit Deinem Neuerwerb.

Wolfgang

PS: Ich habe jetzt herausgefunden, warum später meine Justierung nicht mehr richtig funktionierte. Dussel, der ich bin, habe ich die Maschine – wenn ich sie weggeräumt habe – gleich an der Führung angehoben. Und das auch noch außen, weils eben schön bequem war.
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