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Poor mans router, schon mal gemacht?
#1
Hallo Bastler,

ich kriege es einfach nicht hin! Aber von Anfang an:

Ich habe neulich bei meinem englischen Lieblings-Holzwerker das Video über die Erstellung eines poor mans router gesehen, und wollte mir heute so einen bauen, damit ich mein Projekt "Schärfbrett für Diamantsteine" in Angriff nehmen kann. Der poor mans router, für diejenigen, die sich nichts darunter vorstellen können, ist ein Stück Holz mit einer Bohrung im Winkel zwischen 35 und 45° zwischen Ober- und Unterseite, durch die ein etwas breiterer Stechbeitel als der Bohrdurchmesser mit der Phase nach unten getrieben wird. Den Stechbeitel kann man dann durch Schläge auf selbigen auf eine gewünschte Tiefe einstellen, um dann mit auf beiden Seite aufliegendem Holz Rezesse in der eingestellten Tief "auszuhobeln". Im Prinzip also ein Grundhobel mit einem Stechbeitel als Eisen.

Also habe ich mir heute einen günstigen 16er Stechbeitel beim Baumarkt mit dem Bieber geholt. Den habe ich zunächst mal nach Paul Sellers Vorschlägen, aber mit Arkansas Ölsteinen präpariert. Dann fix ein Stück Holz mit einem 10er Bohrer gebohrt, und den Beitel vorsichtig reingetrieben. Ergebnis: Stechbeitel tritt schief unten aus, nicht brauchbar. Stechbeitel rausgewürgt, neues Stück Holz gebohrt, den Stechbeitel vorsichtig reingetrieben. Ergebnis: Schief, nicht brauchbar. So ging das 5 Mal, bis ich für heute in Ermangelung weiterer geeigneter Holzstücke aufgegeben habe.

Aufgeben ist keine Option, ständige Fehlversuche aber auch nicht. Wie würdet ihr vorgehen, um einen geraden Austritt des Stechbeitels zu gewährleisten? Bei Paul Sellers sah es so einfach aus, aber bei mir verläuft der Stechbeitel im Bohrloch immer, so dass er nicht parallel zur Unterseite austritt.

Viele Grüße
Peter
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#2
Ich habe mir das Video gerade mal angeschaut und gehe davon aus, dass das "Reintreiben" nur ne Übungssache ist.
Wenn Du dabei immer schief kommst, versuch doch mal Hilfslinien auf das Holz parallel der Längtsseite zu zeichnen, an denen Du Dich orientieren kannst.
Vielleicht hilft das.
... und wer mir was Gutes tun möchte: Amazon Wunschzettel

PS: Die Artikel bitte explizit an die "Wunschzettel Adresse" schicken lassen, ansonsten landen sie bei Dir. Wink
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#3
Kann es auch an der Maserung im Holz liegen? Ich könnte mir vorstellen, dass sich der Stechbeitel auch dadurch verziehen könnte, wenn die Maserung eher diagonal durch das Holz läuft.
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#4
Moin,

man könnte sich eine Führung bauen, die den richtigen Winkel hat und den Stechbeitel seitlich führt. Damit solltest Du ein annehmbahres Ergebnis erziehlen können. Versuchs einfach mal.

Gruß Don
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#5
Moinmoin Peter!

Hehe Laught2
Ja, das Problem kenne ich sehr gut. Auf Pauls Art und Weise habe ich das bisher auch nicht befriedigend hinbekommen.

Lösungswege für den Poor Mans Router:

1. Das Loch etwas zu eng in der Stärke aber in gewünschtem Winkel und in passender Breite ausstemmen und dann den Beitel reintreiben.
2. Alternativ in gewünschtem Winkel und zu groß ausstemmen und mittels eines im rechten Winkel zum Stechbeitel gebohrten Lochs und einer Schraube für Befestigung sorgen.

Lösungswege für den Diamantplattenhalter:

1. Forstnerbohrer auf dem Bohrständer mit Tiefenstopp benutzen. Rest mit dem Beitel.
1.5 oder eben auf Handwerkzeugart mit Bohrwinde und Forstner arbeiten Laught
 
2. Brett 1 mit einer Dicke von 4-5mm nehmen, Steine anzeichnen, Löcher knapp an den Ecken bohren und mit der Stichsäge aussägen.
Dann Brett 1 mit Brett 2 in Stärke 18mm verleimen.

3. Ich habe einfach die Oberfräse genutzt. Wofür hab ich die?



Ich kann mir vorstellen daß Du das gerne auf Pauls Art machen würdest weil Du seine Ansicht zu Elektrowerkzeugen teilst.
Das sei Dir unbenommen.
Ich persönlich habe gelernt daß Handwerkzeuge zwar etwas sehr schönes und hier und da tatsächlich auch unverzichtbar sind.
Aber wenn man mehrere gleichartige Dinge womöglich mit gleichen Maßen anfertigen muss dann ist das von Hand schon sehr mühsam.
Grade als Heimwerker und Hobbyist ist es für mich nicht Sinnvoll 25 Latten von Hand auf Länge zu sägen.
Dazu fehlt mir schlicht und ergreifend die Zeit!


In diesem Sinne
Get the job done!
In Deutschland werden 320.000 Coffee to Go Pappbecher weggeworfen. Pro Stunde!
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#6
Erstmal ein herzliches Dankeschön an alle, die sich Gedanken dazu gemacht haben und mir ein paar neue Anregungen gegeben haben!

@sashman: Sowas in der Art habe ich auch vermutet, ich hatte nur günstiges Konstruktionsholz mit Ästen zur Verfügung. Ich habe zwar nicht durch einen Ast durchgebohrt, aber die Verwerfungen von Astlöchern immer in der Nähe der Bohrlöcher gehabt.

@Don: Ich kann mir so eine Führung gut vorstellen, das war auch mein erster Gedanke. Ich habe gesehen, dass der Beitel sich nicht direkt, sondern erst in einer gewissen Tiefe im Holz "verzieht". Mein gedankliches Problem mit der Führung war dann, wie ich die Balance zwischen der Länge der Führung am Eisen und  und den auftretenden (Hebel-) Kräften durchs Verziehen hinkriege.

@MartinG: Es ist ja nicht so, dass ich nicht auch eine Oberfräse hätte und sie nicht auch gerne benutze. Ich arbeite zur Zeit gerne mit Handwerkzeugen an kleineren Projekten, weil ich mir eine Absauganlage erst noch bauen möchte. Und die Sauerei ohne möchte ich nur ungerne wieder beseitigen, zumal die KleineWerkstatt nicht nur Werkstatt sondern auch Aufbewahrungskeller für diverse Utensilien des nicht so häufigen Gebrauchs ist. Die Diskussion mit dem C-Level des Familienmanagements über verstaubte Koffer oder Weihnachtsdeko halte ich schlicht für unnötg, unerwünscht und vermeidbar ... Wink 

Dazu möchte ich die Arbeit mit dem pmr gerne einfach mal ausprobieren und üben, um mich zu verbessern. Ich habe kürzlich von Hand mit Dozuki und Ryoba eine alte Holzpallette in eine "Weinkiste" transformiert, einfach deswegen, weil ich den rechtwinkeligen Schnitt mit Handsäge beherrschen lernen möchte. Bilder siehe unten. Mit der TKS wäre das ein Klacks gewesen, hätte mich selber aber zum einen nicht weiter gebracht, zum anderen muss ich jedesmal wegen der fehlenden Absaugung dann 38 KG aus dem Keller auf die Garagenauffahrt und zurück wuchten.

Aber zurück zum Thema, mein aktueller Plan basiert auch auf einem übergroß gebohrtem Loch in Verbindung mit Verkeilung. Mal sehen, ich werde berichten.

Herzliche Grüße
Peter


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#7
Hi KleineWerkstatt,
coole Aktion mit der Kiste.
Weg von 'elektrisch' finde ich schon recht attraktiv. Ich merke immer wieder dass es mir mehr Zufriedenheit bringt, mit Handwerkzeug zu arbeiten. Wenn's einigermaßen klappt, arbeite ich damit entspannter natürlich nur, wenn mir die Zeit egal ist. 18 mm OSB säge ich aber immer noch lieber elektrisch.

Grüße
Es ist schon erstaunlich, was man kann, wenn man's tut.
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#8
Hm, vielleicht könnte man zwei Hölzer mit je einer Nut im passenden Winkel und einer Tiefe in halber Breite des Stechbeitels versehen. Das Stechbeitel sollte selbstredend stramm in der Nut sitzen. Die beiden Hölzer anschließend zusammenleimen und/oder verschrauben. OK, das ist deutlich aufwändiger als bei Paul Sellers, dürfte aber funktionieren.

Die Weinkisten sehen übrigens schon richtig gut aus.
Liebe Grüße
Andreas


Man kann es gar nicht vermeiden täglich hinzuzulernen!

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#9
(24.08.2018, 12:32)Jens Abeler schrieb: Hi KleineWerkstatt,
coole Aktion mit der Kiste.
Weg von 'elektrisch' finde ich schon recht attraktiv. Ich merke immer wieder dass es mir mehr Zufriedenheit bringt, mit Handwerkzeug zu arbeiten. Wenn's einigermaßen klappt, arbeite ich damit entspannter natürlich nur, wenn mir die Zeit egal ist. 18 mm OSB säge ich aber immer noch lieber elektrisch.

Grüße

Geht mir genauso, die Kiste hat mich alles in allem 4 Abende gekostet, aber es hatte was meditatives. Und war sehr befriedigend. Wie gesagt, Geschwindigkeit stand nicht im Vordergrund, ich wollte meine Fähigkeiten verbessern. Die Kiste war quasi das Nebenprodukt Wink


(24.08.2018, 12:43)Das Holzwollschnitzelwerk schrieb: Hm, vielleicht könnte man zwei Hölzer mit je einer Nut im passenden Winkel und einer Tiefe in halber Breite des Stechbeitels versehen. Das Stechbeitel sollte selbstredend stramm in der Nut sitzen. Die beiden Hölzer anschließend zusammenleimen und/oder verschrauben. OK, das ist deutlich aufwändiger als bei Paul Sellers, dürfte aber funktionieren.

Die Weinkisten sehen übrigens schon richtig gut aus.

Das wäre quasi die etwas gehobenere Variante. Oder The Middleschicht mans router, weil Grundhobel kaufen the Rich mans router ist Big Grin 

Ich bin mittlerweile etwas weiter, bzw. habe neue Erkenntnisse gewonnen:

1. Konstruktionsholz taugt dazu nicht.
2. Buchenholz geht besser
3. Vermutlich sollte ich mich an Pauls Verhältnis von Stechbeitelbreite zu Bohrloch halten.

Ich habe gerade ein Stück 27 mm Buchenleimholz ausprobiert, aber wieder ein 10 mm Loch für ein 16 mm Stechbeitel gebohrt. Natürlich ist es etwas schwerer, den Beitel durch Buche als durch Konstruktionsholz zu treiben, aber: der Beitel kam unten nur um ca. 0,5 bis 1 mm versetzt raus, was ich aber oben offenbar schon falsch angesetzt habe. Im Konstruktionsholz vorher waren das bei korrekt angesetztem Stechbeitel oben eher so 2,5 - 3 mm unten. Also war die Vermutung von sashman schon ein Hinweis in die richtige Richtung.

Die Sache mit dem Verhältnis von Bohrlochgröße und Stechbeitelbreite ist mir beim Trennen von Holz und Stechbeitel in den Sinn gekommen. Je kleiner das Loch desto mehr muss der Stechbeitel beim durchtreiben schneiden, und umso fester sitzt er dann im Holz. Ich habe das Holz zum Herausholen des Beitels mit vier Schraubzwingen an meiner improvisierten Werkbank (ausgedienter Küchenschrank mit Holzplatte) festgespannt und dann am Stechbeitel gerüttelt und gezogen. Mit der Werkbank durch die Werkstatt... Was mich daran erinnert, dass ich mir noch einen schwere und stabile Werkbank bauen wollte. Naja, Kommt Zeit kommt Projekt! Wink Ich denke aber, wenn ich wie Paul Sellers ein Verhältnis von Bohrloch (3/8) zu Stechbeitel (4/8) habe, dürfte das Einstellen der Tiefe und das Entfernen des Stechbeitels deutlich einfacher gehen.

Am Montag geht's weiter, ich werde mir nochmal einen 12 mm Bohrer besorgen.

Schönes Wochenende und viel Erfolg in Euren Projekten!
Peter
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#10
Eigentlich wollte ich es heute ja mit einem 12er Bohrer versuchen, mir ist aber nach meinem letzten Post noch eine andere Idee gekommen, von der ich mir auch eine verbesserte Tiefeneinstellung des Stechbeitels erhofft haben. Ich habe kurz auf der TKS (und 10 Minuten saugen der Werkstatt) eine Halterung im 45° Winkel gesägt (s. erstes Bild), damit ich an der Tischbohrmaschine im richtigen Winkel bohren kann.

Dann habe ich die Mitte angezeichnet und jeweils 6,5 mm rechts und links davon eine Markierung gemacht. Durch die Mittellinie wollte ich mit dem 10er Bohrer, die beiden äußeren Markierungen waren für 3 mm Bohrungen vorgesehen, um eine Führung für den Stechbeitel zu bekommen. (s. 2. Bild, alle mit 3 mm gebohrt).

Ich habe es schon beim Bohren gemerkt, ohne Festspannen wird das nichts, die Bohrungen verlaufen. Ich hab es trotzdem durchgezogen und auch die 10 mm Bohrung gemacht. Sah zuerst auch nicht verkehrt aus, auch beim Reintreiben des Stechbeitels (s. 3 Foto).

Das Ergebnis im 4. Foto war wie erwartet durch die verlaufenen Bohrungen wieder negativ.

Wieder was gelernt, aber nicht weitergekommen. Ich bleibe dran...

Schönen Abend
Peter


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