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Projekt 2014 – Ein Kalträucherofen entstand
#1
Da ich im ländlichen Raum wohne, habe ich mich 2014 an ein (für mich) etwas ungewöhnliches Projekt gewagt: Ein Kalt-Räucherofen für diverse Lebensmittel. Ich hatte zwar  einen alten, zum (Heiß)Räucherofen umgebauten DDR-Badeofen, um Aale, Forellen etc. zu räuchern. Aber ich wollte eben auch mal Schinken, Wurst etc. im Kaltrauch veredeln. Gesagt, getan ... und viele Anregungen/theoretische Erfahrungen im Internet gesammelt.

Zu Beginn meiner "Projektschau" zwei Fotos: Der Kalträucherofen kurz vor dem "Endstadium" und ein Foto von dem, was da drin veredelt wurde. Ich werde  – Interesse vorausgesetzt – in loser Folge den Werdegang schildern. Vielleicht findet der eine oder andere User Gefallen ...

Wolfgang


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#2
Hi Wolfgang EG
Kleiderschrank? für Arbeitskleidung?

cooles Projekt, bin auf die Fotos gespannt.

Grüße
... lieber machen, was ich nicht kann, als lassen, was ich kann.
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#3
Hallo Wolfgang,

also ich habe schon Interesse an einer weiteren Beschreibung und mehr Bildern. Und ich hoffe, daß ich damit nicht alleine bleibe!

LG Regina
Die kürzeste Gerade zwischen zwei Verbindungen ist der Punkt!
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#4
Schaut gut aus, Baubericht wird gerne gelesen
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#5
Vielen Dank für das Interesse.


Die Entscheidung, mit der ich mich am schwersten getan habe, war die: Feuer/Rauch vs. Holz. Die Befürchtung hat sich dann aber sprichwörtlich "in Rauch" aufgelöst. Der Holzräucherofen wird jetzt seit 2014 mehrmals im Jahr (eigentlich alle ein, zwei Monate) genutzt. Die Qualität der Räucherwaren ist 1A, wenn auch der Aufwand für  Fleisch für Schinken und Wurst bis zum fertigen Produkt etwas hoch ist.

Die Entscheidung war also pro Räucherschrank gefallen. Ich habe eine grobe Planung gemacht, um dann aber nach T. Motto "Einfach machen" anzufangen (dieses Motto kannte ich aber damals noch nicht ...). Als Material habe ich das genommen, womit ich schon oft gearbeitet habe: Dachlatten 38x58 mm (die ich sauber ausgehobelt habe), Rauspund 24x100 mm und diverse andere Kleinmaterialien.

Der Korpus entstand in Rahmenbauweise, die ich auch bei Bungalows etc. angewendet habe. Einfach, schnell zu realisieren, stabil.

Die Fotos zeigen mal die Anfänge bis zum fast fertigen Korpus.

Wolfgang


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#6
gefällt mir gut,ich räuchere gelegentlich auch.
Gruß Stefan
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#7
@saw, dann habe ich ja einen "Verbündeten" in Sachen Rauch gefunden ...

Den Räucherofen habe ich nach damaligem Erkenntnistand dimensioniert: 2.0 m hoch, 0.85 m breit, 0.6 m tief. Innen gehen etwa 0.1 m rundum ab. So lässt er sich noch gut händeln und mittels Sackkarre dahin verlegen, wo man ihn benötigt.  Damals dachte ich, ihn für den Anfang etwas überdimensioniert zu haben. Heute sage ich: reicht gerade so ... Wink .

Auf den Fotos sieht man, wie die Beplankung erfolgte. Spätestens vor der Beplankung trat die allgemein übliche Streitfrage auf: isolieren oder nicht. Da gehen die Meinungen sehr weit auseinander. Ich habe mich dafür entschieden, definitiv NICHT zu isolieren. Warum, werde ich später mal zum Besten geben.

Zur Auflockerung immer mal Fotos von meinen Räucherergebnissen. Mit zu den ersten Produkten gehörte Rehschinken, weil ich zwei Rehe hier zu liegen hatte ... Das war aber schon Ende November, als ich die mit Schweinefleisch zusammen in den Pökelschlaf geschickt hatte. Sozusagen "Vorlauf".

Auf dem Rohschinkenfoto sieht man noch, wie jungfräulich der Räucherofen damals aussah. Als Raucherzeuger – um dies mal an dieser Stelle zu nennen – verwende ich einen sogenannten Sparbrand. Die heutigen Räucherergebnisse sehen etwas anders aus, sozusagen mehr in Richtung persönlicher "Perfektion". Aber dazu später.

Der Räucherschrank besteht aus drei Teilen: a) der eigentlichen Räucherkammer, b) dem Raum zur Raucherzeugung und c) dem Abzug. Mittlerweile arbeiten alle drei Teile optimal miteinander.

Wolfgang


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#8
Super Wolfgang, das Du da baut. In den Bildern sieht es toll aus. Thumbs Up
Moin
    Klaus Wink

Denken ist die schwierigste Arbeit, deshalb machen es so wenige.
Henry Ford
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#9
Danke für das Lob.

Das erste Foto zeigt, wie ich ganz einfach die Innenverkleidung gebaut habe. Dazu nahm ich dünnes Profilholz, welches mal Teil einer Eingangsverkleidung war und herausgerissen wurde. Normalerweise machen viele Räucherer zwischen Außen- und Innenverkleidung Styropor oder anderes Dämmmaterial zwischen. Es soll die Temperaturen im Räucherraum stabiler halten.

Das ist wohl eine Glaubensfrage, aber da ich nicht gläubig bin, habe ich es sein gelassen. Haupträucherzeit ist bei mir eh der Herbst/Winter/das Frühjahr. Über den Sommer räuchere ich nur Würste, und das hat schon bis zu 35 Grad Außentemperatur funktioniert, ohne dass das Eiweiß geronnen ist ... Ich denke, diese ganze Isolationssache wird völlig überbewertet, ebenso der ganze elektronische Schnickschnack, den man sich vereinzelt einbaut. Ehrlich, früher hatten wir auch keine Elektronik im Räucherofen, da musste man immer mal nachschauen und das machte die ganze "Romantik" aus.

Also – keine zusätzliche Isolierung. Auf dem zweiten Foto sieht man den Zwischenboden zwischen Räucherraum und Rauchkammer. Der wird noch zusätzlich ergänzt durch eine Art abnehmbare Prallplatte (3. Foto), die den aufsteigenden Rauch aus dem Sparbrand an die Seiten des Räucherraumes verteilt. Der Sparbrand steht auf einem alten Kuchenblech (Bild 4), das ich auf umgedrehte Schloßschrauben gestellt habe (Distanz zum Boden – Hitze).

Bild 5 ist der Luftschieber, mit dem ich die notwendige "Zugluft" reguliere. Damit kann ich den Sparbrand – je nach Notwendigkeit – schneller oder langsamer abbrennen lassen. Für mich mittlerweile auch Schnickschnack, weil ich nur mit einer einzigen Position räuchere.

Bild 6 zeigt mal die Brennraumtür mit dem geilen Scharnier. Erst wollte ich stinknormale "Hasenstallscharniere" anbringen, bin aber dann auf diese Teile gestoßen, die ein ganzes Stück billiger ! als die Normaldinger waren. Ist Geschmackssache, mir gefällt's und ich habe Geld gespart ...

Wolfgang


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#10
Freu mich über Dein Lob, danke.

Die richtige Luftführung ist wichtig dafür, dass der Sparbrand gleichmäßig abbrennt. Unten in die Feuerraumtür kam der Schieber rein, oben muss ja die Luft/der Rauch wieder raus. So weit, so gut ... Also habe ich oben vier große Löcher eingebracht (Forstnerbohrer).  Auf den Bild 1 sieht man das gut. Auf Anraten eines "Leidenskollegen" habe ich unter diese Löcher nochmals eine Art Prallplatte gemacht, damit der Rauch nicht mittig abgesogen wird (Bild 2).

Bild 3 zeigt nun den Absaugschacht, wie ich ihn (theoretisch) konstruiert habe. Diese Bauform hat sich als nicht optimal erwiesen und wurde abgeändert. Dazu komme ich aber später. Ebenfalls hat sich die – auf Anraten – eingebaute "Heizung" mittels einer einfachen Glühlampe nicht bewährt. Hintergrund war, dass bei (starkem) Frost der Innenraum etwas "angewärmt" wird. Auf Bild 4 also diese (Fehl)Kontruktion ohne Abdeckung. Das Teil habe ich nach dem Versuchs-Räuchern gleich wieder rausgebaut.

Auf den Bilder 5 und 6 mal der (fast) fertige Räucherschrank. Fast fertig, weil man eben nie wirklich fertig wird. Gibt immer was zu ändern, zu verbessern ...

Bild 7 zeigt, wie der frisch gefüllte Sparbrand aussieht, Bild 8, wie er gleichmäßig von zwei Seiten abbrennt. Eine feine Sache, die mir ein Bekannter gebaut hat.

Wie die Bestückung aussehen kann, sieht man im Bild 9. Wenn ich ein halbes Schweinchen verarbeite, wird es eng im Schrank. Eines der vielen Endprodukte in Bild 10: ungarische Kolbasz.

Wolfgang


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