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[Projekt] 30cm Budget-Tellerschleifer aus dem was grad da ist :)
#1
Hallo zusammen. 

Wie in einem anderen Thread versprochen kommt hier nun der Baubericht zu meinem Tellerschleifer. 

Das Herzstück bildet ein 35 Jahre alter Drehstrommotor von Siemen & Hinsch mit 1,7KW und knapp 3000 Umdrehungen. Da das viel zu viel Power ist und ich so eine Brennmaschine und keinen Schleifer bauen würde, wird der Motor mit einem Frequenzumrichter herunter geregelt. Das wurde schon im verlinkten Thread besprochen, also hier bitte keine Diskussionen darüber   Wink

Vorwort: 

Dies ist mein erstes größeres Projekt, also seht mir meine Unfähigkeit nach Wink
 
Ich baue das Teil nach unzähligen Videos die es bei Youtube zu sehen gibt, aber ohne vorher gemachten Plan auf Papier. Größe und Form werden also so, wie es mir gerade gelegen kommt. 
Da ich von meinem Chef vor ein Paar Monaten eine Unmenge an beschichtetem MDF und 22er Spanplatten geschenkt bekommen hab werd ich ihn daraus bauen. 
   
Das ist noch nicht mal alles...
Die Platten müssen eh weg weil sie mir zu viel Platz weg nehmen. Die Hälfte davon hab ich schon im Garagenboden verarbeitet, da liegt kein Estrich und es war alles krumm und schief. Nun kann man zumindest gehen, ohne dass man ständig über Betonbröckchen stolpert.

Zum Bau animiert hat mich letztendlich einer, dessen Name hier im Forum scheinbar nicht genannt werden darf  Big Grin . Ich mag ihn auch nicht, aber er erklärts auch für doofe wie mich recht gut.  

Der Bau (und auch die Vorstellung hier) wird sich leider über mehrere Wochen hinziehen, da ich Berufskraftfahrer bin und oft nur am Samstag ein Paar Stunden Zeit habe um in der Werkstatt zu basteln. Andere Arbeiten am Haus wollen ja auch noch erledigt werden und ein bisschen Ruhe braucht jeder mal  Smile.

Ach ja, die Werkstatt ist übrigens noch lange nicht fertig, darum schauts da auch aus wie bei Hempels unterm Sofa. Aber man kann arbeiten. Das nächste Projekt wird aber definitiv eine Werkbank....


So, jetzt aber los. 

Weit bin ich heute nicht gekommen weil ständig was dazwischen kam. Aber immerhin ein wenig was hab ich geschafft: 

Heute Vormittag ging es ab in die Werkstatt, erst mal Werkzeug herstellen um Werkzeug zu bauen. Das größte Problem an dem Projekt war nämlich, wie ich nun den Kreis für den Schleifteller ausgeschnitten bekomme. Ich hab zwar ne Stichsäge, das war mir aber zu ungenau. Bandsäge gibts nicht bei mir und mit der Dekupiersäge 
ist das auch kaum genau machbar. Man könnte zwar die unrunde Scheibe am Motor selbst rund drechseln, aber das hab ich auch noch nie gemacht. 

Aber ich hab eine Oberfräse! Also fix einen Fräszirkel gebaut nach dem Motto: Nicht schön aber selten  Shy  
(von wegen fix, der hat mich gestern schon 2 Stunden und ein verschnittenes Brett gekostet, vom suchen der richtigen Schrauben red ich gar nicht erst.....)

   

Anleitungen dazu gibts auch zu Hauf bei Youtube. Nach viel rumspielen und einstellen hab ich zum Testen mal einen Kreis ausgeschnitten. Der Testkreis passt perfekt  Tongue

   

Dann hab ich mir Gedanken um den Sockel gemacht auf dem der Motor ruht. Eigentlich wollte ich nur eine Platte mit 40x40cm nehmen und ihn darauf befestigen, aber wo tu ich dann das Schleifpapier hin? Also hab ich eine Kiste gebaut in die später noch eine kleine Schublade kommt. So ist immer alles an seinem Platz. 

   

Der Motor ist auf dem Bild zerlegt, da er noch von Farbe und Rost befreit und Maschinengrün lackiert werden soll. Auch die Welle wird gekürzt und bekommt ein Innengewinde, mit dem sich dann die Scheibe befestigen lässt. Als Träger für die Scheibe dient ein Teil der Pumpe, die ursprünglich auf dem Motor befestigt war. 

   

An dem Teil kann ich die Scheibe fest schrauben und muss das Ganze dann nur noch von vorne gegen herunterrutschen sichern. 

Der Motor muss nun noch ca. 10cm höher gesetzt werden, damit die Scheibe Platz zum arbeiten hat. Nach einigem überlegen hab ich mich dazu entschlossen einfach einen Klotz aus Platten zusammen zu leimen, der die 10cm an Höhe bringt. In diesen werden Gewindestangen eingelassen, an denen dann der Motor sicher befestigt werden kann. 
Der Klotz trocknet gerade und ich muss nun los, den Wocheneinkauf erledigen. Mal schauen, wann es weiter geht.
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#2
... na dann: Bin gespannt wie du das baust (insbesondere nach dem anderen Thread). Viel Erfolg.
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#3
Da ich so einen Tellerschleifer auch schon gebaut habe, lehne ich mich mal bequem zurück und schaue, wie Du Deinen Schleifer aufbaust. Bei mir läuft ja immer noch der »Prototyp«, also das Provisorium ... Vielleicht bekomme ich paar gute Anregungen.

Wolfgang
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#4
Frage:
Willst du die Motorwelle in voller Länge lassen?

Volker
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#5
Ui, der Baubericht wird interessant, da bleib ich mal am Schirm.
Viel Spaß beim tüfteln. Thumbs Up
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#6
Oha, ein Motor mit Flansch - der wäre top für ne Kantenschleifmaschine. Aber ich bin auch mal auf den Tellerschleifer gespannt.
Wünsche frohes Schaffen.
Grüße  Shy
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#7
(15.09.2019, 10:07)Obelix schrieb: Frage:
Willst du die Motorwelle in voller Länge lassen?

Volker

Vielleicht. Zum abschneiden ist sie mir fast zu schade. Ich hab mit der Welle auch schon eine Idee, dazu komme ich gleich. 

Zitat:Oha, ein Motor mit Flansch - der wäre top für ne Kantenschleifmaschine. Aber ich bin auch mal auf den Tellerschleifer gespannt.

Wünsche frohes Schaffen.

Da das mal eine Pumpe war hat er Flansch UND Sockel, damit hat man natürlich sämtliche Möglichkeiten. 


Heute früh beim Kaffee kam mir eine Idee. Also hab ich nun doch mal Sketchup angeworfen und einen groben Plan gezeichnet. Die Maße stimmen nicht ganz aber als "Skizze" tut er es. 
Meine Idee war es, die Welle nicht zu kürzen sondern was sinnvolles damit anzufangen. Anbieten würde sie sich natürlich für eine Schleiftrommel. Die Welle steht, wenn der Teller montiert ist, noch ca. 12-14cm vorne raus. 
Da eine frei drehende Schleiftrommel natürlich an Gefährlichkeit kaum zu überbieten ist wenn man nur den Teller nutzen will hab ich mir gedacht, die im Tisch zu verstecken. Den könnte man so montieren, dass er in 2 T-Nuten oder T-Nut Schienen läuft und nach oben und unten verschiebbar ist. Die Griffe zum fest ziehen hab ich im Plan vergessen fällt mir gerade auf...
Die Trommel wird einfach vorne auf den Teller geschraubt und kann schnell abgenommen werden. 
Braucht man nun die Trommel, nimmt man die Abdeckung oben raus und fährt den Tisch runter. Vorne wäre er zum Schluss natürlich auch zu. 

Vorteile: -Maschine hat 2 Funktionen
             -Welle bleibt erhalten
             -Durch die Nut kann man den Tisch nach oben raus ziehen zum Schleifpapier Wechsel. 
Nachteil: Ist der Tisch oben hab ich geschätzt von dem 30cm Schleifteller nur noch 10cm übrig. Die Trommel braucht viel Platz. Ich hab hier mit einer großen mit 76mm Durchmesser und 114mm Länge gerechnet. 

Man könnte natürlich jedes mal die Trommel an und abbauen wenn man sie braucht. Aber da der Mensch ein faules Tier ist liegt das Ding dann bestimmt ewig rum und wird nie gebraucht. 

Hier mal ein Screenshot von Sketchup: 
   

Es fehlt natürlich noch einiges und das Design ist auch noch nicht fix, aber man weis was ich meine. 

Andererseits werde ich an dem Ding eh nie was schleifen, das dicker als 10cm ist. Ich bau hier ja keine Dachstühle Laught. Der ist zum Kanten abrunden oder Rundungen anschleifen gedacht, vorrangig aber zum lernen wie man sowas baut. 


Was sagt ihr dazu?
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#8
Diese lange Welle nicht zu nutzen, wäre tatsächlich ein wenig schade. Wenn ich das richtig verstanden habe, sitzt in der Skizze der Schleifteller direkt am Motor und die Schleifrolle davor. Das würde ich anders herum bauen. Schleifteller an der Spitze der Welle (natürlich mit einem Kugellager abgestützt) und die Rolle zwischen Teller und Motor.

Justin Depew hat darüber mal ein zweiteiliges Video gemacht. 

Teil 1

Teil 2
Liebe Grüße
Andreas


Man kann es gar nicht vermeiden täglich hinzuzulernen!

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#9
(15.09.2019, 12:48)Das Holzwollschnitzelwerk schrieb: Diese lange Welle nicht zu nutzen, wäre tatsächlich ein wenig schade. Wenn ich das richtig verstanden habe, sitzt in der Skizze der Schleifteller direkt am Motor und die Schleifrolle davor. Das würde ich anders herum bauen. Schleifteller an der Spitze der Welle (natürlich mit einem Kugellager abgestützt) und die Rolle zwischen Teller und Motor.

Justin Depew hat darüber mal ein zweiteiliges Video gemacht. 

Teil 1

Teil 2

Das wäre eine gute Idee. Auch der angebaute Bandschleifer im Video würde mir sehr gut gefallen. Leider wird mir das Ding aber dann viel zu groß. Der soll in eine Garagenwerkstatt. Im Moment wird er wohl 50-60 tief und 40 breit werden, recht viel größer soll er nicht sein. 

Mein Design einfach zu drehen vergrößert ihn auch: 

   

In dem Bild fehlt jetzt natürlich noch die abnehmbare Abdeckung über der Trommel und der Tisch vorne dran. Da der Tisch aber 20cm tief werden soll geht mir wohl irgendwann der Platz aus. Der Kasten unten hat wie gesagt 40x40cm. Auch möchte ich nicht in der Schlucht die da entsteht rumfummeln wenn was zu schleifen ist. Die Schleifrollen gibts günstig bei Amazon und ich wollte mich auf etwas beschränken dass ich schnell nachkaufen kann. Selbst Schleifpapier da aufzukleben ist mir dann wieder zu blöd.... Laught

Ich glaube ich lasse das mit der Schleiftrommel vorerst sein, das kann man ja noch nachträglich machen. Die Welle wird so gelassen und der Tisch ungefähr so gebaut wie in der ersten Skizze. Dann bleibt genug Platz zum schleifen und ich muss die Welle nicht kürzen. 


Vorhin hab ich mich kurz in die Latzhose geschmissen und ein wenig weiter gemacht. zumindest so weit, wie ich ohne laute Maschinen komme, ist schließlich Sonntag. Ich glaub zwar nicht, dass sich hier jemand beschwert aber man will es ja auch nicht herausfordern. Reicht ja schon wenn mir mal wieder um 21 Uhr was einfällt und dann die Säge läuft  Big Grin

Der Sockel ist fertig getrocknet. Sieht bescheiden aus, aber was solls. Nicht schön, aber selten sag ich immer. Ich glaub das schreib ich zum Schluss auf den Schleifer...

           

Ich hab die Löcher des Motors ausgemessen und am Bohrständer 7er Löcher durch den ganzen Klotz gebohrt. Dann hab ich die ersten Paar cm 8er Gewinde rein geschnitten damit die 8er Gewindestangen ein wenig Führung haben. Kontermutter drauf, Pattex in die Löcher und ans Gewinde und mit dem Akkuschrauber rein geballert. 
Da bewegt sich jetzt schon nichts mehr. Wenn der Kleber trocken ist hält das. 

Der Motor sitzt wie er soll und ist sogar fast im Winkel  Smile.
      
Was noch fehlt kann ich bei der Endmontage ausgleichen. Den Klotz hab ich dann gleich auf die Box geleimt und den Motor drauf gestellt damit es alles schön anpresst. 

   

Dann war die Scheibe dran. Der "Mitnehmer" hat eine 21er Nase vorn dran, also muss auch ein 21er Loch in die Scheibe. Aber bitte mittig sonst war die Arbeit umsonst. Da hab ich mich über den billigen Forstnerbohrer Satz gefreut, den ich mir mal bei Amazon gekauft hab. Da ist ein 21er dabei. 
Leider hat wohl niemand bei Wolfcraft an eine 30cm Scheibe gedacht, als Anno 1623 mein Bohrständer gebaut wurde: 

       

Da fehlts nicht mal um 5mm!  Angry Angry Angry
Nun muss ich nächstes Wochenende mitsamt Scheibe und Bohrer zu meinem Schreiner Spezl. Der hat eine Säulenbohrmaschine mit genug Ausladung. 

Ob das Ganze zum Schluss passt hab ich dann doch noch versucht, mit einem Stück Restholz von der Platte aus der die Scheibe kommt: 

       

Außerdem hab ich mal Testweise ein Paar Reststücke hin gehalten. Zufällig fluchtet das Ganze schon recht schön und ich muss scheinbar nichts groß rumbasteln um Scheibe und Rahmen auf ein Level zu bekommen. Leider kann ich die Platten heute nicht ausschneiden da ich dazu die Oberfräse brauche. Dämlicher Sonntag. 

       

Auf jeden Fall hab ich mich dazu entschieden, auch noch den Flansch des Motors als Befestigung zu nutzen. Viel hilft schließlich auch viel, oder nicht?  Tongue
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#10
Ich bin selbst gerade beim Neuaufbau meines Dickenschleifers, den ich hier mal als Prototyp gezeigt hatte. Motor war/ist auch viel zu schnell und deshalb baue ich den auch gleich auf ne langsamere Übersetzung um. Bild 3zeigt die noch unfertige Riemenscheibe für die Schleifwelle. 
Übersetzung 2 : 1


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Grüße  Shy
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