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[Projekt] Auf den Spuren "Louis-Philippe"
#1
Auf dem Flohmarkt habe ich diese Schränkchen im Stil des Neorokoko gefunden.
Es erinnert mich stark an Nachtschränkchen um die erste Hälfte des 19. Jhd., wobei diese teilweise nur eine Schublade und darunter eine geteilte Tür hatten.
Ich glaube, hier handelt es sich um ein Möbel aus der 2. Hälfte des 20. Jhd. (1950 - 1980), das im Louis-Philippe-Stil gefertigt wurde.
Das Schränkchen wurde sträflich mishandelt.
Eine Vase und/oder Blumentopf mit reichlich Wasser, haben dem Möbel arg zugesetzt.
Es gefällt mir, mal sehen ob ich was retten kann.
Gleichzeitig ist es eine Möglichkeit, meine Restaurationsader wieder mal mit Blut zu fluten.
Ich werde mal wieder mit Schellack hantieren
Morgen wird aber erstmal versucht, den alten Lack abzutragen.

                                       

Ich berichte weiter.
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#2
Moin Obelix,

das Schränkchen ist ja mal ein Träumchen (um es mit Horst Lichter' s Worten zu sagen). Ich hoffe das Du das wieder richtig schick gemacht bekommst und werde Deine Fortschritte mit Interesse verfolgen.

Gruß Don
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#3
Ein wirklich schönes Möbelstück.

Ich habe mal eine Zeit lang solche Möbel virtuell im Computer nachgebaut, weil mir die Formen immer so gut gefallen. In Echt habe ich so was aber nicht. Habe die passende  Behausung nicht dazu.
Mein Avatar ist übrigens auch aus dem PC -am Thonet Kaffeehaus-Stuhl Nr 14 angelehnt. 

Bin echt gespannt drauf, wie das Resultat wird.

Gruß Mike
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#4
Wow, da bin ich mal gespannt, was du draus machst und lasse ein Abo da.
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#5
Ok, heute geht's ans Eingemachte.
Der Test, den Lack mit Isopropanol anzulösen schlug fehl.
Es ist also kein Shellack, sondern ein neumodisches Zeug.
Nitroverdünnung greift, also Nitrolack, typisch für die Zeit um 1970/1980.
Vorsichtshalber teile ich die Fläche in ca. 100 cm² Teillächen auf.
Erstens halte ich die Vedunstungsfläche gering und zweitens weiß ich noch nicht, wie der Leim reagiert.

                                                       

Ich glaube, dass für die Intarsien stellenweise Holzarten simuliert wurden.
Das heißt, auf ein helles Furnier, (Birke, Linde) wurden Strukturen anderer Hölzer aufgeprägt und aufgedruckt.
Nur gut, im großen und ganzen hat es mit NC-Verdünnung geklappt, auch wenn es mörderisch stinkt, ablaugen hätte dem Furnier mehr geschadet.

Ich werde nun wieder bis morgen warten und dann einige Ausbesserungen vornehmen.
Das Furnier hat ganz schön Nitro aufgenommen und soll erstmal ausdunsten.
So ein Projekt ist halt nichts für "auf die Schnelle".
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#6
Moin, die Nitroverdünnung ist vollständig verdunstet.
Heute geht es um das ausbessern der Schadstellen.
Die Arbeit hält sich in Grenzen, da das Furnier vollständig und nicht lose ist.
Ich bin trotzdem mal mit dem Bügeleisen über einem Baumwolltuch drüber gegangen, sicher ist sicher.
Ich habe also nur mit ein paar Schwundrissen zu kämpfen.
Dazu nehme ich Shellack, der, ähnlich wie dieses Hartwachs, mit dem Lötkolben geschmolzen und in den Riß eingebacht wird.
Der Shellack ist natürlich viel härter und spröder als das Hartwachs.
Zum abtragen nehme ich daher lieber einen scharfen Beitel oder wie hier, ein Skalpell als Mini-Ziehklinge.

                               

Da nun nichts mehr trocknen muß, kann der erste Auftrag eines Gemisches aus Bimsmehl-Shellack-Alkohol erfolgen.
Ich habe mich erstmal für ein Fertigprodukt entschieden, aus Bequemlichkeit und weil man es nicht alle Tage braucht.
Wie meist, war das zwar kein Fehler, aber suboptimal.
Nichts gegen die Qualität, die stimmt, aber der Preis und das Handling gefallen mir nicht.
Man ist ständig nur am schütteln um das Bimsmehl einigermaßen in der Schwebe zu halten.
Es setzt sich bereits wieder ab, wenn man die Soße in den Ballen gießt, das nervt.
Das Bimsmehl aufpudern oder separat in den Ballen geben ist besser.
Ich werde mir wohl doch wieder die Zutaten einzeln herlegen.
Nun bis morgen trocknen lassen, dann zwischenschleifen und die zweite Runde einläuten.

               
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#7
Toll, dir bei der Arbeit über die Schulter zu sehen. Von Restauration habe ich 0 Ahnung. Finde es aber total spannend, zuzusehen.

Viele Grüße

Christian
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#8
Die erste Porenfüllschicht ist trocken.
Zwischenschliff mit 800er, bereits benutztem Schleifpapier.
Hier nun der zweite Auftrag.
Ich denke, es ist nur noch ein Auftrag mit Bimsmehl nowendig, wenn überhaupt.
Die Vorgehensweise ist dann später immer die gleiche, nur ohne Bimsmehl.

                           
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#9
Richtig toll geworden Thumbs Up
Gruß,
Michael

....Meine Spardose....

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#10
"irre"

... danke fürs ausführliche Erläutern und Teilen.
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