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[Projekt] Aufarbeiten einer Hobelbank
#1
Ich hatte schon im Paket 2020 Thread erwähnt, dass ich mir eine englische Hobelbank aus den Beständen der britischen Armee zugelegt habe. Der Hauptgrund für den Kauf war, dass 2 Record Irwin 52 ½ Quickrelease Vices an der Bank verbaut waren.

Die Bank selber ist nichts besonderes, dafür aber wenigstens ordentlich verhunzt.

Die Vorbenutzer haben die Platte ordentlich tracktiert. Löcher, Leim und Metallteile auf und in der Werkbank.

   

   

   

Die Beilade in der Mitte war ebenfalls mit allerlei Leim, Lacken und was weiß ich noch alles überzogen, und dazu auch noch löchrig. Auf einer Seite war sie abgesackt, weil ein Halter gebrochen war.

Die Schraubstöcke hinterließen keine gesteigertes Benutzervergnügen. Verharztes Fett an den beweglichen Teilen. Leim und Kleber auf den Laufstangen, und Tonnen von Sägestaub mit Fett vermischt auf den Spindeln machten die Dinger extrem schwergängig.

   

Ein weiteres Manko ist die Arbeitshöhe von 82 cm, was für mich bei meiner Grundlänge von 1,91 Metern kniend gerade ausreichend ist.

Also eine Menge kleinerer Baustellen.

Zunächst habe ich, weil ich den Umbau meiner Werkstatt von der Größe und damit Position meiner Hobelbank abhängig machen wollte, die OSB-Verkleidung angebracht. Zum Glück hatte ich alles schon vor Monaten gekauft und brauchte auf die Corana-Beschränkungen in den Baumärkten keine Rücksicht nehmen.

Nachdem die OSB-Verkleidung angebracht war, habe ich die Hobelbankplatte und die Schraubstöcke demontiert. Die Beilade habe ich ausgebaut und durch eine neue Multiplexplatte 12mm ersetzt. In dem Zuge habe ich einen Ersatz für den gebrochenen Halter gebaut.

Die Platte habe ich mit einem Bandschleifer bearbeitet, eine Menge Unebenheiten beseitigt und das Holz freigelegt. Ich hätte das gerne auch mit dem Hobel gemacht, aber da ich um die Metallteile in der Bank wusste, siehe hier

   

habe ich mir das gespart. Ich besorge mir noch Danish Oil oder Tung-Öl mit Balsamterpentin, um die Platte damit zu behandeln.

Hier sieht man die Hobelbank mit Beilade und geschliffen, aber noch ohne die Schraubstöcke.

   

Die Schraubstöcke habe ich teilzerlegt, gereinigt und gefettet. Ein bisschen Flugrost an den Schlüsseln und den Laufstangen habe ich mit Stahlwolle entfernen können. Hier zwei Bilder, die den Zustand erahnen lassen.

       

Danach habe ich Schraubstöcke und Platte wieder montiert.

       

Das ist das vorläufige Ergebnis.

   

Jetzt muss die Bank insgesamt noch etwas höher kommen. Ich plane eine Arbeitshöhe von einem Meter. Meine Ellenbogen liegen noch 20 cm darüber, das sollte für einigermaßen entspanntes Arbeiten ausreichen.

Gruß
Peter
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#2
Hallo Peter!

Saubere Arbeit die Du bisher hier durchgeführt hast.
Hast Du die Arbeitsfläche auch einigermaßen plan hinbekommen oder ist das eher zweitrangig? Als langjähriger Modellflugzeugbauer waren plane Arbeitsfächen immer sehr wichtig für mich.

Welche Oberflächenbehandlung wählst Du aus? Nimmst Du Öl?
lg
Harry

Guter Pfusch ist besser als schlechte Arbeit! Angel
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#3
Hi KleineWerkstatt,
eine tolle Werkbank. Viel Spaß damit.

Grüße
... lieber machen, was ich nicht kann, als lassen, was ich kann.
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#4
(25.03.2020, 18:02)Flyer schrieb: ...

Hast Du die Arbeitsfläche auch einigermaßen plan hinbekommen oder ist das eher zweitrangig?

Welche Oberflächenbehandlung wählst Du aus? Nimmst Du Öl?

Hallo Harry,

ich schwanke noch zwischen Danish Oil und Tung-Öl mit Balsamterpentin. Da der Kellerraum nicht gut belüftet ist, versuche ich das zu nehmen, was weniger lange ausdünstet. Bis jetzt habe ich noch keine Idee, welche der beiden Varianten in dieser Beziehung besser ist.

Die Platte selber ist einigermaßen plan geworden. Ich überlege schon, ob ich nicht irgendwann die Platte komplett neu und dann mit einer dickeren Arbeitsfläche als 4 cm machen soll. Leider sind die mir bekannten Holzfachhändler aus meiner näheren Umgebung nicht in der Lage, Buchenholz-Bohlen zu beschaffen. Ich muss meinen Radius da mal erweitern, wenn Corona gebannt ist.

Herr Abeler,

vielen Dank, werde ich haben. Insbesondere dann, wenn ich stehend an der Bank arbeiten kann und nicht gebückt ... Smile 

Heute habe ich mit der Erhöhung der Bank angefangen. Die Erhöhung für die rechte Seite ist fertig:

   

Die "Stelzen" kommen unter die Füße, die Gabel umfasst den unteren Querbalken, der beide Pfosten verbindet. Gesichert wird das jeweils mit einer 8er Schloss-Schraube durch den Pfosten und durch die Gabel und den Querbalken.

Morgen kommt die linke Seite dran. Das ist doch mehr Arbeit, als ich vermutet habe. Aber es übt, natürlich alles nur mit Handwerkzeug. Wink 

Gruß
Peter
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#5
Bin mal gespannt wo die Anreise hingeht, vor allem das mit der Erhöhung interessiert mich.
Ich habe auch so ein altes Schätzchen ergattert und mir ist noch nicht so recht klar wie ich das Teil höher kriege. Eventuell mache ich mir ein Podest.
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#6
Heute habe die Erhöhung (um 18 cm) provisorisch ausprobiert:

   

Dort, wo jetzt die Zwingen sitzen

   

kommt durch den Querbalken eine 8er Schlossschraube durch. Dann noch zwei Stück durch das Bein von vorne nach hinten, das sollte stabil genug sein.

Mein erster Eindruck von der Endhöhe (100 cm) ist deutlich besser. Es erscheint mir eher ein bisschen zu hoch als zu niedrig. Das ist das, was ich erreichen wollte. Kürzen kann ich immer noch, wenn es wirklich zu hoch ist. Verlängern ist dann schon wieder aufwändiger.

Morgen kommen hoffentlich Tungöl und Danish Oil, dann werde ich zwei Probestücke machen und entscheiden, womit ich die Oberfläche behandle.

Gruß Peter
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#7
Peter,
ich bin 182cm groß und Sitzriese:

Meine Werkhöhe habe ich auf 100cm gebaut
(TKS, Kleine Flächen, Stellhöhe für die PBD40 etc. - alles darauf ausgerichtet.)
In unserer Küche haben wir 96cm für die Arbeitsplatte seit sieben Jahren gut.

ABER:
In der Werkstatt ist es mir nun doch zu hoch - z.B. wenn ich mal ne Maschine draufstelle um sie zu nutzen. Beim Bandschleifer war das in Ordnung - heute mit der Tormek ein paar Messer geschliffen - Gin, aber ist eigentlich zu hoch für mich.

... wenn ich bei mir weiterbaue, dann werde ich das Maß reduzieren - vermutlich auf 90 oder 80 cm.

Soweit meine Erfahrung zur Höhe.

VG und Toi toi toi das deine Öle morgen kommen,
Holger
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#8
Hallo Peter, das ist ein interessanres Projekt und um die Werkbank kann man Dich nur beneiden, schon allein der Zangen wegen. Eines möchte ich aber zu bedenken geben.  Mit 1,95 bin ich noch einen Tacken länger. Ich habe schon an einigen Arbeitsflächen (sowohl Küche als auch Werkstatt) gearbeitet und dabei für mich festgestellt, dass etwa 96 cm (plus/minus 1 cm) die ideale Höhe ist. Bei 90 cm bekomme ich auf die Dauer Rückenschmerzen und bei 1 Meter verspannte Schultern. Daher würde ich bei deiner Größe zu einer Höhe zwischen 90 und 95 cm raten.


Zitat:... wenn ich bei mir weiterbaue, dann werde ich das Maß reduzieren - vermutlich auf 90 oder 80 cm.

Holger, 80 cm dürften für Dich viel zu niedrig sein. Ich würde nicht unter 90 cm gehen. 10 cm zuviel oder zuwenig sind bei diesem Thema eine ziemliche Menge.
Liebe Grüße
Andreas


Man kann es gar nicht vermeiden täglich hinzuzulernen!

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#9
Danke & "ja, aber":

Niedriger kann ich die Bank nicht machen

Erhöhen durch eine Aufsatzbank "geht"

... Und: Ich werde es auf jeden Fall nochmal testen bevor ich genauer baue.
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#10
Holger und Andreas,

ich weiß letztlich auch noch nicht, ob die Höhe so passt. Weil meine Frau 1,65 m groß ist und ich wie gesagt 1,91 m, haben wir uns in der Küche auf eine Arbeitshöhe von 92 cm geeinigt. Für meine Frau ist das teilweise ermüdend (Arme hochhalten und Schulter verkrampfen), ich kriege regelmäßig Rückenschmerzen beim Schnippeln, Spülen usw. (gebückte Arbeitshaltung).

92 cm wären mir damit schon mal zu wenig. Ich habe mir mittlerweile alle vier Serien, die Paul Sellers über den Bau von Werkbänken gemacht hat - inkl. der auf den DVDs zu seinem Buch - angeschaut, und natürlich auch viele seiner Videos. Mir ist dabei aufgefallen, dass die Höhe seiner Werkbank irgendwo zwischen seinem Hosenbund und seinem Bauchnabel liegt. Er schreibt in seinem Blog, dass er zwischen 5'10 und 5'11 groß ist (also um die 1,80 m), und alle seine Workbenches 38" (also knapp über 96 cm) hoch sind. Da ich etwas größer bin, und sich die 1 Meter Marke auch zwischen meinem Hosenbund und meinem Bauchnabel befindet, sind 100 cm der Ausgangspunkt, bei dem ich starten möchte. Ich werde zunächst mal ein paar Monate dabei bleiben, und Erfahrungen sammeln und sehen, wie ich damit zurecht komme.

Natürlich ist mir bewusst, dass es auch Situationen geben kann, in denen eine niedrigere Bank von Vorteil wäre, z.B. ein breites Brett hochkant hobeln. Sollten die 100 cm bei der überwiegende Mehrheit meiner Tätigkeiten an der Bank gut für mich funktionieren und nur in Ausnahmesituationen zu hoch sein, dann baue ich mir vielleicht einen breiten Tritt, den ich für solche Zwecke unter der Bank hervorholen kann.

Ich werde bestimmt hier berichten, in welche Richtung das geht.

Danke für Eure Gedanken und Kommentare dazu!

Viele Grüße
Peter
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