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[Projekt] Couch - Teil 1
#1
Hallo liebe Mitbastler,

ich hatte letzte Woche eine kleine Krise und was macht man(n), wenn man(n) einen freien Kopf braucht? Richtig! Werkeln und sein' Schädel für die aufkommenden Problemchen freimachen und diese adäquat lösen! So auch hier. Ich habe also am Donnerstag mein Projektbüchlein aufgeschlagen - dort halte ich Ideen fest und skizziere, schreibe, recherchiere so lange, bis ich a) ans CAD gehe oder b) anhand der händischen Planung loswerkle) und blind auf ein ausstehendes Projekt getippt.

Es soll nun also ein Sofa werden. Wie praktisch, denn das wäre ohnehin das nächste / übernächste Projekt geworden. Also, ran an die Recherche wo es welches Holz zu welchem Preis gibt und ran an CATIA um eine grobe Planung durchzuführen. Das Ergebnis dieses Schrittes sah dann so aus:

       

Beachtet: Ich plane nur die Hauptbalken und das Grundgerüst, sowie die besonderen Verbindungen an manchen Stellen. Schrauben, Leimflächen oder Winkelstücke habe ich im Kopf und verbaue sie dann vor Ort, sobald es nötig wird. Das finde ich übrigens besonders toll am Schreinern: Man kann noch so gut planen, es kommt an manchen Stellen immer anders als gedacht - und dann heißt es grübeln & das Problem lösen. Das finde ich wahnsinnig kreativ und es begeistert mich immer wieder auf's Neue. Hier lag der Fokus auf der Überblattung, aber dazu später mehr.

Also: Donnerstagabend ab in Baumarkt und mühevoll alle Balken durchwälzen, bis ich eine handvoll einigermaßen gerader Balken gefunden habe. Nach Hause und auf der Kappsäge alle ablängen. Dann wurde es arg spät und ich wollte nicht weiter krach machen, also ab zu Bett.

Am Freitag war ich dann zuhause und habe ab dann praktisch mein gesamtes Wochenende in meiner Werkstatt verbracht. Aber der Fortschritt konnte sich sehen lassen. Samstag habe ich dann schließlich noch Kleinigkeiten verbessert und die Beine zusammengeleimt.  Sonntag, nach einem Tag voll Handarbeit, sah das Ganze schon so aus und stand fest.

       

Die Eckverbindung / Überblattung habe ich an den Fussstücken mit meinem Schiebeschlitten + TKS als Nut gesägt. So weit, so einfach. Die Blattung am Längsbalken jedoch war deutlich schwieriger. Hier habe ich mit meiner Handkreissäge und Tiefeneinstellung einige Schnitte gemacht. Ein paar weitere dann mit dem Fuchsschwanz ausgeschnitten und die Feinarbeit mit einem Stemmeisen. Zu guter letzt die Innenflächen mit meinem Multitool glatt geschliffen und so eingepasst, das sich die Längs - & Querbalken mit leichtem Druck fügen lassen und kein Spiel mehr haben. Was für eine Handarbeit, aber perfekt für einen Sonntag, an dem ich ja keine schweren Maschinen benutzen darf.

Am gestrigen Montag hatte ich dann die Muse, die Stützkonstruktion noch einmal zu überarbeiten, das Ganze schien mir einfach zu instabil und daher unnötig. Links vor der Optimieren, rechts danach. Auch die Nut konnte ich wieder mit TKS & Schiebeschlitten rausarbeiten. Das ganze verleimt und mit einem L-Winkel gesichert.

       

Die Rückenlehne habe ich mit einem M6-Einschraubgewinde und entsprechender Senkung/Bohrung durch die Lehne in den Fuß befestigt. Am vorderen Längsbalken habe ich noch einen Stützfuß angebracht, der ein unbeabsichtigtes Kippen verhindern soll. Das ganze angeleimt und mit einer langen Spax-Schraube gesichert.

       

Als nächstes suche ich mir einige schöne Bretter / Dielen zur Beplankung raus. Die bringe ich dann an. Das wird insofern interessant, als das sie ihre Position wiederholgenau beibehalten sollen, aber demontierbar sein müssen! Vielleicht löse ich es per Einschlagmuttern in den Längsbalken. Ursprünglich waren Fräsungen vorgesehen, aber das lasse ich mal lieber solange ich noch keine wirkliche Erfahrungen mit dem Fräser sammeln konnte.

Während die Beine getrocknet sind, habe ich meinen Schiebeschlitten noch kurz optimiert und besondere Gleitflächen unten aufgeklebt. Jetzt muss ich aufpassen, das er mir nicht aus der Hand gleitet hehe. Die Rückenlehne hat übrigens einen Winkel von 15 Grad. Ohne Schmiege stand ich da erstmal ganz doof da.. Aber man ist ja kreativer Heimwerker: Dann wird eben der Anschlag der TKS zweckentfremdet  Tongue

       

So, das war's für heute erst einmal von mir. Heute habe ich nicht vor daran zu arbeiten, man muss auch mal Pause machen. Ich freue mich auf euer Feedback!

Eine Frage ergibt sich mir aber zuletzt:
Normalerweise mache ich kein Finish, sondern verwende möglichst das gleiche Holz, sodass es wie "Eins" aussieht und fertig. Bei diesem Projekt würde ich aber gerne am Ende noch ölen, weil das ein schönes Finish ist, das die Maserung zur Geltung bringt. 

Meine Frage ist nun: Kann ich etwas falsch machen bei der Holzkombination? 
Denn unterschiedliche Hölzer haben ja unterschiedliche Farbtöne. Mein Ziel ist es, das am Ende alles wie aus einer Holzart aussieht. Allerdings soll unbedingt die Maserung / das Holz sichtbar bleiben, also nicht nur lackieren. Wie würdet ihr da vorgehen, wenn ihr große Farbunterschiede habt? Ein spezielles Öl? Eine neutrale Grundierung? Da habe ich noch viele Fragezeichen..

Ich danke euch für euer Interesse und wünsche allen einen schönen Nachmittag.
Sonnige Grüße aus'm Ländle,

Rob
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#2
Dann hoffe ich mal, dass die krise vorbei ist und sage Glückwunsch zum Projekt.

Zum Thema Ölen:
Teste es doch einfach mal an ein paar Reststücken aus. Ich denk mal, dass Du noch nicht alles in die Tonne gehauen hast?!
... und wer mir was Gutes tun möchte: Amazon Wunschzettel

PS: Die Artikel bitte explizit an die "Wunschzettel Adresse" schicken lassen, ansonsten landen sie bei Dir. Wink
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#3
Ich komme jetzt nicht mit Deiner Frage klar. Die Grundkonstruktion besteht aus dem gleichen Holz? Die Beplankung machst Du mit dem gleichen Holz wie die Grundkonstruktion oder? Kriegt die Couch noch Polster? 
Bis hierher finde ich das schon recht gut gelungen und wünsche Dir noch viel Spaß beim Basteln.
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#4
(16.07.2019, 23:40)Bastelhorst schrieb: Ich komme jetzt nicht mit Deiner Frage klar. Die Grundkonstruktion besteht aus dem gleichen Holz? Die Beplankung machst Du mit dem gleichen Holz wie die Grundkonstruktion oder? Kriegt die Couch noch Polster? 
Bis hierher finde ich das schon recht gut gelungen und wünsche Dir noch viel Spaß beim Basteln.

Ne, genau das ist das Problem: die Beplankung wird vermutlich aus Terassendielen oder etwas ähnlichem bestehen. Aber vermutlich nicht das gleiche Holz wie die Unterkonstruktion. Ich habe nur das Gefühl das es hierbei eine Stolperfalle gibt, die man kennen sollte. Nicht das das Öl später anders einzieht & die sich Färbung dann unterscheidet... 

Wie komme ich darauf? 
Mein Bett wurde aus Fichtenbalken gebaut und mit Sauna-/Schalungsbrettern verkleidet. Die Fichtenbalken haben den bekannten, hellen Holzton. Die Verkleidung aber hat einen leichten rotstich. Wenn ich beide nun einmal in ungefähr gleicher Schichtdicke einöle, dann bekommen die doch wegen der verschiedenen Ausgangsfarbe, am Ende niemals den gleichen Farbton oder täusche ich mich?

Die Sache ist die: Ich mache sehr viel mittels learning by doing und zwar direkt an meinen Hauptprojekten. Daher frage ich hier im Vorfeld bei kritischen Dingen, bevor ich etwas aus Unwissenheit falsch mache und mir beim Finish praktisch die gesamte Konstruktion verhaue.

Bepolstert wird sie im Nachgang. Ich habe mich im Vorfeld bereits über passende Polster und deren Abmaße informiert und meine Konstruktion danach gerichtet.

Danke für eure Antwort. Grüße.

EDIT: Man kann es an dem Bild ganz gut erkennen, auf dem die Eckverbindung dargestellt ist. Der Längsbalken hat einen orangenen Farbton auf der Oberfläche, die Querbalken und Träger sind wieder in typischem Fichtenton. Wie bekomme ich alles auf eine Farbe?
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#5
(17.07.2019, 06:43)HighSton3r schrieb: Die Sache ist die: Ich mache sehr viel mittels learning by doing und zwar direkt an meinen Hauptprojekten. Daher frage ich hier im Vorfeld bei kritischen Dingen, bevor ich etwas aus Unwissenheit falsch mache und mir beim Finish praktisch die gesamte Konstruktion verhaue.
Moin,

mach es wie Andreas gesagt hat, teste es an Reststücken. Dann verhaust Du Dir auch nicht Dein Hauptprojekt.

Gruß Don
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#6
Hi HighSton3r,
für mich sehen die Balken zum Teil so aus, als seien sie unterschiedlich alt. Die rötliche Leiste scheint mit der Zeit nachgedunkelt, aber es könnte dennoch das gleiche Holz sein. Wie sähe die Oberfläche aus, wenn sie 1/10 mm runter hobeln?

Grüße
... lieber machen, was ich nicht kann, als lassen, was ich kann.
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#7
Ganz einfach Robin, unterschiedliche Hölzer wirst Du nicht auf den gleichen Farbton bringen. Kann sogar sein, wenn Deine Grundkonstruktion aus verschieden alten Hölzern der gleichen Art besteht dass es sich jeweils (leicht) anders verfärbt. So ist halt Natur. Mit der Zeit gleicht sich das aber an.
Warum willst Du den gleichen Farbton erzielen? Unterschiedliche Hölzer können doch einen schönen Kontrast bilden.
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#8
(17.07.2019, 07:49)Jens Abeler schrieb: Wie sähe die Oberfläche aus, wenn sie 1/10 mm runter hobeln?

Dann kommt wieder der normale Fichtenton zum Vorschein.
(17.07.2019, 08:06)Bastelhorst schrieb: Warum willst Du den gleichen Farbton erzielen? Unterschiedliche Hölzer können doch einen schönen Kontrast bilden.

Hm, das ist eine gute Frage! 
Ich denke ich wollte einfach die Erfahrung mit "Finishen" sammeln und das in diesem Projekt gleich mit einarbeiten. Aber eine Notwendigkeit besteht eigentlich nicht. Ich denke ich fände es einfach schöner, wenn der Grundton derselbe ist. Am Ende sitze ich eh davor und beklebe es mit Mosaik oder bespraye einzelne Stellen.

Also ja, lange Rede, kurzer Sinn: Eigentlich nicht nötig. Aber früher oder später werde ich es brauchen (Katzenleiter outdoor > Holzschutz) und ich hatte das Gefühl, das jetzt der richtige Zeitpunkt dafür wäre.

Danke euch  Thumbs Up
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#9
Guten Morgen,

da hast du ja mal was größeres am Start. Viel erfolg damit!

Fichte/Tanne eignen sich nicht besonders zum Ölen, es sein denn, man liebt ein schmutziges gelb. Ohne Vorbehandlung mit irgendeiner Beize z. B. würde mir das nicht gefallen.

Du hast mit so schönen Holzverbindungen angefangen, warum bist du dann zu den hässlichen Baumarkt-Stahl-Winkeln gewechselt? Nebenbei - Fichte/Tanne ist wg. seiner geringen Härte (und des hohen Feuchtigkeitsgrades) ohnehin nur begrenzt für stabile Holzverbindungen geeignet. Neben der geringen Verwindungssteifigkeit schrumpft es im Laufe der Zeit doch stark und dann entstehen unangenehme Lücken in den Verbindungen.

LG
----
Wos I net konn, konn Silikon
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#10
(18.07.2019, 09:04)Christian Neumann schrieb: Du hast mit so schönen Holzverbindungen angefangen, warum bist du dann zu den hässlichen Baumarkt-Stahl-Winkeln gewechselt?

Big Grin  genau die gleiche frage wollte ich auch stellen....du hast dir soviel mühe beim planen und bauen gegeben und dann mit winkeln angefangen die garnicht nötig wären.....
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