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[Projekt] Garagenfenster basteln
#1
Hallo zusammen,

Nachdem in meiner Garage hinter der Hobelmaschine die Fenster auf der Wetterseite schon seit längerem verzogen sind und deswegen bei Regen öfter Wasser auf den Fensterbänken steht, waren zwei neue Fenster fällig. Zuerst dachte ich an Kunststofffenster, aber dann habe ich mich entschlossen, noch mal Holzfenster zu bauen.

       

Das waren die alten Fenster. Die habe ich vor 25 Jaheren gebaut.

       

Und hier sind die neuen Garagenfenster. Das Glas habe ich wieder verwendet. Die Sprossen sind dünner geworden. Deswegen ist der Rahmen einen Zentimeter stärker geworden, damit das Glas wieder passt. Bitte nicht so genau hinsehen. Silikonspritzen und Verputzen gehört nicht zu meinen Stärken. Den Drehkippbeschlag habe ich nicht mehr verwendet, weil der nie richtig funktioniert hat, da man ihn nicht einstellen kann. Die Oliven sind die alten Teile. Da diese nur einmal veriegeln, sind noch zwei Vorreiber dran, damit die neuen Fenster nicht wieder krumm werden. Die Bänder sind 16er Anuba-Bänder für Zimmertüren. Diese kann man einstellen. Richtige Fensterbeschläge waren mir zu tricky.

   

Diesmal habe ich kein Vollholz verwendet, sondern die Kanteln mit Ponal Super 3 unter Zusatz von Härter
lammellenverleimt, damit sich diesmal nichts verzieht. Und Härter macht Ponal wasserfest. Es handelt sich um Lärchenbretter (Resteverwertung).

               

So sind die glasteilenden Sprossen gemacht.

           

Die Kanteln habe ich abgerichtet und danach ausgehobelt.

Teil 2 folgt im Anschluß.

MfG

Walter


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Der Weg ist das Ziel
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#2
Hallo zusammen,

Noch was zu ersten Teil. Das letzte Bild zeigt die verleimten Sprossen. Hier kam auch PU-Leim zum Eisatz.

Weiter gehts.

Mein Ziel war es, ganzen Fräsarbeiten mit dem vorhandenen Fräswerkzeugen auszuführen. Extra anschaffen wollte ich nichts. Hat auch funktioniert. Ich habe viel mit Probehölzern gearbeitet, damit das eigentliche Werkstück nicht verfräst ist, wenn's mal nicht auf Anhieb passt. Manchmal habe ich rechtsherum und manchmal linksherum gefräst.
Je nachdem wie am besten ging.

           

Hier wird das untere Rahmenholz profiliert.

           

Hier werden die seitlichen und die oberen Rahmenhölzer profiliert

   

Das wird der Falz für die äußere Fensterbank. Hier fehlt mir leider ein Bild.

       

Als Werkzeug zum Schlitzen diente ein Sägeblatt von meiner DeWalt-Kreissäge mit 25 cm Durchmesser. Da muß man halt ein paarmal öfer über die Fräse schieben, da es nur 3,2 mm dick ist. Der Anschlag ist ganz knapp an das Blatt eingestellt.

       

Mit dem Hilfsanschlag aus Siebdruckplatten kann man bequem mittels Musterhölzern die Schlitztiefe einstellen.

       

Hier werden die Zapfen abgesetzt. Bei meiner DeWalt-Säge kann man den Schiebeschlitten auch rechts montieren. Das war ein großer Vorteil beim Absetzen der Zapfenaußenseite, da hier auf 22,5 ° abegesetzt werden muß.

   

Hier kommt noch der Falz für die innere Fensterbank rein.

   

Das sind die fertigen Rahmenhölzer.

Vom Fälzen und Schlitzen der Flügel habe ich keine Bilder gemacht. Das war auch so ähnlich, wie bei den Rahmen.

Weiter gehts mit Teil 3.

MfG

Walter
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#3
Hallo zusammmen,

Weiter gehts.

   

Hier werden die Rahmen verleimt. Damit sie im Winkel sind, werden die Diagonalen gemessen.

   

Hier kommen noch die Zapfenlöcher für Sprossen rein.

   

Die Flügen werden auf den Rahmen verleimt.

   

Hier ist die Flügeleckverbindung aus der Nähe

               

Nun geht's ans Flügel umfälzen. Da habe ich die erste Seite einsatzgefräst, damit die Ecken nicht abfetzen.
Das geht auch mit Vorschub.

           

Für die Dichtungsnut mussten zwei Handkreisägenblätter mit Distanzringen als Verstellnuter herhalten.

       

Für die Wassernase auf der untern Flügelseite habe ich meinen Abplattfräser mißbraucht, da mein Universalfräser vom Durchmesser her zu klein war. Das  angeklemmte Holz am zweiten Bild hat verhindert, daß es ausfetzt.

   

Das ist der Rohling für die Holzwetterschenkel.

   

Und das werden die Glasleisten. Alles Reste.

       

Alle Leisten habe ich gefügt und dann ausgehobelt

           

Hier werden die Glasleisten gefräst. Der vierte Fräsgang kommt im 4. Teil.

MfG

Walter
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#4
Hallo zusammen,

Weiter geht's.

   

Abgerundet müssen die Glasleisten noch werden.

       

Danach habe ich sie gleich vor dem Streichen grob auf Länge (3 mm länger) geschnitten und gebohrt. Beim Verglsen werden sie eingepasst.

               

Auch die Wetterschenkel erfordern mehrere Fräsgänge.

       

In die waagrechten Sprossen die das unter Flügelholz werden Entwässerungsbohrungen für das Kondenzwasser gemacht.

       

Die Wetterschenkel sind wieder krumm geworden, aber das macht nichts. Das kann man mit Stauchkopfnägeln und Schraubzwingen beheben. Aufgeleimt sind sie mit PU-Leim. Holzwetterschenkel habe ich nur gemacht, weil ich diese nicht kaufen mußte und die Alten nicht gepaßt haben.

       

Hier ein Schnitt durch das untere Profil. Der gelbe Glaserklotz stellt die 4 mm Falzluft dar. 4mm Falzluft sind im Fensterbau üblich. Daneben das Profil für oben und die Seiten. Die Wassernase ist hier nicht nötig. Ich hatte kein anderes Musterholz mehr.

           

Hier werden die Flügel angeschlagen. Unten und oben kommen Klötze rein. Links und rechts nicht. Der Flügel wird auf der Bandseite angerückt, damit man später Platz für die Feineinstellung hat. Für Die 16er Anubabänder habe ich eine Bohrschablone im Fundus.

       

In die "Industriefugen" an den Eckverbindungen kommt überall Fugenfüller rein, damit später, wenn das Holz arbeitet, kein Wasser eindringen kann.

       

Beim Verglasen werden die Scheiben diagonal beginnend auf der Bandseite unten scrägt nach oben stramm ausgeklotzt. Die Scheiben fungieren als Streben. Die Scheibe mmuß dafür sorgen, daß sich der Flügel nicht setzt.

Ich hoffe, es waren genug Bilder für die Liebhaber von Bildern unter uns. Das ganze Projekt bezieht sich genaugenommen auf meine Signatur, denn die Zeit darf man nicht rechnen. Und ich glaube auch nicht, daß irgend jemand bei Scheppach ahnt, was man mit so einer alten HF 33 anstellen kann. Mir ging es bei der ganzen Sache hauptsächlich um die Fräsarbeiten.

MfG

Walter

P.S.: Ich beruflich vorbelastet.
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#5
Walter - bevor du jetzt noch einen Teil nachschiebst:

DANKE für die sehr gute Darstellung einer sehr praktischen Anwendung

Deine Bebilderung macht Laune auch Nachahmung (was ich mangels Fenster-Bedarf allerdings auf absehbare Zeit nicht machen werde) Angel .

Viele Grüße
Holger
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#6
Mein lieber Scholli... ähhh... Walter, das ist wirklich ein großartiges Projekt. Sehr ausführlich beschrieben und toll bebildert. Vielen Dank dafür.

Ach ja, dass Du beruflich vorbelastet bist, musst Du nicht unbedingt erwähnen. Das sieht ein Blinder, dass da einiges an Erfahrung drin steckt.
Liebe Grüße
Andreas


Man kann es gar nicht vermeiden täglich hinzuzulernen!

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#7
Hallo,
da muss ich auch zustimmen.
Super Beschreibung mit vielen Bilder.
Den Betrag muss ich ein einer ruhigen Minute nochmal durchlesen.
Gruß Martin
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#8
Sehr beeindruckend. Danke fürs Zeigen.
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#9
Walter, ich ziehe den Hut, berufliche Vorbelastung hin oder her ... Saubere Arbeit, sehr anschauliche Dokumentation. Danke!

Wolfgang
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#10
Moin Walter,


wohl dem der eine Tischfräse sein eigen nennt. Toller Bericht mit reichlich Anschauungsmaterial. Bekommt man für die HF33 denn überhaupt noch Ersatzteile, Fräsköpfe und Messer? Ich habe ja einen alten Abricht-/Dickenhobel von Scheppach den ich mal aufgearbeitet habe. Da gibt es zum Glück noch Messer und auch Ersatzteile (leider nicht alle). Wäre schon interessant für mich.

Gruß Don
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