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[Projekt] Hocker Nachbau, der Prototyp
#1
Hi zusammen. 

Ich hab mir vor 5 Jahren als ich eingezogen bin, vier Hocker für die Küche gekauft da ich keinen normalen Esstisch, sondern einen etwas höheren wollte, den man auch als Bar missbrauchen kann. 
Sehen so aus: 

   

Stahlgestell mit Sitzfläche aus Eiche, kostet einer ca. 90€. 

Nun brauche ich noch zwei für die Küche und vier für den Balkon, da soll eine richtige Bar hin. Der Plan ist nun, eben diese Hocker nach zu bauen. Die neu gebauten sollen dann in der Küche stehen und die aus Stahl und Eiche auf dem Balkon, denen ist das Wetter wurscht. Außerdem regnet es dort eh nicht hin. 

Da mir heute eh langweilig ist fang ich mal mit einem Prototypen an. 

Versuch 1 war vor ein Paar Monaten eine genaue Kopie, also das Gestell aus Stahl. Zum schweißen bin ich aber auch nach einigem üben noch zu blöd Laught. Also mach ich sie aus Buche. Weil Buche aber auch nicht billig ist und ich auch noch nicht viel selber gebaut habe, wurde heute der Prototyp aus Fichte gefertigt. Das kost fast nix, da kann man sich schon mal verschneiden. 

Also los: 

Latten vom Bauhaus gekauft und auf Maß gesägt, dann habe ich die Aussparungen für den oberen Rahmen und die Fußstützen an der TKS geschnitten

       

Beim Bau ist mir aufgefallen, dass ich den "Prototyp" ja schon gebaut hatte. Eine der Sitzflächen war damals verzogen und ich habe Ersatz geliefert bekommen. Seitdem lag die alte rum und wurde mal mit Restholz zu einem Werkstatthocker verbastelt. Nennen wir das "Die Skizze" Wink

   

Nach dem sägen noch kurz die Passform geprüft, besser als ich dachte. Meine Säge weis aber immer noch nicht was 45 Grad sind. Egal, soll ja nur zeigen ob die Materialstärke passt. Außerdem war mir langweilig bei dem Regenwetter. 
Die aus Buche werden die gleichen Maße haben und wenn der aus Fichte hält dann auch der andere. 

   

Fertig zusammengesteckt und besser als erwartet, ich war stolz Smile.

   

But wait... irgendwas stimmt da nicht... 
Natürlich. Meine Füße sind zu lang für die Stützen! Darum erst testen. Wenn man schon an der falschen Seite sägt, dann mit dem billigen Zeug Laught. Also hab ich ihn ein wenig gekürzt und die Aussparungen an der richtigen Seite angebracht. 

   

Mal zum Vergleich "Skizze", Prototyp und Original. Der neue ist nun 3cm kürzer als die anderen... 

Und zum Schluss noch mit der Sitzfläche. Mir gefällt die Farbkombi, auch wenn er so recht Kopflastig wird. Aber für die Werkstatt tut er es. 

   


Morgen wird geschliffen und mit farbigem Wachs ausgebessert um meinen Pfusch zu kaschieren, Kanten rund gefräst, geölt und dann mal getestet wie lange der hält. Aber ich bin guter Dinge. Nach dem verleimen hab ich mich mal mit meinem kompletten Kampfgewicht drauf gesetzt und er bewegt sich kein Stück. 

Was hab ich gelernt? 

- Ich muss dringend die Werkstatt aufräumen Laught
- Die Rahmenspanner von der Norma sind Kacke. Ernsthaft. Nicht kaufen!
- Ich brauch dringend eine bessere TKS, die sich nicht ständig neue Winkel ausdenkt wenn man sie auf 0 oder 45 stellt. Eingestellt hab ich sie schon oft, jetzt mag ich nicht mehr. 
- Das Material wird nächstes mal zum Schreinerkumpel zum abrichten gebracht, Hobel hab ich nämlich keinen. 
- Rechnet man den Preis für Buche oder Eiche Vierkanthölzer im Bauhaus könnte ich die Hocker schon fast original nach kaufen. Aber dabei lern ich nix. In einem solchen Hocker stecken ca. 5,4m Holz! Hätte ich nicht gedacht. Holzhändler auftreiben. 



Morgen kommen Bilder vom fertigen Hocker. 

Bis dann!
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#2
erster Punkt, Werkstatt aufräumen, ist immer.

Die anderen 4 Punkte würde ich durch WiGschweißen ersetzen, halte ich für am einfachsten für ansehliche Nähte.
Gruß
Michael.

Mir ist klar dass die Stimmen in meinem Kopf nur mein schizophrener imaginärer Freund ist, aber er hat schon immer geile Ideen, meistens, manchmal, glaube ich.
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#3
Da hab ich das gleiche Problem. Wenn ich mir jetzt ein Wig Schweißgerät kaufe (das etwas taugt) um die Hocker zu bauen kann ich mir die Teile auch gleich im Original kaufen Wink. Außerdem interessiert mich Holz mehr als Metall. Der Schweißer würde nur alle Paar Jahre mal benutzt werden.
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#4
Heute hab ich ihn fertig gemacht, leider habe ich keine Fotos da mein Handy sich nicht einschalten lässt. Irgendwas ist immer.

Viel hat sich aber auch nicht verändert. Zuerst habe ich die Sitzfläche fest geschraubt und einen Belastungstest gemacht. Ich wiege nicht wenig und bin mit ihm herumgewackelt, auf den Fußstützen gestanden, beim schleifen ist er mir mal versehentlich von der 1m hohen Werkbank gefallen. Hält alles aus, also mache ich mir keine Sorgen. 
Ich hab ihn geschliffen, die Kanten mit der Fräse bearbeitet, die Rahmenspanner die sich über Nacht gelöst haben in die Tonne geschmissen und das ganze Teil zwei mal schwarz gestrichen. Mal schauen ob die Farbe auf Dauer hält, vor allem auf den Fußstützen. Die finale Version wird aber zum Schluss noch einen guten Klarlack bekommen, der mehr aushält als meine billige schwarze Farbe.
Die Sitzfläche nehm ich mal mit zu meinem Schreiner zum abrichten, die ist schon schwer verzogen. Wurde im Werk scheinbar falsch verleimt hat mir der Hersteller damals gesagt, die anderen Hocker haben da kein Problem.

Geklappt hat alles recht gut, das heißt dass ich mir bald mal Hartholz kaufen und noch ein Paar weitere bauen werde.

Gelernt hab ich auch wieder was:

- Werkstück immer festspannen und sich freuen wenn man Sicherheitsschuhe trägt, falls man es vergisst.
- Schleifen und Kanten fräsen nächstes mal vor dem Zusammenbau, hinterher ist das Fummelei mit Schleifklotz und Stemmeisen.
- Fichte und scharfe Stemmeisen vertragen sich nicht gut wenn man kein Gefühl hat Laught
- Rahmenspanner aus dem Supermarkt sind nur Deko (hab mir jetzt den von Wolfcraft bestellt)
- Die Verbindung der Fußstützen werde ich ändern und den Zapfen etwas kleiner machen. Sieht besser aus.

Nun kann ich die "Skizze" zerlegen und den neuen Hocker in der Werkstatt verwenden wenn die Farbe trocken ist.
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#5
(29.08.2020, 16:30)eldiablo85 schrieb: Was hab ich gelernt? 

- Ich brauch dringend eine bessere TKS, die sich nicht ständig neue Winkel ausdenkt wenn man sie auf 0 oder 45 stellt. Eingestellt hab ich sie schon oft, jetzt mag ich nicht mehr. 

Wenn ich das richtig sehe ist das die Toolson aus dem Bauhaus. Die ist baugleich zu meiner Scheppach HS105. 

Hol Dir ne Bevelbox (ca. 25 - 30€), dann gibts keinen Ärger mehr mit dem Winkel. Ist nen Versuch wert bevor man viel Geld für ne neue Säge raushaut. Die Endanschläge für 0 und 45 Grad sind glaube ich bei allen TKS im Heimwerkerbereich nicht so das gelbe vom Ei und eher als Richtwert zu verstehen...  Rolleyes

Den Parallelanschlag von meiner Scheppach habe ich einmal sauber mit der Messuhr eingestellt, den Sägeblattwinkel verstelle ich mit „angehängter“, magnetischer Bevelbox und das Werksblatt wurde durch eins von Bayerwald ersetzt. Meine Schnitte sind seitdem wiederholgenau und das zu einem top Preis.

@Topic:
Der erste Versuch schaut schon in Rohform schick aus.
Möchtest Du die Hocker tatsächlich von oben bis unten komplett aus Buche bauen?
Soll das Gestell dann auch farbig werden?
Gerade das Zweifarbige der originalen Hocker finde ich schön. Komplett aus Buche natur wäre mir als Möbelstück zu langweilig von der Farbe her.

Grüße 
Lanor
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#6
@Lanor Ja, das ist die Toolson. Auf der Ersten Seite der Anleitung steht schon Scheppach, die sind Baugleich mit der HS105. Vom Bauhaus deswegen, weil man da 5 Jahre Garantie hat.
Ich hab eine Bevel Box. Mit der hab ich die Säge schon mehrere Male eingestellt und die Endanschläge justiert, was immer eine ewige Fummelarbeit ist. Das funktioniert auch ein Paar Wochen lang bis sie sich scheinbar durch die Vibration der Säge wieder verstellen. Der Parallelanschlag ist genau, da schimpfe ich nicht.

Bei den Hockern aus Buche werd ich die Box auch wieder nutzen, nur diesmal war es nicht so wichtig ob das jetzt 44,5 oder 45,5 Grad werden. Steht ja eh nur in der Werkstatt und durch den schwarzen Lack sieht man den Fehler nicht Wink.

Die Version aus Buche wird dann auch schwarz werden, jedoch werde ich die beizen damit man die Maserung noch sieht. Anschließend mit einem guten stabilen Klarlack versiegeln. Die Sitzfläche wird aus Buche Leimholz gemacht so dass sie dem Original ähnelt. Die werde ich wie die gekauften ölen um die Farbe hin zu bekommen.

Komplett einfarbig wäre er mir auch zu langweilig.
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#7
Aaah. Gut.  Smile
Freue mich schon auf Bilder vom Ergebnis.

Auf die Anschläge für 0 und 45 Grad gebe ich nie was. Ich nutze immer die Bevelbox wenn ich das Blatt verstelle. Die Anschläge habe ich auch einmal justiert und das war ebenfalls nicht von Dauer. Daher lieber die Bevelbox.  Wink
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