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[Projekt] Noch eine Werkbank, diesmal aus Altholz
#1
Hoi Freunde,

vorweg zur Info: Ich hab wegen der Arbeit nicht viel Zeit zum bauen und basteln. Am Haus ist auch immer was zu tun. Erwartet also bitte keine täglichen Updates, ich schätze dass ich vielleicht mal alle zwei Wochen zum weitermachen komme. Aber der Thread soll mich auch selber ein wenig anspornen, sonst bleibt wieder alles unvollendet liegen. Also los: 


Hiermit kommt Werkbank die 100ste wenn ich richtig geschätzt habe Smile. Braucht aber auch jeder. In meiner kleinen Werkstatt hab ich bisher nicht viel, um auch mal etwas sauber festzuspannen zu können oder zu stemmen ohne dass sich alles unter dem Werkstück mit bewegt. Ich hab mir mal aus Buche so eine kleine "Aufsetzwerkbank" mit 20er Löchern gebaut, die ich oft nutze. Aber jetzt muss es was großes sein.

Daher soll eine richtige Werkbank her. Selbst gebaut natürlich. 

Man stellt sich ja immer die Luxusausführung mit Vorderzange, Hinterzange, Säge, Absaugung, Fräse, Tv, Wlan, Kaffeemaschine, Zapfanlage und Massagefunktion vor  Big Grin aber ich will eher mal klein anfangen. Erweitern lässt sich dann ja immer noch. Die Idee ist eine Werkbank komplett aus Fichte, 1,5-2m lang, integrierter Säge und Absaugung. 20mm Löcher rein zum Zeug festspannen, auch an der Front. Vorderzange spar ich mit vorerst noch. Befestigt wird das Ganze einfach mit Überblattungen, verleimt und mit Holzdübeln gesichert. Zerlegbar muss die nicht sein. Vielleicht bekommt sie Rollen, das weis ich aber noch nicht genau. 

Genaue Maße hab ich nicht, was an der Holzauswahl liegt. wie bei mir immer frei nach dem Motto "warum was neues kaufen?" sind beim ausräumen des Dachbodens verschiedene Balken zum Vorschein gekommen, die da seit dem Hausbau anno 84 rum liegen müssen. Die meisten sind mit Beton verschmutzt, der natürlich vorher ab soll. Also hab ich letzten Samstag gut eine Stunde an einem der Balken rum geschliffen. 

   

Ein Paar 60er Schleifscheiben hab ich noch, die guten Gitter nehm ich dafür aber nicht. Egal, geht auch so. Als ich gerade dabei bin und mich über den mangelnden Fortschritt ärgere, kommt mein Schreinerkumpel mit dem Motorrad vorbei und lacht mich aus. 

"Mei, bist du bled. Nimm an Hochdruckreiniger mit da Dreckfräs´und dahi gehts. Moch i a immer so."

Das hab ich dann heute getan und der Kränzle vollbringt Wunder Smile. Der Beton ist weg, zum schneiden nehm ich aber trotzdem ein billiges Blatt und nicht die guten Freud. Vor allem, weil auch noch Nägel im Holz sind die ich bestimmt nicht alle erwischt habe. Ich bin zwar mit einem starken Magneten langsam alles abgefahren aber sicher ist sicher. Darum bearbeite ich die Teile auch nicht einfach mit dem Elektrohobel. Der ist zwar auch nicht der beste, die Messer sind aber scharf und sollen es noch eine Weile bleiben. Auch können noch Betonreste in den Poren sein die mich und die Werkbank zwar nicht stören, das teure Sägeblatt aber schon. Gut, dass ich das günstige Original meiner HS105 noch habe.

   

Nach dem trocknen werde ich nächstes Wochenende weiter schleifen und dann mal schauen, wo ich welchen Balken nutzen kann. Der lange vom ersten Bild ist stark verzogen, den werde ich klein schneiden und als Zwischenstreben verwenden. Außerdem liegt hinter dem haus noch ein großer Dachbalken mit 7,5m Länge, den ich schon auf 2,5m Stücke gekürzt habe. Dieser soll aufgetrennt werden und zum Schluss die Platte bilden. 

Mal schauen wie das läuft. Auf jeden Fall werde ich noch ein bisschen mehr Material brauchen, aber es liegt ja noch genug rum Smile

Bis zum nächsten Update!
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#2
Na dann sind wir schon gespannt, wie´s weitergeht mit Deiner Werkbank. Und immer schön viele Fotos einsetzen, damit wir alles nachverfolgen können Wink
Gruß,
Michael

....Meine Spardose....

YouTube: Mixbambullis
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#3
Oh-Ha - & spannend ;-)

Bei dem sägerauen Latten könnte es evtl. sinnvoll sein vor dem Schleifen einmal mit dem Hobel drüber zu rutschen.

Dir viel Erfolg - und gern viele Bilder ;-))

VG
Holger
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#4
Fast vergessen, hier gibts ja noch nen Thread von mir Laught

Letztes Wochenende hab ich ein wenig weiter gebastelt und mir erst mal aus den verzogenen Balken die geradesten Stücke raus geschnitten, um daraus die Seitenteile zu machen. Diese sind einfach nur zwei große "H" die per Überblattung verbunden werden. Diese hab ich mit der Tischkreissäge und selbst gebautem Schiebeschlitten gefertigt. Verleimt mit Soudal P45, weil der aufschäumt und Lücken schließt. Cooles Zeug, hab ich zum ersten mal verwendet.
Leider hatte ich keine 10er Dübelstangen mehr, mit denen wollte ich die Verbindung zusätzlich sichern. Wegen sowas 20km zum Baumarkt fahren war mir zu dumm, also hab ich das Ganze mit langen Schrauben und Muttern gelöst. Davon hab ich genug da. 
Dabei hab ich auch bemerkt, dass der Soudal Leim gar kein reiner Holzleim ist, klebt er doch sehr effektiv Werkzeug aus Metall zusammen...

Fest steht jetzt schon: Schön wird sie nicht die Werkbank, aber sie wird tun was sie soll. Rumstehen und stabil sein Wink

Dann wollte ich mich an die Langen Streben machen und hab mir die am wenigsten verbogenen 2m Stücke heraus gesucht. Diese sollen nicht per Überblattung versenkt werden und von den Seitenteilen abstehen. Der Plan ist, dort dann 20mm Löcher zu bohren damit man auch größere Teile hochkant fest spannen kann. Die Streben sollen später mit der Tischplatte fluchten.

Guter Plan, nur leider spielt das Holz nicht mit. Die Balken sind doch mehr verdreht als ich dachte, was man erst sichtig sieht wenn man sie montieren will oder auf einen flachen Untergrund legt. Die verdrehen sich teilweise um 2cm. Nun überlege ich schon die Ganze Woche, wie ich die Dinger grob abgerichtet bekomme. Mein Schreinerkumpel weigert sich, die Dinger über seien Hobel zu jagen weil niemand garantieren kann, dass in den 40 Jahre alten Teilen keine Nägel mehr sind. Auch werden noch Betonreste in den Poren sein. Das versteh ich, mein Elektrohobel kommt da auch nicht dran weil ich keine neuen Messer kaufen will.

Aber ich hab noch ein Paar alte Fräser rumliegen die noch scharf genug sind. Darum werde ich mir am Wochenende etwas überlegen wie ich das mit der Oberfräse machen kann. MHM hat da mal ein Video gemacht, das ich als Vorlage nutze:





Leichter wäre es natürlich, neue Balken zu kaufen. Dann wäre die Werkbank am Sonntag fertig. Aber ich will ums Verrecken nicht 10 Balken Holz zum verheizen zusammen schneiden weil sie ein wenig verzogen sind. 

Ach ja, Fotos reiche ich nach. Ich hab am Samstag vergessen welche zu machen.
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#5
Heute ging es mal wieder weiter. Ziel des Tages war es, die Vorrichtung aus dem Video zu bauen und einen der Balken Abzurichten. 

Willkommen zu der heutigen Folge von: Wie produziert man möglichst kompliziert enorm viele Späne und versaut sich das Werkstück?

Zuerst die Vorrichtung, die nur aus einem Brett Siebdruck besteht mitsamt Griff aus der Restholzkiste. So an die Fräse basteln dass der Fräser übers Brett raus steht und fertig. Easy. Soll ja funktionieren und nicht schön sein. 

   

Leider war das Brett zu dünn... Bevor ich auf die Idee komme ein zweites dran zu schrauben versuch ich es mal so, wird schon werden. 

   

Klappt tatsächlich. Das Brett begrenzt den Fräser ja nach unten, also kann man oben machen was man will, solange man nicht kippelt. Die Vorrichtung funktioniert überraschend gut. Ist zwar nicht wie gehobelt aber das schleift man nachher halt raus. Irgendwann fiel mir aber auf, dass es immer mehr wird was ich abnehmen muss. So verzogen ist der Balken dann auch wieder nicht, nur ein wenig verdreht. Was ist da los? 

       

Das werden schon 2cm, da bleibt mir nix von dem Holz. Also hab ich den Balken abgeschrieben, wollte aber trotzdem schauen ob ich nicht irgendwie schief dran war. Also das Teil gedreht und von der anderen Seite nochmal das Ganze. 

   

Diesmal hab ich auch ein zweites Brett drunter geschraubt, damit ich auf einmal fräsen kann. Als ich der Mitte näher kam wurde die Abnahme schon wieder mehr. Da fiel mir ein, dass mein Vater einen billigen Elektrohobel hat und der bei mir in der Werkstatt vergammelt. Also hab ich mit dem das gröbste abgenommen um die Fräse nicht zu sehr zu belasten. Die wurde ganz schön heiß. 

Das Treffen der beiden Fräsungen in der Mitte war gut, beides auf gleicher Höhe. als ich aber dann weiter gemacht habe um alles plan zu bekommen dann die Überraschung: 

   

Was soll das jetzt? Da war ich doch schon? Ich hab keine Lust mehr. Wenn ich das Ende der Fräsung an den "Startpunkt" halte hab ich 15mm Versatz im Gegensatz zum Anfang. Der Balken läuft jetzt quasi auf eine Seite spitz zu. Meh. 

       


Ich hab dann etwas ratlos abgebrochen und es auf irgendwas geschoben, das ich wohl übersehen habe. Beim aufräumen dann, als ich gerade vor den Böcken in der Hocke bin um mit dem Staubsauger darunter zu kommen sehe ich, dass die Platte durchhängt auf der Balken und Startbrett fest gespannt waren. Ich hab also quasi Bergauf gefräst  Angry

Na wunderbar. So auf die Details konzentriert, dass man etwas elementares übersieht. Problem gelöst! Ich mag heute trotzdem nicht mehr  Big Grin

Nächstes mal mach ich das auf dem Boden oder der Arbeitsfläche, die ist gerade und hängt nicht. Bis auf meine Dummheit hat das Ganze aber recht gut funktioniert und ist für Leute ohne Abrichte bestimmt eine Möglichkeit wenn es nicht zu genau werden muss. Die kleine Makita Fräse hat auch gut mit gespielt. Die Drehzahl war bei 4 von 6, alles darüber war zu viel bei dem großen Fräser. Sie wurde zwar sehr heiß, aber ausgefallen ist sie nicht. Der Vorteil daran ist, dass man bei der keinen Knopf fest halten muss wie bei anderen Fräsen. Dann wäre das nicht so bequem gegangen. 

Leider kann man sie mit dem Korb nicht absaugen, was schade ist. Diese Methode macht viel Dreck, eine Atemschutzmaske ist da Pflicht. Auch kann man nicht in Schritten fräsen, es sei denn man baut sich eine Auflage für den Start die verstellbar ist. Leider hatte ich nichts mehr zum unterlegen, das auf das Maß des Balkens gepasst hätte. Entweder zu hoch oder zu niedrig. Das was ich gemacht habe war der Kompromiss. Auch braucht man einen großen Fräser, mit einem 20mm Teil braucht man da kaum anfangen. Ich hab den meinen bei Amazon für ca. 20 Euro bestellt und er macht was er soll. Ist auch noch scharf. 


So, das wars für heute. Jetzt einkaufen, kochen, dann ein Bierchen auf Balkonien. 

Schönen Feierabend!


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#6
So, jetzt ist es so weit und ich schreib mal das, was sonst niemand schreibt:

Projekt gescheitert.

Zumindest vorerst Wink.

Die Story dazu: 

Heute hatte ich Lust, mal wieder ein wenig weiter zu machen. Den verpfuschten Abrichtversuch mit der Oberfräse wollte ich dann doch noch retten, aber nicht mehr so kompliziert. Also hab ich den verschandelten Balken umgedreht, mit der langen Wasserwaage drüber gepeilt und mit dem Elektrohobel die zu hohen Stellen abgenommen bis ich relativ zufrieden war. Mittendrin hab ich mich dann gefragt, wieso ich das nicht schon vorher so gemacht habe  Rolleyes das geht eigentlich ganz gut. Ich brauchte ja nur EINE relativ gerade Seite. 

Als ich diese dann hatte, ging es an die TKS und ich hab den Balkenrest dort "abgerichtet". Geht auch, wird halt nicht 100%ig gerade. Der Balken hatte dann immer noch eine Stärke von ca. 4x7,5cm (Schnitthöhe der TKS), was ja wohl als Strebe reichen sollte. Mit dem zweiten bin ich genau so verfahren. Als alles fertig war bin ich zurück zu den Seitenteilen. Da fing dann der Ärger an. 

Ich habe zwar die Seiten so gebaut, dass sie eigentlich gerade und die Füße relativ gleich zueinander sind, nur die Balken selbst sind in sich halt immer noch verdreht. Also wollte ich die Streben ein bisschen einlassen und die Unebenheiten so heraus arbeiten, dass der Tisch zumindest ein richtiges Rechteck bildet wenn man von oben drauf schaut. Ob die Füße gedreht sind ist nicht wichtig, stabil und gerade soll er sein. 

Das Problem an der Geschichte ist, das in meinem Fall kein Winkel der Welt noch was bringt. eine Seite ist immer krumm und schief. Man muss also alle vier Auflagepunkte der Streben zwischen den Seiten nach Augenmaß mit Feile, Raspel und Stemmeisen einzeln bearbeiten. Das ist reinstes Trial and Error und nervt gewaltig. 

Als dann meine Mutter von ihrer Wohnung runter in die Werkstatt kam und gefragt hat ob ich so fluche weil ich mich verletzt habe, war der Punkt erreicht an dem ich abgebrochen habe. Also die Balken ins Lager gestellt und die Seitenteile so zersägt, das noch möglichst viel Holz bleibt. Waren ja schon verleimt. Wenn ich meinen Dickenhobel habe, nach dem ich in einem anderen Thread gefragt hatte wage ich noch einen Versuch. 

Was hab ich gelernt obwohl ich es eigentlich schon wissen müsste? 

-An richtigem abrichten kommt man nicht vorbei, wenn man mit altem Holz arbeitet. 
-Lieber klein anfangen und mehr mitdenken
-Plan machen und nicht drauf los basteln
-Zwei Betondecken dämmen nicht den Schallpegel eines fluchenden Niederbayern, den einer Tischkreissäge aber schon. 


Ich merke gerade, ich hab immer noch keine Fotos von den Seitenteilen gemacht. Geht jetzt auch nicht mehr Wink
Stellt euch einfach zwei große H vor die mit Balken verbunden werden. Ein H steht links, das andere H rechts und bilden die Füße, die 2m langen Streben die langen Seiten. 

Sobald ich abrichten kann fang ich nochmal an. Balken hab ich ja genug rum liegen, zum Glück. 
Und nein, ich kauf keine neuen. Habt ihr die Preise gesehen?  Big Grin

Schönen Abend noch!
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#7
Laß Dich nicht entmutigen.......manchmal ist es besser, mal loszulassen und einfach mal Scheiße zu schreien. Dann erst ein paar Tage später weitermachen und Du wirst sehen, dann klappt es auch wieder.
Gruß,
Michael

....Meine Spardose....

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#8
Solltest du aus/in meine/r Gegend kommen (Niederrhein) können wir mal eine Hobelsession auf der Metabo einlegen und deine Balken bearbeiten.
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#9
Vielen Dank, aber das ist ein bisschen weit von Passau aus Wink
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#10
Jo, das stimmt.
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