Herzlich Willkommen im Forum! - Um alle Vorteile nutzen zu können, melde dich an oder registriere dich kostenlos.


  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
[Projekt] Untersetzer aus Multiplex und Kirschholz mit Muster
#1
Hi,

als ich neulich in meiner Musikbox blätterte, stieß ich auf folgendes Video: https://www.youtube.com/watch?v=oNk1vvflLdE

Da dachte ich...machste halt auch mal. Dachte ich...heraus kam wieder eines der Projekte, die einfach, aber auch einfach zeitraubend sind. Ich habe mich jedenfalls in den letzten Tagen um Kopf und Kragen geleimt. Aber, eins nach dem anderen.

Ausgangspunkt war ein Reststück Multiplex Birke mit 16mm Stärke. Das war mir zu dünn. Also erstmal halbieren und Verleimen (das wird noch zum Running Gag...wartet nur ab...):
   

Sollte irgendwann mal die Apokypse in einer Werkstatt ihren Ursprung finden, werden die Monster wohl so aussehen, wie auf dem Foto. Smile

Laut Videovorlage wurden jetzt 3 Streifen mit 60° Grad geschnitten. Die kann man in verschiedenen Varianten wieder zusammenfügen. Ich habe mich für die Variante entschieden, bei der die Illusion eine dreidimensionalen Box herauskommt. Mit dem üblichen Klebenandtrick habe ich drei Teile verbunden und kam die nächste Verleimung:
   
Im Video hat es dem Youtuber gereicht, alles mit Kleband zu umwickeln. Bei mir traten aber Spalte auf. Daher habe ich mit Zwingen nachgeholfen;:
   
Die Box-Illusion kann man schon jetzt ganz gut erkennen,.

Im nächsten Schritt wollte ich aus der Grundplatte dreieckige Streifen sägen, die ich so mit dem secheckigen Zylinder verbinden wollte, dass wieder eine quadratische Fläche entsteht. Dabei ist mir aber aufgefallen, dass ich die Dreiecke so anleimen müsste, dass die Streifen des Multiplex im Zylinder die gleiche Ausrichtung wie in den Dreiecken hätte. Das hätte es schwer gemacht, die Box zu erkennen. Also musste ein Kontrast her.

Ich habe mich für Kirschholzfurnier entschieden, dass ich auf entsprechende Streifen geschnitten habe:
   

Alle Seiten gleichzeitig zu verleimen, war mir zu fummelig. Daher habe ich mit zwei gegenüberliegenden Seiten angefangen und zwei Restkanthölzer als Druckauflagen verwendet. Der nächste Leimvorgang (und wieder warten):
   


Jetzt kamen die nächsten zwei Furmierstreifen dran. Die habe ich aber mit zwei der Dreiecksstreifen auf einmal verleimt. Damit die mir nicht beim Zwingen abhauen, habe ich links und rechts zwei Konterbretter verwendet. Somit konnte ich von links und rechts Druck zur Mitte aufbauen. Ein weiteres Brett kam als Unterlage zum Einsatz um mit weiteren Zwingen Zylinder unten zu halten (denn durch den Seitendruck wollte der natürlich nach oben abhauen). So sah dann Verleimung Nummer 4 aus:
       
Damit mir nicht alles festpappt habe ich als Trennschicht eine normales Backpapier verwendet. @Regina: das war glaube ich mal Deine Idee.

Das das Backpapier ganz gut und nötig war, sieht man daran, wieviel Leim unten ausgetreten ist:
   

Vier der sechs Seiten hatten also jetzt eine Furnierschicht. Im nächsten Leimvorang kamen die restlichen zwei Seiten dran:
   

Blöderweise war die Grundfläche nicht richtig quadratisch, sondern um 1cm zu kurz und daher rechteckig. Also habe ein Sück dünnes Multiplex per Bandsäge so aufgetrennt, dass das damit entstandene Sandwich dann doch quadratisch wurde:
   

Hat jemand mitgezählt, wie oft ich bisher geleimt habe? Egal..wer zählt schon mit, wenn man Spaß hat. Wink

Nachdem alle Zwingen entfernt waren, stellte ich fest, dass meine Dreicksleisten nicht so richtig dimensioniert waren. Es ist eine Furche entstanden, die man später gesehen hätte. Zur Verdeutlichung habe ich einen Stechbeitel in die Furche gestellt, so dass man sieht, wie tief das ist:
   

Aber auch dafür gibt es eine Lösung: Leim (ich liebe das Zeug) und Sägespäne als Kitt:
           

Nachdem der Leim trocken war (was ratz fatz ging), wurde alles abgeschliffen und die Furche war kein Problem mehr.

Jetzt ging es an einen Vorgang, der stark an Brotschneiden erinnerte. Ich habe den größten Teil des quadratischen Zylinders in Scheiben geschnitten. So sah ein Til der Ausbeute aus:
   

Jetzt ging es auf die Zielgerade. Ein schöner Rand musste noch her. Weil ich schon Kirschholz Furnier verwendet hatte, lag es Nahe beim Kirschholz bleiben. Vor einiger Zeit hatte ich aus Brennholzresten schonmal schäne Leisten hergestellt. Das habe ich dann nochmal gemacht. (Im vorherigen Bild schon vorweg gespoilert...)

Mittlerweile hatte ich mir aber schon Vorrichtungen gebaut, um die Leisten auf Dicke zu hobeln und 45° Gehrungen zu schneiden. Hier das Beispiel für die Gehrungen:
   

Damit ging es wirklich super. Jetzt kam mein Lieblingspart: Die Leistchen wollten verleimt werden:
   

Schonmal ein kleiner Vorgucker auf das Endergebnis:
   

So unbehandelt waren die Dinger schon toll. Aber ich wollte es noch besser. Bei einem der Brettchen hatte ich die Leisten zu kurz geschnitten. Da war ein 1mm Großer Spalt an einer Ecke. Auch da konnte ich mit Leim und Kirschholz-Sägemehl den Spalt wegfuschen. Ich hab eben nochmal gesucht und die Stelle nicht geufnden. Laught Und ein Finish musste noch her. Also habe ich geschliffen und kleine Fasen an die Kanten gehobelt und seidenmatt gestrichen, und zwischengeschlieffen und gestrichen und geschliffen und verlei...nee..damit war ich durch (dachte ich) und nochmal gestrichen. Hier mal eine Nahaufnahme von Seite:
   

Lackierte Kirsche sieht schon toll aus.

Zum Schluss habe ich noch kleine runde (ca 1mm dicke) Gummimoos-Füße drunter geklebt. Hab aber kein Bild gemacht. Damit rutschen die Brettchen auch nicht. Nebenbei, die haben eine ungefähren Gräße von 8x8x1cm

Weil ich von der Herstellung der Leisten noch ganz viele Lange Kirscholzhobelspäne hatte, habe ich ein paar davon zusammengeleimt und sie als Schleife zur Verpackung umfunktioniert:
   

Wer denkt, ich wäre fertig, weit gefehlt. Ich bin mit 4 Stück durch und hab die nur fertig gemacht, damit Ihr was zum Gucken habt. Es liegen noch 6 Stück ohne Randleisten in meiner Werkstatt. Da hab ich noch ne Woche was zu tun. Und leimen und leimen... Wink

So. Und zum krönenden Abschluss ein letzte Foto, der Untersetzer:
   

Herrlich!!!! Sauarbeit, aber es hat sich geloht. Ich würde es bis auf eine Kleinigkeit nochmal so machen. Die Furnierstreifen waren eingentlich eine Notlösung. Im Ergebnis sehen die aber super aus. Beim nächsten mal würde ich aber auch Streifen zwischen die ersten Leisten mit den 60° Fasen einleimen. Damit hätte die Box nicht nur eine Umrandung, sonder auch die restlichen Kannten hätten eine optische Verstärkung.

Viele Grüße
Sascha

Ach und sorry für den langen Post. Ich wusste nicht, wann ich das fertigbekomme und wollte daher alles auf einmal posten. Das das dann soviel wird, wusste ich erst, als es zu spät war.
Stelle Dich Herausforderungen, wenn Du kannst und nicht erst, wenn Du musst!
Ich werde  jetzt WTO...Wood Technology Officer ...
  Zitieren
Gefällt dir dieses Thema?
Teile es doch mit deinen Freunden!
#2
Moin,

ich fasse mich mal kurz Big Grin

Sehr schöne Untersetzter.  Thumbs Up Thumbs Up Thumbs Up Thumbs Up Thumbs Up

Gruß Don
  Zitieren
 
#3
Auch wenn die Leimflasche nun leer ist: Es hat sich auf jeden Fall gelohnt! Die Untersetzer sehen wirklich super aus. Wäre auch schade, wenn nicht. Soviel Arbeit, wie da drin steckt.

Ach ja, die Idee mit dem Backpapier stammt nicht von mir. Ich habe lediglich den Tip, den ich irgendwo gelesen und nach Ausprobe für gut befunden hatte, hier weitergegeben. Aber egal. Hauptsache, es funktioniert.

LG Regina
Die kürzeste Gerade zwischen zwei Verbindungen ist der Punkt!
  Zitieren
 
#4
Sascha: "Hut-ab!"  Thumbs Up Thumbs Up Thumbs Up Thumbs Up Thumbs Up (5 von 5)

... jaja - leider viiiiiiiel Arbeitszeit - um so schöner das Ergebnis!  Laught  

Danke für deine gute Darstellung dazu.

VG, Holger
  Zitieren
 
#5
Die kleinen Dinge sind es oft, die Freude machen. Schön gearbeitet Thumbs Up
Gruß,
Michael

....Meine Spardose....

YouTube: Mixbambullis
Instagram: Mixbambullis
  Zitieren
 
#6
Hallo,
perfekt gemacht,
sehr gut dokumentiert
viel Zeit investiert
aber gelohnt hat das alles.
Ergebnis, ein Hingucker
sehr nachahmenswert.

Gruß
  Zitieren
 
#7
Gefällt mir supergut als Fan von MPX.
Die Handwerker aus dem Reich der roten Sonne machen da auch ganz tolle Sachen.
Für Deinen ausführlichen und gut bebilderten Bericht kriegst Du noch einen   Thumbs Up obendrauf.
  Zitieren
 
#8
Find ich super, eine gute Idee, die Untersetzer machen was her.
Gruß
Henrik
  Zitieren
 
#9
Wow, alle Achtung. Das sieht klasse aus .
Gruß, Mike
  Zitieren
 
#10
Hi,

hab noch was weitergebastelt und dachte mir, dass ich für die Untersetzer irgendein Behältnis brauche. Von Baubeginn bis zum Ende habe ich gefühlt 20 Varianten gedanklich durchprobiert, bis rauskam, was jetzt rausgekomen ist. Das fing harmlos mit einer quadratischen Schale an, ging über eine Box mit Klappdeckel und Scharnieren. Wenn man so drauflos bastelt, ist das eine Berg- und Talfahrt.

Ich habe zwischendurch keine Bilder gemacht. Daher muss eine Beschreibung reichen. Ausgangspunkt war ein Stück Buchenbrennholz. Das habe ich aufgetrennt und auf ca. 3mm Dicke gehobelt. Für Deckel und Boden habe ich mir zwei Paare ausgesucht, die aneinandergelegt einen schönen Spiegeleffekt ergeben. Die wurden dann verleimt. Das Bodenstück sowie die Seitenteile habe ich dann auf Gehrung gehobelt und ebenfalls verleimt.

An der Stelle habe ich einen Fehler gemacht. Da ich die Box ja mehrmals umkonstruiert habe, wollte ich eigentlich einen Klappdeckel machen. Daher habe ich den Deckel passgenau zum Unterteil gehobelt. Für ein Scharnier war der Deckel zu dünn. Daher habe ich die Scharnieridee verworfen und wollte umlaufend Leistchen verleimen, die dann einen Überwurfdeckel ergeben sollten. Da ich den Deckel aber auf Maß gehobelt hattte, wären die umlaufenden Leistchen zu spack. Daher habe ich noch eine Lage Furnier auf die Seitenflächen des Decels geklebt. Dann die Leistchen drumherum (auch auf Geherung gehobel).

Am Schluss habe ich alles noch dreimal mit Klarlack (leicht glänzend) gelackt und fertig. Ein Kistchen für drei Untersetzer.
                       
Stelle Dich Herausforderungen, wenn Du kannst und nicht erst, wenn Du musst!
Ich werde  jetzt WTO...Wood Technology Officer ...
  Zitieren
 


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste