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[Projekt] Waschtisch mit Platte aus Eichenbohle und mit Waldkante
#1
Hallo liebe Bastler,

jetzt will ich Euch auch mal eines meiner Projekte vorstellen. Es ist zugleich mein erstes Massivholz-Projekt und ich bin selber riesig gespannt auf das Ergebnis. Die meisten der Arbeitsschritte habe ich in diesem Projekt zum ersten Mal selber angewendet.

Für unser Badezimmer hatte ich mir in den Kopf gesetzt, einen Waschtisch mit eingelassenen Waschbecken zu bauen. Und die Platte sollte aus einer Eichenbohle bestehen, bei der die Waldkante noch erhalten ist.

Meine erste Skizze dazu sah so aus:
   

Der nächste Schritt war, das Material zu besorgen.
Also bin ich zum Sägewerk in der Nähe gefahren und habe, unerfahren wie ich war, gesagt, ich wolle mir einen Waschtisch bauen und bräuchte "eine Scheibe von einem Baum". Woraufhin mir der Sägewerksbesitzer sagte (neben der Gattersäge stehend, auf dem gerade in etwa das entstand, was ich suchte): "Sowas haben wir hier nicht!"
Nach etwas hin und her erklärte er mir, dass das, was ich brauchte, "Blockware" genannt wird, dass sie nur Nadelholz verarbeiteten und ich für Blockware aus Eiche zu einem Schreiner gehen müsse, der könne sowas dann bestellen.

Etwas ernüchtert bin ich dann wieder gegangen und habe daraufhin bei ebay Kleinanzeigen nach "Eiche Blockware" gesucht.
Und tatsächlich fand ich was entsprechendes, nicht zu weit von meinem Arbeitsplatz entfernt. Über 4 m lang, ca. 6 cm dick und 25 Jahre abgelagert.
Also hin und das Teil holen:
   

Jetzt ging es darum, das sehr unhandliche Teil zuzuschneiden und aufzutrennen, weil ich mir genau das Mittelteil ausgesucht hatte und das Herz an den meisten Stellen gerissen war.
Das habe ich mit meiner Handkreissäge gemacht, die natürlich eine um ca. 5 mm zu geringe Schnitttiefe hat, als dass das auf einmal funktioniert hätte:
   
   

Als ich dann eine gerade Kante an den Teilen hatte, habe ich mich getraut, die Bretter über meine Tischkreissäge zu schieben.
   

Als alle Teile zugeschnitten waren, ging's ans Abrichten und Hobeln. Das durfte ich dankenswerterweise in der Werkstatt eines Bekannten machen.

Also Bretter einladen,
   

abrichten und hobeln.
   

Die Hobelmaschine ist ein richtig geniales und massives Teil. Hätte ich auch gerne, aber dann kann ich mich in meiner Werkstatt nicht mehr bewegen  Idea
Das Brett sieht hier auch so niedlich aus, ist aber ca. 185 cm lang.

Zum Verleimen habe ich dann zwei Reihen Flachdübel eingefräst
   

und die Bretter dann mit "Propellerleim" von Bindan (ein Tipp meines Bekannten) verleimt.
   

Dabei habe ich zuerst 2 Bretter miteinander verleimt und ein paar Tage danach dann das dritte Brett an die beiden schon verleimten Bretter angeleimt. So wurde der gesamte Druck der 4 Schraubzwingen auf eine Fuge konzentriert und nicht auf 2 Fugen verteilt. (Ich hätte mehr Schraubzwingen genommen, wenn ich mehr gehabt hätte ... )

Nachdem die 3 Bretter verleimt waren, habe ich mit dem Fräszirkel die Ausschnitte für die Waschbecken gemacht.
   

Leider beträgt die maximale Frästiefe nur ungefähr die Hälfte der Plattenstärke, weswegen ich den Rest mit meiner nicht wirklich hochwertigen Billig-Stichsäge (habe leider noch keine andere) ausgesägt habe.
   

Die Stichsägenkante habe ich anschließend mit einem Bündigfräser von der anderen Seite her entfernt (andere Seite, weil ich noch keinen Bündigfräser mit oben liegendem Kugellager habe)
   

und dann noch an beiden Seiten eine Rundung angefräst. Nicht weil es notwenig wäre, sondern weil es mir gefällt Shy 
   

Etwas später war dann auch der 2. Ausschnitt fertig.
   
Hier hatte ich dann doch noch eine richtige Stichsäge mit Pendelhub von meinem Schwiegervater gefunden und festgestellt, dass das (mit dem gleichen Sägeblatt wie vorhin) ein unbeschreiblich großer Unterschied ist. So krass hätte ich mir das nie vorgestellt.

Heute früh gab's dann die erste Anprobe im Bad mit einem Becken und der Armatur.
   

Als nächstes geht es jetzt an das saubere Beschneiden der Kanten und dann an die Oberflächenbehandlung.
Ich schwanke hier noch zwischen einem Arbeitsplattenöl oder einem Lack, weil der vermutlich deutlich plegeleichter sein wird.
Was würdet Ihr mir denn hierfür empfehlen?

Ja und dann kommt noch der große Punkt, einen passenden und stabilen Unterschrank zu bauen, um das Ganze dann hängend an der Wand zu befestigen.

Wenn's Euch interessiert, dann werde ich davon gerne wieder berichten.
Und für Anregungen und Vorschläge bin ich natürlich auch dankbar  Smile
Wie gesagt, das ganze Projekt ist für mich von vorne bis hinten Neuland, aber ich hatte mir halt in den Kopf gesetzt, das machen zu wollen.
Und bisher ich bin ganz zufrieden mit dem Zwischenergebnis Shy
Viele blaue Grüße
Jens

-----------------------------------------
Ich bin nicht alt,
ich bin nur schon länger jung als andere :-D
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#2
Ein "massives" Projekt.Top

Grüsse
----
Wos I net konn, konn Silikon
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#3
Frei nach dem Motto:
Respekt, wers selber macht!

Echt super Arbeit und bitte auch posten, wie es mit dem Unterschrank weiter geht.
... und wer mir was Gutes tun möchte: Amazon Wunschzettel

PS: Die Artikel bitte explizit an die "Wunschzettel Adresse" schicken lassen, ansonsten landen sie bei Dir. Wink
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#4
(24.06.2018, 23:04)Blue Jens schrieb: Hallo liebe Bastler,
(...gelöscht - Holger...)
Zum Verleimen habe ich dann zwei Reihen Flachdübel eingefräst

und die Bretter dann mit "Propellerleim" von Bindan (ein Tipp meines Bekannten) verleimt.

Dabei habe ich zuerst 2 Bretter miteinander verleimt und ein paar Tage danach dann das dritte Brett an die beiden schon verleimten Bretter angeleimt. So wurde der gesamte Druck der 4 Schraubzwingen auf eine Fuge konzentriert und nicht auf 2 Fugen verteilt. (Ich hätte mehr Schraubzwingen genommen, wenn ich mehr gehabt hätte ... )
(...gelöscht - Holger...)

Jens, 

ein tolles Projekt mit sehr schönem Ergebnis!

Eine Anmerkung muss ich aber ob deiner Aussagen hier loswerden - wird dann zukünftig evtl. auch Zeit sparen

Für die Druckverteilung spielt nur die Länge und Fläche eine Rolle - hintereinander liegende Fugen stehen dabei immer unter dem gleichen - besser dem selbenDruck

Physiktipp zum Anfassen (auch ohne Messgeräte): 
1. Ganz viele Leisten nehmen
2. In die Zwingen legen
3. einen Finger dazwischen
4. langsam Zwinge schliessen (SELBER schliessen - dann hört man rechtzeitig auf)
5. Danach wiederholen mit nur zwei Leisten und einem Finger zwischen diesen.
Im Ergebnis wird die Zwinge bei gleicher Klemmung auch gleiche Schm... Kräfte aufbringen
Angel Idea

... Allerdings ist bei nur einer Fuge die Konzentration darauf leichter und sie wird eher "schöner" (Verschiebungen etc.)  Smile

Danke für's Teilen.

Viele Grüße 
Holger
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#5
Hi Blue Jens,
ein phantastisches Werk!!
Ich finde so Aktionen einfach klasse. Anfangen und dann mal schauen, was zum fertig werden noch  gemacht werden muss...

Ich habe mal einen einen Waschtisch aus Fichte-Tanne gebaut. Da habe ich 'Osmocolor Hartwachsöl verwendet. Drei mal geölt und dann richtig durchtrocknen lassen. Für das Zeug hatte ich einen Primer besorgt. Damit habe ich die Stellen vorbehandelt, wo ich das Waschbecken mit Silikon einkleben wollte. Die Klebefuge war ca 2 mm breit, damit das Holz ein bischen arbeiten durfte, ohne dass das Silikon reißt. Das hat etwa  15 Jahre gehalten, bis zum vorletzten Umzug.
Das verwendete Öl ist zunächst mal wasserdicht, wenn jedoch ein nasse Lappen oder ein Tropfen Wasser darauf stehen bleibt, zieht Feuchtigkeit durch (insbesondere in Zusammenhang mit Seife oder Reinigungsmittel). Das Nacharbeiten der Oberfläche hätte ich was regelmäßiger machen sollen, so sind letztenlich ein paar Flecken mit konserviert worden.
Lack würde ich für so Arbeiten nicht verwenden. Lack bildet eine Schicht auf dem Holz und lässt sich bei Beschädigung nur schwer ausbessern (Man sieht meist den Ansatz.)

Ich bin gespannt, wie ihr fertiges Bad dann mal aussieht.

Grüße
Es ist schon erstaunlich, was man kann, wenn man's tut.
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#6
Hallo,
ein tolles Projekt und gute Arbeit.
Ich bin auf den Fortschritt gespannt,
wird bestimmt genauso sehenswert.
Viel Freude und Erfolg weiterhin bei
der Arbeit.

Gruß
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#7
(24.06.2018, 23:57)HMBwing schrieb: Jens, 

ein tolles Projekt mit sehr schönem Ergebnis!

Eine Anmerkung muss ich aber ob deiner Aussagen hier loswerden - wird dann zukünftig evtl. auch Zeit sparen

Für die Druckverteilung spielt nur die Länge und Fläche eine Rolle - hintereinander liegende Fugen stehen dabei immer unter dem gleichen - besser dem selbenDruck

Physiktipp zum Anfassen (auch ohne Messgeräte): 
1. Ganz viele Leisten nehmen
2. In die Zwingen legen
3. einen Finger dazwischen
4. langsam Zwinge schliessen (SELBER schliessen - dann hört man rechtzeitig auf)
5. Danach wiederholen mit nur zwei Leisten und einem Finger zwischen diesen.
Im Ergebnis wird die Zwinge bei gleicher Klemmung auch gleiche Schm... Kräfte aufbringen
Angel Idea

... Allerdings ist bei nur einer Fuge die Konzentration darauf leichter und sie wird eher "schöner" (Verschiebungen etc.)  Smile

Danke für's Teilen.

Viele Grüße 
Holger

Hallo Holger,

vielen Dank für die verstänliche Erläuterung.
Ich muss zugeben, meine Beschreibung war unvollständig.
Die Kanten der Bretter waren leider trotz des Abrichtens nicht zu 100 % gerade, so dass beim Aneinanderlegen entweder an den Enden oder in der Mitte Spalte von 1-2 mm entstanden. Das musste ich beim Verleimen entsprechend "geradebiegen". Und da bin ich doch der Meinung, dass es mehr Kraft erfordert, 3 Bretter aneinander anzupassen als das jeweils nur bei zweien zu tun. Wink

Ich bin mir bewusst, dass das so ohnehin nicht wirklich gut ist. Mir wäre lieber gewesen, ich hätte die Kanten nochmal abrichten können, aber das hätte wieder eine ganze Weile gedauert, und ich wollte weiterkommen mit dem Projekt. Deswegen habe ich das mal "riskiert". Man muss ja auch dazu lernen ... Wink
Viele blaue Grüße
Jens

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Ich bin nicht alt,
ich bin nur schon länger jung als andere :-D
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#8
Gefällt mir sehr gut Jens. Eine schöne Variante zu den üblichen Waschtischen. Da macht es doch gleich mehr Spaß sich die Pfoten nach getaner Arbeit zu waschen.
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#9
Moin,

sehr geil. Hätte ich für mein Bad auch gerne gehabt. Konnte aber mangels Platz nicht umgesetzt werden.

Gruß Don
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#10
gut umgesetzt und super schön geworden, meinen Respekt hast du sicher.... Thumbs Up 

bin auf den Unterschrank gespannt... Angel Tongue

Grüße aus dem sonnigen Kraichgau

Thilo
teures Werkzeug ersetzt nicht das Talent Wink
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