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Sandstrahlkabine
#1
Moinsen,
eins meiner nächsten Projekte soll eine Sandstrahlkabine werden. Es gibt mittlerweile fertige aus Chine für unter 100€, aber ich denke, für den Preis kann ich das selbst besser. Ich möchte einiges an meinem Auto selbst reparieren und da ist sowas recht hilfreich.

Ich möchte die Rückwand meiner Garage komplett in eine Werkstatt umwandeln mit Kompressor, Absaugung, der Strahlkabine und eventuell sogar ein Schweißgerät. Natürlich auch mit viel Stauraum für Werkzeug.

Groß muss die Strahlkabine nicht sein. Wenn was nicht passt kann ich es immer noch jemand geben der eine große Anlage hat.

Hat jemand sowas schonmal gebaut und kann mich vor vermeidbaren Fehlern bewahren?

Viele Grüße
Markus
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#2
Hallo Burli, ja ich, im Zuge meiner VW Käfer-Überarbeitungen hatte ich mir zwei davon mal gebaut. Eine war eine umgebaute große Kiste, die ich abdichtete und Handschuhe, Scheibe und Schlauchzuführung etc. einsägte. Die andere war deutlich kleiner für Bauteile um die 30cm und aus OSB gebaut, weil mir die Strahlmittel zu aufwändig waren.

Ich würde es in der Rückschau als Sandstrahler nicht mehr machen, nicht für Autoteile. Die Sandstrahlerei schwächt die Bleche erheblich und trägt unglaublich viel Material ab, Sand ist sehr abrasiv. Wenn man ein Auto durchrestauriert steht man aber vielen unterschiedlichen Materialen gegenüber, harte Stahlteile, weiche/harte Bleche, Edelstahl, Fe-Stahl, Alu-Guss in verschiedenen Legierungen u.v.m.

Streng genommen braucht man, um materialschonend zu arbeiten, wirklich für jeden Zweck eine eigene Kombi von Kabine, Düsen und Strahlmaterial. Insbesondere Korund und verschiedene Körnungen von Glasperlen liefern überraschende Ergebnisse auch an sehr weichem Material wie Armaturenteilen. Die "Reifenwäsche" beim Freundlichen ist auch nur eine Bestrahlung mit Kunststoffgranulat, ich kenne zumindest keinen Reifenhändler hier in der Gegend, bei dem eine "feuchte" Reifen/Felgenwäsche durchgeführt wird.

Heißt: Bau Dir am besten nicht "die" Universallösung als Box, sondern überlege, wofür es Sinn macht, das in der Werkstatt zu haben und was Du nur einmal oder wenige Male brauchst und einem Profi bringst. Der Aufwand, alles vorzuhalten, ist zu groß. Wenn ich sowas nochmal planen würde, wäre es vermutlich eine Anlage in mittlerer Größe mit Glasperlen und einem Satz Kunststoffkugeln. Auch diese Granulate muss man ja lagern, da sind schnell 20 Liter oder mehr beisammen je Strahlmediensatz!

Glasperlen ist sehr schonend für Alu und weiche Bleche, Kunststoffgranulat ist prima für Armaturenbretter oder auch Felgen, wenn man die schnell mal trocken reinigen mag. Daheim tut es aber auch der Felgenteufel in rot/grün.

Wünschen würde ich mir eine Vorrichtung für Trockeneisstrahlung, aber da liegt man sicher vierstellig. Ist aber rückstandsfrei, je nach Einstellungen sehr schonend und die absolute Spitzenklasse!

Was Du in jedem Fall vermeiden sollst, ist quarzhaltiger Sand!!
Vorsicht ist keine Feigheit, und Leichtsinn kein Mut!

Ich hab auch schon Fehler gemacht. Das passiert jedem mal. Wichtig ist, dass man daraus lernt!
...und Zeugen beseitigt ...und umzieht!
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#3
Trockeneis wäre eine coole Sache, aber ich hab mal angefragt was es kosten würde, meinen Unterboden mit Trockeneis strahlen zu lassen. Lassen wir das lieber...

Die verschiedenen Strahlmedien sind mir klar. Ich habe nicht vor, mir 20 verschiedene auf Lager zu legen. Ich habe vor, die Kabine aus Siebdruckplatten zu bauen, glatte Seite nach innen, damit das Strahlgut besser nach unten gleitet. Unten am Trichter eine Vorrichtung, wo das Strahlgut entweder angesaugt wird oder wo man es ablassen kann. Wie genau weiß ich noch nicht.

Was braucht man denn für einen Kompressor? Wie viel Luft und Druck braucht man? Den muss ich mir nämlich noch anschaffen.
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#4
Also das gesamte Trockeneisstrahlen eines VW Käfers hat einen Bekannten etwa 700€ gekostet, allerdings war das 2013 oder 2014. Deine Idee mit den Siebdruckplatten ist prima, ich hatte damals OSB und habe dann später von innen Acrylplatten eingeschraubt zur Glättung. Hätte ich auch gleich Siebdruck nehmen können...

Ich hatte am Anfang eine Becherpistole, die ich jedes Mal wieder auffüllen musste. War die Hölle an Arbeit und jedes Mal sehr staubig alle drei Minuten. Später stieg ich um auf eine Pistole mit Selbstansaugung, war aber ein Billigteil von Chicago Pneumatics und es war schwer, an die verschiedenen Düsendurchmesser zu gelangen. Achte also unbedingt drauf, dass Du Teile nachbestellen kannst, die verschleißen sehr schnell.

Ich arbeitete damals mit Druck zwischen 5 und 6 bar, bei abgenutzer Düse und wenig Geduld auch mal bis 7 bar. Wichtiger ist aber die Liefermenge und da hört es vor allem mit der selbstansaugenden Vorrichtung schnell auf, da braucht man was über effektiven 400 bis 500 Liter Liefermenge als Minimum. Je gröber das Material, desto mehr Luftmenge, das merkte ich vor allem bei den Glasperlen.

Bei mir stand damals ein fetter Oschi von Güde, Modell Kompressor 800/11/270 ST. Den schaffte ich mir beim ersten Käfer mal an, weil ich die Kosten für eine Werkstattlackierung einsparte und das Geld stattdessen in die eigene Hobbywerkstatt investierte. Der kostete damals etwa 1300 Euro und war jeden Cent wert. Ein Freund hatte über mir seine eigene "richtige" Reparaturwerkstatt und arbeitete damit tagsüber problemlos alles ab, das hat man dem Dingen nicht angemerkt. War super, aber beim Auszug in meine heutige Halle war er einfach zu groß und ich habe ihn ihm dann gelassen im Gegenzug zu einem Komplettsatz Domlager und Stoßdämpfer inkl. Einbau für meinen damaligen A6...

Und ja, am Luftvolumen würden heute sehr viele Projekte bei mir scheitern. Mit Zunahme von Akkugeräten braucht man einfach kaum noch Druckluftwerkzeug und der Kompressor steht mehr und mehr in der Ecke. Auch ist der Wandlungsverlust von Strom -> Drucklufterzeugung -> Speicher/Verlust -> Transportverluste Schlauch -> Wirkungsgrad Werkzeug sehr teuer, das merkt man schon deutlich am Geld, wenn man intensiv in der Werkstatt arbeitet. Ich verstehe die Leute nie, die mir erzählen, es ist Hobby und da ist es egal. Wenn ich in Spitzenzeiten in der Werkstatt mehr Strom verbraucht habe als daheim fand ich das finanziell schon relevant, daher auch mein Hang zu Drehstrommotoren und gut gebauten Geräten generell.

Fazit: Du wirst auch einen fetten Kompressor brauchen, im Gegensatz zum Lackieren hilft es hier auch nicht, mit zusätzlichen Kesseln oder Speichern zu arbeiten. Die Lieferleistung muss bei 500 Litern etwa liegen und das ist für ein Hobby schon recht viel. Wäge halt ab, ob sich der Gesamtaufwand am Ende lohnt, ich würde es heute nicht mehr so machen und die Teile lieber einmal wegbringen.

Für die Anwendung auf Flächen eignet sich übrigens auch eine Sandstrahlpistole mit Rückgewinnung, vielleicht ist das noch eine kleine Alternative.
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#5
Hm, die Luftmenge ist natürlich beachtlich. Mit einem kleineren Kompressor müsste man oft pausieren und ich hab ansonsten keinen Bedarf für einen Kompressor. Für so einen Trümmer hätte ich auch nicht den Platz.

Der Preis für den Unterboden mit Trockeneis war übrigens 2500€. Der Typ meinte, allein das Trockeneis würde dafür schon 1500€ kosten. Ob das stimmt weiß ich nicht.
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#6
Platz ist bei Solchen Sachen und Garagenwerkstätten auch immer ein Entscheidungsgrund Smile. Ich hab mir mal eine Kabine zusammengezimmert, um einen alten Elektromotor zu strahlen. Mein Kompressor ist auch recht klein, ich glaub der hat nur 110L Luftdurchsatz. Ist einer dieser günstigen, hochkant gebauten Baumarktkompressoren, gibt es z.B. von Herkules.

Gestrahlt hab ich mit selber gebauter Pistole (aus einer Ausblaspistole und einer PET-Flasche) und Quarzsand. Ich musste schon oft pausieren, so jede Minute. War also ein Geduldsspiel. Zum Schluss war ich dann aber froh, dass ich die Kabine nur schnell aus ein Paar Resten zusammen gebaut hatte, da konnte ich sie ohne schlechtes Gewissen zerlegen.
Nach einigem nachdenken bin ich nämlich darauf gekommen, dass ich wohl nur alle Paar Jahre mal was zum strahlen habe und mir dafür auch keinen neuen, teuren Kompressor anschaffe wenn es meiner für sonst alles auch tut. Außerdem stand die Kiste im Weg.

Wenn ich Platz hätte und das Equipment dafür, dann gerne. Aber so waren andere Dinge wichtiger. Das man sich noch bewegen kann zum Beispiel Wink.
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#7
Ja, das genau meinte ich damit. Gibt ja Gründe, weshalb wir heute auch "nur" noch einen mittleren Aerotec mit 50L Kessel haben, wobei der auch in der Preisklasse von 500€ gelegen hat, also auch schon etwas raus aus der Spielzeugquote. Er lief bis vor wenigen Jahren noch hauptsächlich zum Räderwechsel bei allen Familienautos, inzwischen ist er aber auch abgelöst worden durch den Bosch GDX 200 18V. Ich bringe es aber nicht über mich, ihn komplett abzuschaffen, da bekommt man ja auch nichts mehr für, obwohl in sehr gutem Zustand. Als kleine Ergänzung steht bei mir noch ein kleiner Kolbenkompressor mit 6L Kessel und Schallschutzhaube, also nicht diese ganz neuen Flüsterkompressoren. Der ist für mobilen Einsatz mit Nagelpistole etc.

Ich wollte auch nicht den Spaß verderben, aber Dich vor dem Weg und der Erkenntnis schützen, die wir hinter uns haben. Wenn sonst kein Anwendungsgrund vorhanden ist, dann macht es leider keinen Sinn.

Planst Du später aufwändigere Lackierarbeiten? Dafür wäre noch ein Kompressor + eine gute SATA empfehlenswert!
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Ich hab auch schon Fehler gemacht. Das passiert jedem mal. Wichtig ist, dass man daraus lernt!
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