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V-Carve und Gießharz, Fragen über Fragen
#1
Hallo Freunde,

ich wurde gebeten, für eine Hochzeit etwas in eine Holzbohle zu fräsen.
Dazu habe ich mir eine 70mm Ahornbohle rausgesucht.

   

Ein Motiv war schnell entworfen und mit dem Auftraggeber abgestimmt.

Nun habe ich das Motiv zur Probe in Sperrholz gefräst.






   

Ursprünglich hatte ich vor, das Motiv mit einem gespiegelten Inlay zu versehen,
genau wie bei dem Schneidbrett aus Esche.

   

Das scheitert aber am Farbwunsch.
Ich habe kein Rotherz oder sonstiges rote Holz.

Nun möchte ich das Motiv mit gefärbtem Harz ausgießen.
Damit betrete ich für mich totales Neuland.

Hat von Euch schon jemand mit Gießharz gearbeitet?
Wie ist das Eindringverhalten in das Holz und sackt das Harz dann ab?
Welches Harz ist geeignet?
Ich möchte eine lange Topfzeit.
Welche Farben sind am besten geeignet?
Ist es vorteilhaft, die Holzoberfläche abzukleben und durch das Klebeband zu fräsen?

Fragen über Fragen.
Vielleicht kann mir jemand helfen.

LG Volker
______________________________________________
sägen - messen - fluchen - nochmal machen
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#2
(16.05.2020, 20:31)Obelix schrieb:






Hat von Euch schon jemand mit Gießharz gearbeitet?

Servus
Ich habe schon einiges mit Gießharz gemacht
Meine Erfahrung damit: jede kleinste Undichtheit (Wurmloch oder sowas) ist ein Problem, das Harz rinnt Dir dort aus
Was Du da machen willst, ist an und für sich kein Problem, eben auflegen, ausgießen, trocknen lassen (am besten ein paar Tage), schleifen, polieren, fertig
Farbe gibt's zum beimischen, oder Du malst es vorher aus
Entweder etwas mehr gießen und dann alles planschleifen
Oder etwas weniger (vertieft) gießen, dann hast das Problem mit schleifen nicht (brauchst nur etwaige Überstände wegschleifen)
Es gibt auch diverse Videos zu dem Thema

Gruß Anton
nur tote Fische schwimmen mit dem Strom
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#3
Moin

Arbeit mit Gießharz -> jap, so einiges schon, das letzte war die gefräste Rose

Das letzte große Projekt mit Holz und Harz war dieses hier
   

Ich habe als Harz bisher meistens das Standartharz (2301) von fiberglas-discount genommen
Das hat mir bisher immer gereicht.

Das 1717 von denen ist zum Gießen glaub ich noch bisschen besser geeignet, aber das habe ich bisher noch nicht getestet (die Flasche steht schon viel zu lange ungeöffnet bei mir rum Rolleyes )

Farben gibt es bei dem Shop auch, ich habe mir mal einen Satz auf Amazon gekauft, irgendwelche aus China; was da an Chemie drin ist will ich lieber nicht wissen

Wichtig ist bei Farben eigentlich vor allem das man nicht zu viel rein macht, sonst härtet das Harz nicht mehr vernünftig aus. Absoluter Grenzwert ist meines Wissens nach 5%

Theoretisch gehen auch Lebensmittelfarben oder Tinte, am besten an ner kleinen Probe vorher mal testen

Zum Holz, ja das Harz dringt in das Holz ein, wie stark ist sehr davon abhängig was es für Holz ist. Du kannst zum Beispiel die Form einmal dünn mit Harz auspinseln. Das dürfte normalerweise keine Folgen in Form von Luftblasen haben und wenn das Harz hart ist, gibt das ja ne luftundurchlässige Schicht, so kann keine Luft raus und kein Harz rein.

Beim Aushärten schrumpft das Harz, wie viel hängt sehr stark von der Harzsorte ab und auch von der Menge an Harz.

Also direkt bündig gießen ist glaub ich sehr schwer, ich würde es entweder so machen, dass es bewusst leicht niedriger gegossen ist, bzw eben mit dem Holz gegossen und dann wird es ja relativ gleichmäßig niedriger, wobei man das in sofern immer sieht, da es am Rand immer höher ist und dann niedriger wird


Wenn es wirklich alles eben sein soll, dann ist das sinnvollste aus meiner Sicht das Harz höher zu gießen und dann alles eben zu schleifen.

Beim schleifen ist noch zu beachten, ob nass oder trocken.

Was wirklich besser ist, bin ich mir auch noch immer nicht sicher. Ich habe es bisher bei feinen Körnungen nass geschliffen nach einem der letzten Videos von "Holzkunst Scholz" bin ich mir aber nicht mehr sicher ob das sinnvoll ist. Dort wird erklärt das der feine Staub von dem Epoxy sich in den Poren vom Holz sammelt, klingt logisch habs aber noch nicht weiter getestet.

Bei dem Herz von oben musste ich die Sichtseite nicht schleifen, nur Seiten, daher kann ich dir da nicht weiter helfen
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#4
Alles eben zu schleifen bedeutet, auch das Harz zu schleifen, das ist etwas mühsam
Etwas tiefer zu bleiben beim Gießen ist meiner Meinung nach sinnvoller, sieht auch nicht schlechter aus
Noch ein Tipp: einfach mal probieren, Versuch macht kluch  Tongue
Gießharz kann ich Epodex empfehlen
nur tote Fische schwimmen mit dem Strom
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#5
Hallo Volker!

Ich habe bei meinem Beistelltisch ( Wohnzimmertischlein ) dieses Harz verwendet:
1,75Kg GFK Epoxidharz Epoxydharz Epoxi Laminierharz

das Harz hat folgende Vorteile:
- fast Glasklar
- Verarbeitungszeit 45 - 60 Minuten ( je nach Temperatur während der Verarbeitung )
- durch die längere Topfzeit kaum Erwärmung daher fast kein Schrumpf
- Harz härtet auch in dünnsten Schichten aus! ( ist nicht bei allen Gießharzen der Fall )
- preislich attraktiv und habe bisher immer TOP Harz/Härter erhalten.
- lässt sich mit Farbpasten für Epoxy geeignet sehr gut einfärben.

Die Vorbehandlung des Holzes ist sehr wichtig denn wenn laufend während des Härtevorganges aus dem Holz Luftbläschen aufsteigen können, werden diese mit zunehmender Härtung sichtbar bleiben. Da dieses Harz in dünnsten Schichten aushärtet kann es auch als Grundierung verwendet werden um die Poren der Holzoberfläche zu schliessen. ( Hatte ich beim 1. mal nicht gemacht und hatte dann sichtbare Bläschen ).

Gut ist es auch nie eine zu große Menge anzurühren und wenn nötig in mehreren Schichten zu gießen ( sieht man nach dem Aushärten nicht ) weil dann die Wärmeentwicklung noch geringer ist.
Wenn Du nach dem Guß die Oberfläche abschleifst und die Harzfläche matt wird kannst Du nach dem letzten feinen Schliff die gesamte Oberfläche mit dem gleichen Harz transparent streichen und Du bekommst eine schön glänzende Oberfläche.

Wichtig ist ein genaues Anmischen der beiden Komponenten ( eine Harzwaage ist hier sehr hilfreich ) und vor allem das perfekte Vermischen beider Teile!

NS: mit den Farbpasten sparsam umgehen und unbedingt vorher eine kleine Probe erstellen. Ich such jetzt noch den Händler raus wo ich diese Färbemittel immer bestelle.

Hier 2 mal einen link wo ich kaufe:
https://shop.breddermann-kunstharze.de/F...l-deckend/

https://www.harzspezi.de/farbkonzentrate

Hier noch ein Foto des kleinen Tisches.

Das Mahagonibraun wurde mit einer Farbpaste gefärbt und das Bernstein ist ein Farbkonzentrat. Man hat also bei der endgültigen Oberfläche auch noch einen Spielraum.

   
lg
Harry

Guter Pfusch ist besser als schlechte Arbeit! Angel
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#6
Hallo Freunde,
danke für Eure Hinweise.
Ich habe zwischenzeitlich auch etwas experimentiert um zu sehen, wie das Harz zu händeln ist und wie weit es in das Holz einzieht.

Das Übungsstück ist 12mm Sperrholz, das Zeug ist alles andere als geeignet, aber immerhin, es hatte einen Lerneffekt.
Ich habe von einem Bekannten eine kleine Restmenge Laminierharz bekommen, glasklar und mit einer Topfzeit von 90 Minuten.
Neben dem Eindringverhalten wollte ich auch die Technologien zur Harzeinbringung testen.
Das Harz habe ich übrigens mit Druckertinte eingefärbt.
Bei der teilweisen Feingliedrigkeit meiner Fräsbahnen hat sich eine Injektionsspritze als am besten erwiesen.
Die feinen Linien sind nur mit einer Nadel aus dem eingebrachten Harz gezogen.
Trotzdem ist das ein Gedultsspiel und es verlangt äußerste Ruhe und Präzision.
Ihr seht ja, wie oft ich gekleckert habe.
Wenn das beim Original passiert, kann es in die Tonne.
Auf jeden Fall werde ich die Innenflanken des Motivs mindestens einmal farblos vorstreichen.
Als Harz habe ich eine Variante bestellt, deren Härter speziell für hohe Gußhöhen geeignet ist und eine Topfzeit von 24 Stunden hat.

Schaun wir mal, wie es weiter geht.

               

LG
Volker
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#7
testen ist immer gut und auch wichtig

Druckertinte funktioniert wie man bei dir sieht ganz gut, ich hatte bei mir mal ein Teststück mit normaler Schreibtinte gemacht

manche Farben funktionieren aus irgendeinem Grund nicht, vertragen sich vermutlich chemisch irgendwie nicht, aber du machst es genau richtig; einfach mal testen

Mit ner Spritze hatte ich das bei der Rose in Acryl auch gemacht, wenn auch ohne Nadel; war ja nicht ganz so fein wie bei dir

Ist das was daneben ging von der Spritze getropft weil es noch dran war vom Aufziehen, oder war deine Hand nicht ruhig genug? Bei ersterem ist es vielleicht sinnvoll die Nadel immer kurz abzuwischen, damit von dort kein Harz tropfen kann

Bei wir war das auch so, das nach dem Aufziehen Harz außen an der Spritze war und dann runter getropft ist, bei Acryl ist aber nicht so schlimm, da man es hinterher abziehen kann.

Hast du noch etwas Abschnitt von dem Ahorn? Wenn ja, vielleicht damit nochmal testen;
Am besten zwei Bereiche, einen vorher mal einstreichen und einen "roh" und dann vergleichen wie es aussieht
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#8
Servus Obelix

Ich würde noch mehr testen, sonst erlebst Du Dein blaues (oder rotes) Wunder  Tongue 

Gruß Anton
nur tote Fische schwimmen mit dem Strom
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#9
Morgen Volker!

Ein Harz mit 24 Stunden Topfzeit ( nicht Aushärtezeit )??? Welches Harz soll das sein?

Hohe Schichtstärken wären bei Deinem Projekt wahrscheinlich nicht notwendig.
lg
Harry

Guter Pfusch ist besser als schlechte Arbeit! Angel
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#10
(19.05.2020, 22:25)antonius schrieb: Servus Obelix

Ich würde noch mehr testen, sonst erlebst Du Dein blaues (oder rotes) Wunder  Tongue 

Gruß Anton

Mache ich doch.
Ich warte nur noch auf das Harz.
Probestücke mit Einfach-, Zweifach- und Dreifachversiegelung habe ich schon gemacht.
Die Oberfläche ist zusätzlich gewachst.
Schaun wir mal.

       

Wenn ich mir nicht 100% sicher bin dass es geht, lasse ich das Brett v-carved.
Experimente am Original mache ich nicht.

(20.05.2020, 07:40)Flyer schrieb: Morgen Volker!

Ein Harz mit 24 Stunden Topfzeit ( nicht Aushärtezeit )??? Welches Harz soll das sein?

Hohe Schichtstärken wären bei Deinem Projekt wahrscheinlich nicht notwendig.

Ja, 24 Stunden Topfzeit.
Der Hintergrund ist einfach und auch logisch.
Wenn man größere Gießhöhen haben will, muß man die exotherme Reaktion verlangsamen.
Da die Intensität der Eigenerwärmung von der Gießhöhe (Masse) abhängt, muß ein sehr träger Härter eingesetzt werden.
Ich möchte diese Trägheit nutzen, nicht die Möglichkeit der Gießhöhe.
Die Aushärtezeit solcher Harze liegt bei mehr als 72 Stunden.

Hier ein Beispiel eines solchen Harzes:

   

LG
Volker
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