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[Projekt] Gescheitert! DIY Flachmeißel fürs Drechseln
#1
Hallo,
@eldiablo85 hat es vorgemacht, ich mach mal weiter. Nur aus Scheitern können wir lernen.

Gestern war ich noch voll Euphorie, heute nachmittag habe ich das Projekt für gescheitert erklärt.

Die Geschichte:
Ich weiß, hochwertige (Hand-)werkzeuge haben einen stolzen Preis, den ich eigentlich auch bereit bin zu zahlen----- aber, manchmal packt es mich und ich versuche, solche Dinge in diy herzustellen. So wollte ich die fast 60€ sparen und mir sowas selbst herstellen.
   
Ein befreundeter Hufschmied hat jede Menge abgewirtschaftete Hufraspeln in seiner Schmiede liegen, daraus macht er zur Weihnachtszeit Damaszener Küchenmesser. Dachte ich, das wäre doch was für mich.
Schön Schrubbscheiben besorgt und Messingfittiche für das Heft und dann frisch ans Werk.
   
1 1/2 Akkuladungen später war ich dann so weit    
Geil dachte ich, das Zeug kann was. Heute dann die Ernüchterung
1. Schrubbst du dir echt einen Wolf bis die gefrästen Raspelrillen rausgeschliffen sind,
2. Ist der Stahl zwar hart, temperaturbeständig .... aber auch flexibel wie eine gute Messerklinge und damit als Drechseleisen ungeeignet. Beim Ausdrehen von Schüsseln und Tellern würden sehr schnell nicht beherrschbare Vibrationen aufkommen.
Fazit: gescheitert und "Das nächste Weihnachten kommt bestimmt"

LG
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Wos I net konn, konn Silikon
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#2
Naja, ich hab mich nur dumm angestellt und hab das falsche Werkzeug  Laught2


Stemmeisen, Messer und ähnliches selber zu machen würde mich auch sehr interessieren, ich wollte als ich jung war immer Schmied werden. Leider nahm der einzige richtige Schmied im weiten Umkreis keine Lehrlinge und zur Berufsschule hätte ich sehr weit fahren müssen. 

Aber ich schau mir heute noch gerne Videos davon an wie es gemacht wird und auch Forged in Fire immer Montags auf Kabel 1 Doku  Laught

Es könnte sein (bin aber nicht ganz sicher) dass die Raspel aus gehärtetem Stahl besteht der dadurch natürlich ziemlich schlecht zu bearbeiten ist. Die Härte muss raus und das geht nur mit Hitze, viel Hitze. Das Ding muss glühen, im Netz lese ich was von 800 Grad. Dann langsam abkühlen lassen und du solltest ihn bearbeiten können. Wenn du fertig bist muss er natürlich wieder gehärtet werden, dann kann man die Schneide dran schleifen. 

Dafür reicht halt ein Gasbrenner nicht mehr, da muss eine Schmiede her. Zum härten brauchst du außerdem Öl. 

Ich würde deinen Hufschmied fragen, ob er dir das Stück kurz enthärtet wenn er nächstes mal die Esse laufen hat.

Pask Makes schmiedet sich übrigens solche Sachen auch selber, hier mal ein Video: 



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#3
Hallo zusammen,


Ich drechsle seit 30 Jahren mit zurechtgeschiffenen Metall-Flachfeilen. Sie halten genauso gut, wie z. B. Werkzeugzeuge von Spannsäge oder Kirsche. Nur einmal ist mir bisher eine Feile dabei abgebrochen. Man muß halt mit der Werkzeug auflage möglichst nahe ans Holz. Eigentlich sind Metallfeilen zu dünn, Hufraspeln sind bestimmt besser.

   


Auf dem Bild sind ein paar von den Dinger zu sehen. Das Oberste war in seinem früheren Leben ein HSS-Streifenhoblmesser. Ich bearbeite die Feilen zuerst mit der Flex, dann schleife ich sie auf einem normalen, schnelllaufenden Schleifbock zurecht. Blau werden sollte allerdings nichts. Seit ich eine Tormek habe, erfolgt der Feinschliff damit.


Als ich mit dem Drechseln begonnen habe, kaufte ich mir zei Röhren, einen Abstecher und einen Flachmeissel von Spännsäge. Das war's dann für lange Jahre. Erst in letzter Zeit kaufe ich nach und nach nur noch Drechseleisen von Henry Taylor oder Crown. Das geht aber richtig ins Geld.

MfG

Walter
Der Weg ist das Ziel
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#4
Die Raspel ist bestimmt gehärtet. Würde mich wundern wenn nicht.

Zum Weichglühen wie @eldiablo85 beschrieben hat, erhitzen bis es schön glüht und dann langsam abkühlen lassen.

Temperatur liegt etwa bei 830-850°C. Das geht aber mit nem Gasbrenner oder Lötlampe noch, oder auch gut im Holzkohlefeuer bei externer Luftzufuhr (z.B. Fön).
Wenn Weichgeglüht lässt sich der Stahl deutlich einfacher bearbeiten. Danach muss man ihn halt wieder härten. Wobei es eigentlich reicht nur die vorderen paar Zentimeter zu härten.

Was die Temperatur angeht. Man kann das ungefähr kontrollieren: ab ca. 770°C ist Stahl nicht mehr magnetisch
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#5
Ich werd mit dem Schmied nochmal drüber reden (und berichten).
Der Aufwand wäre mir ja noch egal, wenn das Ergebnis stimmen würde. Die Biegsamkeit ist das Bedenkliche. Ich wollte ein schweres Werkzeug zum Ausddrehen größerer Schüsseln/Schalen, da kann ich Vibrationen oder ein Nachgeben des Meißels nicht gebrauchen.

LG
----
Wos I net konn, konn Silikon
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