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[Projekt] Stationäre Absauganlage mit Verteilung
#1
Wie in meinem Einsteiger-post angekündigt habe ich in den letzten 3 Monaten an einer Absauganlage à la Obelix geplant, gemessen und gezeichnet. Dann alles weggeworfen und neu gemacht Wink

Folgende Parameter waren nach den anfänglichen Überlegungen und Recherchen hier im Forum sowie ausserhalb klar:
  • Stationärer Absaugschrank, welcher sich in meine Werkbank (zwischen Tischkreissäge und Frästisch einfügt). Material 15mm OSB, Deckplatten aus 15mm Multiplex Birke
  • 3fach Verteilung der Absaugung zu Säge, Fräse und variabel per Ausleger (=weiteres Projekt)
  • Verteilung per HT50 Rohre
  • An- und Abschaltautomatik
  • Dämmung per Akkustikschaumstoff
  • Temperaturkontrolle und Abschaltung
Bei der Anschaltautomatik habe ich mich am Ende für eine arduino-basierte Lösung entschieden. Der kann auch die Temperaturkontrolle und Notabschaltung erledigen. Da meine Fräskünste sich noch am entwickeln sind habe ich bei einigen Teilen zum 3D Druck gegriffen (Filteraufnahme, Platinenaufnahmen, Knöpfe etc.)

Rausgekommen ist nun das:

       

Angefangen hat natürlich alles mit dem "Opfer". Einem einfachen 1600W Sauger für 8€ bei ebay Kleinanzeigen gekauft. Trotz des offensichtlichen Alters waren alle Kabel und Verbindungen noch im guten Zustand. Daher entschied ich mich die Steuerung (Drehzahl und Anlaufsteuerung) beizubehalten. Den Zyklon habe ich aus der "Bucht".

               


Die Aufnahme für den Filter (vom Ein***l Industriesauger) habe ich per TinkerCad konstruiert. Nach einigen Iterationen kam ein sehr brauchbares Modell raus. Die Aussparung auf der Unterseite passen zu dem noch verwendbaren Dichtungsring des Saugermotors.

           

Für die geplante Absaug-Verteilung habe ich mir bei Thingiverse einen Absperrschieber rausgesucht. Der passte wunderbar durch die 15mm Platte. Nur der Griff an der "Lippe" war im Original etwas klein. Der verlängerte Griff hält inzwischen, nach einer Verdickungskur, auch.

           

Im Aufbau sitzt, anders als bei Obelix und Let's Bastel, die Turbine unterhalb der Filterkammer. Darunter die Auffangkiste. Ganz oben sitzt der Steuerungsbereich. Von den Schnappverschlüssen (im linken Bild) habe ich mich verabschiedet und bin komplett zu Eindrehmuffen mit Rädelschrauben M6 in wunderbarem gelb gewechselt. Innen wurden die Filter- sowie Auffangkammer mit Streichgummi aus dem Sanitärbereich 2x gestrichen. Die Plexiglasscheibe war wohl etwas zu groß gewählt. Die hat es in den ersten Testläufen extrem in die Kammer gesogen. Nachdem ich eine Verstrebung in die Mitte gesetzt habe passt es aber. An den Seitenwangen kommen jeweils die Anschlüsse für die Tischkreissäge und -Fräse raus. Am hinteren Ende der Deckplatte der Anschluss für den zukünftigen Ausleger.

                       

Die Arduino-Steuerung läuft auf einem Pro Mini dem ich auch noch ein zweizeiliges LCD spendiert habe. Als Temperatursensoren kommen zwei Dallas DS18B20 im verschweißten Kabel zum Einsatz. Links der Hauptschalter. Der weiße Knopf unter dem Display sitzt auf dem vorhandenen Drehzahlregler der Turbine. Rechts der Drehschalter für Auswahl Sauger An (1) und Auto-Betrieb (2) sowie die 3. Steckdose für den gesteuerten Auslegerbetrieb.

Das mittlere Bild kommt noch aus der Einbauphase und sieht etwas wild aus. Links die Arduino-Platine, mittig hochkant das SSR für den Sauger, daneben die Steuerungsplatine des Saugers mit Anlauf und Drehzahlsteuerung. Sitzt später auf dem Platinenträger rechts in grau.

Innen ist alles mit Akkustikschaumstoff ausgeschlagen sowie eine Schallfalle am Ausgang. Wirklich erstaunlich, wie viel das bringt. Nach dem Feedback von Obelix zu seiner Anlage habe ich eine temperaturgesteuerte Warnung und Abschaltung bei 50 Grad Celsius eingerichtet. Bisher bleibt die Temperatur, auch bei längerem Betrieb, bei rund 45 Grad.

           


Inzwischen ist der 3. Anschluss und der Ausleger (Holzwerken Projekt) auch gebaut und wartet nur noch auf den richtigen Saugadapter aus dem 3D Drucker.

           

Vielen Dank an Obelix für die detaillierte Vorlage und die Unterstützung.

Oliver
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#2
Oliver,

ich ziehe meinen Hut (etwas hoher Aufwand für meine Wertung) ABER: Toll !!!
Danke für deinen schönen und ausführlichen Bericht.

VG und viel Freude in der Nutzung!
Holger
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#3
Hallo,
ja sieht richtig gut aus.
Dann kann die Werkstatt mal Staubfrei werden oder beleiben.
Gruß Martin
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#4
Guten Morgen!

Super Baubericht Deiner Absaugung. Ganz besonders gefallen mir die 3D Druckerteile.

Persönlich habe ich Zweifel an der Leistung der Turbine vom verwendeten Sauger Rolleyes
Aber lasse es uns wissen wenn Du mal ordentlich Dreck verursacht hast.
lg
Harry

Guter Pfusch ist besser als schlechte Arbeit! Angel
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#5
Ja, man kann sich in solch ein Objekt richtig verbeißen.
Hoffentlich kommt bei den verbauten Metern/Durchmessern, ich vermute mal DN70, noch genug Leistung an. Ich persönlich bezweifle das aus eigener Erfahrung.
Aber, ich lasse mich gern belehren.
Viel Glück
----
Wos I net konn, konn Silikon
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#6
Hallo Christian, hallo Harry

Ja, war und ist auch meine Sorge - das mit der Leistung. Werde nach genug Erfahrung mal berichten. Die Rohre sind DN50.

Grüß,
Oliver
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#7
Hallo, auch ich habe einen 1600W Sauger verbaut, allerdings mit HT40 Rohren und kann sagen das die Leistung bei weitem ausreicht! Der Sog am längsten Weg ist immer noch sehr gut!
       
LG Hans
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#8
Danke für den ausführlichen und gut bebilderten Bericht  Thumbs Up

Interessant finde ich die Steuerung mit dem Arduino. Vielleicht schreibst du noch was dazu. Auf alle Fälle klasse gemachtes Projekt.




Anmerkung zu dem gebrochenen Schieber: hast das Problem (wie auch immer, vllt. durch Verstärkungen) ja bestimmt schon gelöst.
Bei Cura (wenn du den überhaupt verwendest) kann man in der neueren Version bestimmte Bereiche in der Dichte (fill in) verändern. 
Nur so als kleiner Hinweis, weils gerade passt. 
Gruß Wolfgang
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#9
Hallo Wolfgang,

die Steuerung basiert auf einem Arduino Pro Mini. Dieser übernimmt die folgenden Aufgaben:

Input:
  • vom Knebelschalter für Ein(1) und Auto(2)
  • aus den beiden DS18B20 Temperatursensoren. Einer sitzt im Abluft-Raum des Motors (Ist auf den Bildern oberhalb des Zyklons zu erkennen) der Andere direkt am Motor.
  • vom Wechselstromsensor SCT-0013 
für die letzteren beiden verwende ich die Bibliotheken OneWire und DallasTemperature sowie EmonLib


Output:
  • an das Solid State Relais. Da der Motor einen Anlauf hat habe ich mich für ein 40DA SSR entschieden
  • das Display (braucht 6 Steuerleitungen) - ist ein einfaches 2x16 Zeichen LCD. Das ist aber mehr Spielerei ;-)
  • Ein Piezo-Buzzer für die Überhitzungswarnung
Der Code prüft die Schalterpositionen ab und wenn der Schalter auf Auto steht ob am AC-Sensor die Wechselspannung den Grenzwert überschreitet.
Dann wird der SSR geschaltet und ein Flag gesetzt. Sobald die Wechselspannung abfällt läuft ein 15s Countdown für die Abschaltung des SSR.
Sollte die Motor- oder Innenraumtemperatur auf 50 Grad steigen wird der Saugermotor abgeschaltet und der Buzzer eingeschaltet.

Der Arduino sitzt auf einer Buchsenleiste auf Lochrasterplatine und die Input/Outputs an Leiterplattenklemmen um alles auswechselbar zu halten. Einzig der SCT-0013 braucht eine kleine Schaltung zum Anschluss.

Einizger Wermutstropfen: Die Energiemonitor Bibliothek für den AC-Sensor braucht etwas länger. Da ist der Kleine wohl am Anschlag.


Grüße,
Oliver
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#10
Sehr interessant, danke. Kenne mich damit überhaupt nicht aus, scheint aber das zu sein, was man als Bastler in vielen Lebenslagen gebrauchen kann. 
Muss man das Ganze selbst programmieren oder nur diese Bibliotheken verwenden oder vllt. anpassen?
Will das auf alle Fälle mal im Hinterkopf behalten (wenn der geistige Aufwand für das Thema dafür nicht zu groß wird  Idea  )
Gruß Wolfgang
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