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Rigipsdecke nachträglich abdichten / dämmen
#1
Hallo Leute. 

Ich habe vorletzte Woche das Wohnzimmer renoviert. Die alten Strukturputz-Wände wurden glatt verputzt, die Holzdecke kam herunter und wurde durch eine Rigipsdecke ersetzt und der Laminatboden ist jetzt ein Eiche Parkett. 

Nun habe ich jedoch ein kleines Problem mit der Decke, an das vorher niemand gedacht hat: 

Ich hab eine recht potente HiFi-Anlage im Wohnzimmer stehen und nutze diese auch für Musik und Filme. Da gab es früher nie Probleme, selbst um drei Uhr morgens hat man in die Stockwerke darüber (dort wohnen meine Eltern und mein Bruder) nichts gehört. Nun kam letztens mein Bruder an und sagte, dass das Balkongeländer bei ihm im 3. Stock leicht vibriert, wenn ich die Musik laut habe. Erst dachte ich natürlich "cool" aber stark gewundert hat es mich nicht, da ich wirklich laute Musik an hatte. 

Heute morgen um zwei bin ich von der Arbeit gekommen und hab mir einen Film angemacht. Um drei  schreibt mir mein Bruder, ich solle bitte den Bass herunter drehen, er kann nicht schlafen. Ich selbst habe kaum etwas davon gehört, da ich um die Zeit natürlich eine eher leise Zimmerlautstärke gewählt habe. 

Meine Vermutung: 
Ich habe mit der neuen Rigipsdecke einen wunderbaren Resonanzkörper für das ganze Haus gebaut. Durch die glatte Decke und die Wände hallt es nun auch ein wenig mehr, was ich mit ein paar neuen Möbeln aber in den Griff bekommen habe. 

Die Decke hat ca. 24qm, ist an Abhängern an der Betondecke aufgehängt. Dazwischen sitzen so dünne Schaumstoffteile, die Schall absorbieren sollen. Die Betondecke ist recht schief und ich hab eine Leinwand für den Beamer integriert, darum musste ich die Decke an einer Seite um ca. 11cm und an der anderen um ca. 7cm abhängen damit sie gerade wird. Das wurde mit dem Laser gemacht. Auch die Wandanschlüsse sind mit diesem dicken Band hinterlegt. Die Decke ist einfach beplankt und auf etwas zwischen Q2 und Q3 gespachtelt (war meine erste und spachteln ist noch nicht so meins, aber es sieht gut aus). 

Nun hatte ich die Idee, den Hohlraum nachträglich zu isolieren. Mir ist dazu nur Bauschaum eingefallen, damit müsste man ja die Hohlräume gut ausspritzen können, oder? Ich müsste nur die Leinwand nochmal herausnehmen und Dosen für die Spots einbauen damit ich mir die nicht zuschaume. Zugang habe ich ja über das 3m breite Loch für die Leinwand (das ich noch verblenden muss) und die neun Spots, die man jederzeit herausnehmen kann. 
Die Frage ist aber dann, ob das bei meinem Problem mit dem Bass etwas bringt oder ob ich es damit nur schlimmer mache. Ich hab zum Thema Decken nicht viel gefunden, meist werden nur Wände ausgeschaumt zwecks Wärmeisolierung. Ich bräuchte halt einen Schaum, der nicht drückt damit es mir die Decke nicht verzieht. 

Die Decke herunterreißen werde ich nicht mehr, das hat mich eh eine Woche Arbeit gekostet. Im äußersten Notfall könnte man eine zweite Schicht Rigips aufbringen und dann halt nochmal verspachteln. 

Hat das von euch schon jemand gemacht oder hat Erfahrung mit sowas?
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#2
Moin!

Kein Bauschaum, gucke Dir lieber mal Einblasdämmung aus Zellulose oder diesen weißen Mineralwolleflocken an. Nicht das rieselfähige Kugelzeug aus Styropor und Co.!

Machste nur nicht Mal eben selbst, bzw. musst Du erstmal jemanden finden, der Dir die nötigen Maschinen vermietet.
Sehe ich aber nicht von der Ökonomie her...

Wenn ganze Häuser für ab 4k gehen, kann sone kleine Decke nicht viel kosten.

Als Elektriker empfehle ich Dir dabei dringenst Schutzhauben für die Einbaustrahler. Und sieh' zu, dass da wirklich rundum alles dicht abgeklebt ist, sonst fliegt Dir der Kram überall rum, nur bleibt nicht in dem Hohlraum.

MfG
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#3
Noch eine Nachfrage zu den Abhängern:

Sind das solche oder ähnliche entkoppelte Direktabhänger:

https://www.holzland.de/p/direktabhaenge.../HL638013/

Weil ohne solch einen Silentblock pro Abhänger wirst Du auch mit Ausblasen des Hohlraums mit egal was oder Aufdoppeln der Beplankung den Körperschall nicht los. Und dass sich gerade der Bass so überträgt, spricht sehr für ein Körperschallproblem.
Wenn ich mir das mit dem Schaumstoff was Du beschreibst gerade richtig vorstelle, hebt alleine die Schraubverbindung dessen Wirkung auf.

Ich bin nicht wirklich im Thema drin, habe über die Zeit nur hin und wieder ein paar Videos gesehen, weil das Thema technisch interessant ist. Quintessenz war aber bei allen, dass Entkopplung wirklich richtig gedacht und ausgeführt werden muss, sonst reicht eine einzige Schraube und das ganze System funktioniert nicht mehr.

Auch wichtig ist, dass der Woofer auf richtigen Füßen steht. Spikes z. B. sehe ich da eher kritisch, beim Woofer muss meiner Meinung nach eher was aus einer weicheren Gummimischung her, wie sowas:

https://amzn.to/3FAvyKl
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#4
Das sind ähnliche Abhänger, wie die von dir verlinkten nur dass meine keinen Gummipuffer haben sondern Schaumstoff. Über die Entkopplung hab ich mir auch keine großen Gedanken gemacht, weil ich selbst weis wie schwierig bis unmöglich das sein kann. Wenn der Bass ein wenig durchs Haus läuft beschwert sich normal auch niemand von der Familie, weil man ihn bei Zimmerlautstärke nicht gehört hat. Aber das jetzt ist schon etwas anderes als früher. Lustig ist auch, dass der Bass eher bei meinem Bruder im 3. Stock ankommt, meine Eltern im 2. bekommen davon nicht viel mit.
Außerdem hab ich gar keinen Woofer, sondern nur Stereoboxen. Die haben bisher immer gereicht und sind in Kombination mit einem guten Verstärker in der Lage, genug Bass im Raum zu erzeugen. Ich hatte mal einen Woofer, aber das hat akustisch nicht gepasst fand ich.
Es ist eh immer ein Krampf, die Boxen neu auszurichten wenn was im Zimmer geändert wird, da zumindest meine recht empfindlich sind, was Abstände zu Wänden angeht. Da brauch ich immer einen Kumpel der dafür auch ein Gehör hat damit es am Hörplatz wieder klingt wie es soll.  Besonders aufgedreht ist an der Anlage auch nichts, ich stelle sie meist auf Pure Direct (Line).
Aber deine verlinkten Absorber werde ich mal testen. Momentan stehen die Boxen tatsächlich auf Spikes und das passt mir in Kombination mit dem neuen Eichenparkett eh nicht ganz.

Vom einblasen von Zellulose hab ich schon gelesen, ich dachte aber das macht man nur bei Wänden. Da muss ich mich mal informieren. Mineralwolle kommt mir nicht in die Decke, das juckende Zeug und ich haben über die Jahre eine innige Feindschaft entwickelt. Mich juckt es schon wenn ich nur daran denke Wink. Die Lampen werden dann natürlich gekapselt und die Leinwand auch. Da kommt man ja noch hin.

Zuallererst werde ich aber mal die Blende bauen, die noch unter die Motorleinwand muss. Momentan hab ich in der Decke ein Loch von knapp 3m Länge und 20cm Breite, das quasi genau auf der Linie der Boxen ist. Vielleicht überträgt sich dadurch auch der Bass besser ins Haus. Das Loch muss so groß sein, damit man die Leinwand im Schadensfall herausnehmen kann. Die ist schon ein Paar Jährchen alt und wenn ich sie komplett eingelassen hätte, wäre sie bei meinem Glück kurz darauf kaputt gegangen und ich dürfte die Decke aufreißen.
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#5
So, ich hab mich nun ein wenig informiert und auch mit einem gelernten Trockenbauer geredet, der jedoch schon seit gut 15 Jahren einen anderen Job hat. Außerdem hab ich mir die Situation im 3. Stock mal selbst angehört, wenn meine Anlage läuft.

Man hört nicht nur den Bass, sondern auch die Höhen recht deutlich und das bei gehobener Zimmerlautstärke. Decke ich das noch vorhandene Loch der Leinwand mit einer Folie ab, wird es ein wenig besser. Also sollte die Blende, die dann aus Holz sein wird schon etwas bringen. Da größte Manko ist aber, dass die Rigipsdecke mit Wandanschlüssen mit der Mauer verbunden ist. Zwar nur mit Schlagdübeln die im Ziegel eh nicht soooo fest sitzen (auch wegen des dicken Dichtbandes dahinter), aber das reicht schon. Der Schall überträgt sich deutlich über genau die Mauer, die mein Wohnzimmer mit dem meines Bruders verbindet. Das ist eine der Tragenden Mauern des Hauses und die geht von unten nach oben durch. Die besteht aus 30cm dicken Ziegeln die natürlich viele Hohlräume haben. 

An der gleichen Wand hatte mein Bruder mal einen Punching-Ball hängen an dem er trainiert hat und das war als würde er neben mir stehen und auf das Teil schlagen. 

Erschwerend kommt hinzu, dass ich umlaufend an der Decke eine Alu V-leiste montiert habe (ca. 2x2cm breit), in der ein LED-Strip ist. Diese Leiste ist vollflächig per Montagekleber mit der Decke UND der Wand verklebt. Frei nach dem Motto: Viel hilft viel. Nun übertragen sich alle Schwingungen, denen die Decke ausgesetzt ist durch die Wand nach oben. Selbst ein klopfen hört man. 

Für ein ausblasen mit Zellulosefasern müsste ich die Decke doppelt beplanken meint der Trockenbauer, da sie sich sonst mit der Zeit wölben kann. Ist ja auch Gewicht. Da auch keine Dampfsperre in der Decke ist könnte ich Probleme mit Feuchtigkeit bekommen. 
Er meint, ich soll zumindest mal mit dem Multitool den Montagekleber abschneiden, der die LED-Schiene an der Wand hält sodass sie nur noch an der Decke klebt. Das sollte kein Problem sein da die Schiene nicht schwer ist. Mehr kann ich im Moment nicht tun, da z.B. ein verfüllen mit Bauschaum das Problem nicht beheben würde. Die Decke muss entkoppelt werden. Ich werde noch Schallabsorber testen, die an der Decke befestigt werden wenn ich welche finde, die mir vom Design her zusagen. 

Ich dachte ja nicht, dass die Übertragung des Schalls so stark ist sonst hätte ich gleich eine frei tragende, gedämmte Decke eingebaut. 

Es wird jedenfalls darauf hinauslaufen, dass ich die Decke nochmal machen muss. Das wird dann nächstes Jahr passieren wenn Weihnachtsgeld und Steuerrückerstattung kommen. Das lasse ich dann aber eine Firma machen. 
Währenddessen schenke ich meinem Bruder einen guten Gehörschutz oder halte ihn immer leicht betrunken, dann gefällt ihm auch meine Mucke Laught

Übrigens hab ich die verlinkten Schwingungsdämpfer gekauft und unter den Boxen statt den Spikes angebracht. Zumindest im Raum ist der Ton nun besser, auch wenn es nicht viel gebracht hat was die Übertragung in den 3. Stock angeht.
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#6
Oha, ja dann ist es kein Wunder, dass sich das so gut überträgt.

Aber gut, jetzt weißt Du immerhin, was man nicht machen sollte.

Die Absorber für Wand und Decke bzw. Bass Traps für in die Ecken helfen aber eher nur für die Raumakustik, damit Schall gebrochen und absorbiert wird, ohne ihn zu reflektieren.

Dass die anderen Füße immerhin was im Raum verbessert haben, ist zwar nur ein kleiner Gewinn, aber besser wie gar nichts.

Der Rest wird schon.
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