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Kinder in der Werkstatt
#1
Hi,

meine Tochter ist 10 und bastelt gerne mit mir in der Werkstatt herum. Wie handhabt Ihr das, mit euren Kids und der Maschinenbenutzung?
Hier mal meine Regeln:

1. Ohne mich, geht gar nichts.
2. Manche Maschinen darf sie unter Aufsicht (Armlänge entfernung) und bestimmten Bedingungen alleine benutzen. Beispiel: Stichsäge, wenn das Werkstück eingespannt ist und auf sicherer Arbeitshöhe.
3. Manche Maschinen darf Sie nur benutzen, wenn ich aktiv mit führe. Beispiel: Kappsäge.
4. Manche Maschinen sind Tabu weil das Risiko nicht einschätzbar ist. Diese will Sie aber auch gar nicht bedienen. Beispiel: Schweißgerät.



Wie sieht das bei euch aus, wann führt Ihre eure Kinder in die Werkstatt ein?

Gruß Dave
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#2
Kinder unter 16 würden in meiner Werkstatt überhaupt nicht selbsttätig Elektrogeräte führen, auch nicht, wenn ich dabei bin.
Gruß,
Michael

....Meine Spardose....

YouTube: Mixbambullis
Instagram: Mixbambullis
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#3
Hi davidkoenig09,
es gibt viele Werkzeuge, die ich für ziemlich sicher halte. Wenns nen Kratzer gibt, - iss eher mal egal; - aber wenn ernsthafte Verletzungen möglich sind, dann schon so richtig mit Begleitung oder eben garnicht.
Ich finde Kinder sollten Sicherheit im Umgang mit Werkzeug üben, welches ihnen nicht (wirklich) gefährlich werden kann. So für den Anfang ist Raspel, Feinsäge, Hammer, Schraubendreher, Ahle, Zange, Handbohrmaschine (zum Kurbeln) ganz ok. Nächster Schritt wäre aus meiner Sicht schneidendes Werkzeug. Schnitzmesser, Schweifhobel, Blockhobel. Elektrowerkzeuge finde ich zunächst problematisch. Eine Bohrmaschine reißt schon mal ein ordentliches Loch ins Hemd. Die Dinger haben zum Teil einen ordentlichen Nachlauf. Akkubohrer machen auch Löcher oder sammeln Haare, aber wenn man den Knopf loslässt, stehen die rasch still. Harmlos finde ich Schwing/Excenterschleifer. Lange Zeit tabu wären alle Maschinen, die zur Amputation geeignet wären.


Ich glaube, dass Kinder gern arbeiten 'wie Papa', ohne zu raffen, was daran gefährlich ist, (solange sie ihm nicht bei seinen Suizidversuchen zuschauen müssen).
Ich glaube jedoch, dass die Möglichkeiten mit Handwerkzeugen unterschätzt werden, -auch die Möglichkeiten, damit zu Erfolgserlebnissen zu kommen.

Man kann das nicht wirklich am Alter festmachen. Ich würde keinem 16-jährigem meine Handkreissäge leihen, wenn der noch nie mit Werkzeug gearbeiten hat.
Bei Kindern dauert es bis sie unbekannte Gefahren einschätzen können. Bestimmte Gefahren sollte man nicht antesten (Kreissäge, Fräse, Elektrohobel, Bandsäge...).
Ich denke, man kann schon erkennen, wann Kinder vorsichtig sind und Gefahren einschätzen können.
Wichtig scheint mir zu sein, Gefahrenpotentioan aller Werkzeuge verstehbar zu machen, und dann zu schauen, wie die Kurzen damit umgehen.

Den Einstieg ins Basteln mit Elektrowerkzeugen zu beginnen finde ich sehr gewagt, egal wie geschickt oder Interessiert die Kinder sind.

Grüße
... lieber machen, was ich nicht kann, als lassen, was ich kann.
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#4
mein zwerg ist fast 4, wenn ich dabei bin und aufgeräumt ist, darf er mitbasteln. handsäge mit handschuhen und akkuschrauber sind kein problem....viel mehr will er auch noch garnicht.....
kommt immer auf die reife und das spielpotential an....wenn man merkt das sie die maschinen nicht ernst nehmen muss man eben mal schauen wie man verbleibt, kann ja auch tagesformabhängig sein....
die kleine von meiner frau (8) wird in der neuen werkstatt sicher diverses probieren, an welche maschinen sie sich traut oder darf muss man dann aber im betrieb sehen.....

die kinder müssen einen gewissen respekt haben, aber dürfen keine angst haben, sonst werden sie meist unkonzentriert....

ich selbst hab mit 3 schon mit der laubsäge gearbeitet, ab 4...5 hab ich mich zum leidwesen meiner eltern auch an elektrik getraut und kurz später auch kleinere reparaturen durchgeführt. mit 6-8 gings dann richtung akkuschrauber, stichsäge, schweissgerät (alleine....) baumhaus bauen und kleinere basteleien außerhalb. also so pauschal kann man das nicht sagen....und schon garnicht vom alter abhängig machen.....
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#5
(27.06.2019, 10:07)davidkoenig09 schrieb: Hi,

meine Tochter ist 10 und bastelt gerne mit mir in der Werkstatt herum. Wie handhabt Ihr das, mit euren Kids und der Maschinenbenutzung?
Hier mal meine Regeln:

1. Ohne mich, geht gar nichts.
2. Manche Maschinen darf sie unter Aufsicht (Armlänge entfernung) und bestimmten Bedingungen alleine benutzen. Beispiel: Stichsäge, wenn das Werkstück eingespannt ist und auf sicherer Arbeitshöhe.
3. Manche Maschinen darf Sie nur benutzen, wenn ich aktiv mit führe. Beispiel: Kappsäge.
4. Manche Maschinen sind Tabu weil das Risiko nicht einschätzbar ist. Diese will Sie aber auch gar nicht bedienen. Beispiel: Schweißgerät.



Wie sieht das bei euch aus, wann führt Ihre eure Kinder in die Werkstatt ein?

Gruß Dave

Hallo Dave, 

im anderen Thread bin ich deine Kurzaussage etwas pauschal angegangen - mit der nun detaillierteren Darstellung sehe ich es doch "entspannter" bzw.ähnlich wie von dir dargestellt.

Gefährlich sind aus meiner Sicht nicht die offensichtlichen Dinge (Hand direkt in die Kappsäge etc.) sondern die, die entweder Erfahrung benötigen oder schlicht "im Hintergrund lauern" - bspw. "Haare in die Bohrmaschine weil man ja nicht auf seine Haare schaut" oder "Messer schneidet in Kunststoff freihändig wenig berechenbar  dann auch mal schnell in die Finger" etc. etc. 

Gut finde ich aber betreute Kontakte mit den Themen, weil auch dadurch entsprechende Sensibilisierungen ermöglicht werden. 

Werkzeuge mit denen schwerere Verletzungen möglich sind halte ich erst ab ca 14-Jährige für "gut" - aber das ist pauschal und die beteiligten Personen sowie die Umstände spielen sicher eine sehr wichtige Rolle...

VG
Holger
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#6
(27.06.2019, 11:06)Jens Abeler schrieb: Hi davidkoenig09,
es gibt viele Werkzeuge, die ich für ziemlich sicher halte. Wenns nen Kratzer gibt, - iss eher mal egal; - aber wenn ernsthafte Verletzungen möglich sind, dann schon so richtig mit Begleitung oder eben garnicht.
Ich finde Kinder sollten Sicherheit im Umgang mit Werkzeug üben, welches ihnen nicht (wirklich) gefährlich werden kann. So für den Anfang ist Raspel, Feinsäge, Hammer, Schraubendreher, Ahle, Zange, Handbohrmaschine (zum Kurbeln) ganz ok. Nächster Schritt wäre aus meiner Sicht schneidendes Werkzeug. Schnitzmesser, Schweifhobel, Blockhobel. Elektrowerkzeuge finde ich zunächst problematisch. Eine Bohrmaschine reißt schon mal ein ordentliches Loch ins Hemd. Die Dinger haben zum Teil einen ordentlichen Nachlauf. Akkubohrer machen auch Löcher oder sammeln Haare, aber wenn man den Knopf loslässt, stehen die rasch still. Harmlos finde ich Schwing/Excenterschleifer. Lange Zeit tabu wären alle Maschinen, die zur Amputation geeignet wären.


Ich glaube, dass Kinder gern arbeiten 'wie Papa', ohne zu raffen, was daran gefährlich ist, (solange sie ihm nicht bei seinen Suizidversuchen zuschauen müssen).
Ich glaube jedoch, dass die Möglichkeiten mit Handwerkzeugen unterschätzt werden, -auch die Möglichkeiten, damit zu Erfolgserlebnissen zu kommen.

Man kann das nicht wirklich am Alter festmachen. Ich würde keinem 16-jährigem meine Handkreissäge leihen, wenn der noch nie mit Werkzeug gearbeiten hat.
Bei Kindern dauert es bis sie unbekannte Gefahren einschätzen können. Bestimmte Gefahren sollte man nicht antesten (Kreissäge, Fräse, Elektrohobel, Bandsäge...).
Ich denke, man kann schon erkennen, wann Kinder vorsichtig sind und Gefahren einschätzen können.
Wichtig scheint mir zu sein, Gefahrenpotentioan aller Werkzeuge verstehbar zu machen, und dann zu schauen, wie die Kurzen damit umgehen.

Den Einstieg ins Basteln mit Elektrowerkzeugen zu beginnen finde ich sehr gewagt, egal wie geschickt oder Interessiert die Kinder sind.

Grüße

sehe ich genau so, Herr Abeler...

es macht einen Unterschied, ob das Kind mit "Basteln" aufwächst, oder erst mit 13 oder 14 Jahren anfängt...
wenn ich überlege, daß ich mit 14 meine Lehre als Autoschlosser angefangen habe, ohne vorheriges Basteln zuhause wäre das den Bach runtergegangen
teures Werkzeug ersetzt nicht das Talent Wink
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#7
Sehr, danke euch für das Feedback. Ich habe schon zwei Sachen mitgenommen/ bzw. sind mir aufgefallen:

Ich habe vergessen die Sicherheitsmaßnahmen zu erwähnen. Vor allem weil sie für mich selbstverständlich sind, aber eben vergessen und deswegen hole ich es nach. Klar sollen die Kids (und auch man selbst) Schutzbrille und Gehörschutz tragen und bei Bedarf weitere Schutzmaßnahmen (Atemschutz, Schürze) ergriffen werden. Auch klar sollte sein, dass grade bei den Mädels die Haare zusammengebunden werden.

Was auch bisher rauskam ist, dass das Alter nicht primär entscheidend ist. Dem muss ich auch zustimmen. Ich glaube dass ich meinen beiden Mädels zutrauen darf im Erwachsenenalter eine Kreissäge alleien zu bedienen, weil sie damit aufgewachsen sind. Das gilt natürlich nicht für Kinder die keine Vorerfahrung haben.

Freue mich auf weitere Diskussionen.
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#8
Ich hänge mich auch mal mit rein, obwohl ich keine Kinder habe.

Jetzt greife ich einfach mal auf die Zeit zurück, als ich Stift war.
Es ist ja kein Geheimnis, dass ich ein Ossikind bin und da gabs schon ab Klasse 1 (bis zur Klasse 6) Werkunterricht. Vom Alter her liegen wir da also zwischen 6 und 12 Jahren. In der Zeit haben wir schon fleißig (natürlich unter Aufsicht) mit Hammer, Zange und Säge gearbeitet. Ab und zu auch mit so ner Art Cutter bei Bastelarbeiten und später durften wir und auch mal an der Ständerbohrmaschine versuchen.
Passiert ist dabei nie etwas, was das für Gründe hatte, mag nun jeder für sich entscheiden. Aus meiner Sicht war das so ne Mischung aus Achtung vorm Lehrer (es wurde wirklich nur gemacht, was er gesagt hat), guter Einweisung in die Geräte, Achtung vor den Maschinen und ein gewisser Grad an Intelligenz.
[Kleine Anmerkung: wenn ich die Jugendlichen heutzutage so sehe, würde ich denen noch nicht mal nen Schraubendreher in die Hand geben.]
Weiter gings dann ab der 7. Klasse mit Produktiver Arbeit (PA) und da standen wir wirklich in ner Werkhalle, in der auch die normalen Azubis ihre Lehre gemacht haben.
Hier gings dann richtig zur Sache u.a. mit Ständerbohrmaschine (groß und kräftig), Löten, Schweißen usw. Ach da kann ich mich nicht an irgendeinen Zwischenfall erinnern.

Unterm Strich machts also irgendwie die Mischung aus dem, was man den Kids zutraut und vor allem wie man sie mit der Materie bekannt macht. Ne gute Einweisung ist ja wie so oft das A und O.

PS
Mir fällt gerade noch ein, dass ich schon mit ca. 8 Jahren alleine im Garten den Rasen gemäht habe. Der Rasenmäher war selber zusammengebastelt und lief mit Starkstrom.
Wenn das Eltern heutzutage machen würden, würden sie entweder in die Klapse oder den Bau wandern.
... und wer mir was Gutes tun möchte: Amazon Wunschzettel

PS: Die Artikel bitte explizit an die "Wunschzettel Adresse" schicken lassen, ansonsten landen sie bei Dir. Wink
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#9
Eine interessante Diskussion. Insbesondere weil ich mir Gedanken mache, wann der richtige Zeitpunkt für einen Versuch ist, meinem Enkel das Holzwerken und Basteln nahe zu bringen. Der Kleine ist jetzt etwas über drei Jahre alt, und ich erinnere mich, dass mein Vater als ich etwa 4 Jahre alt war schon eine Werkzeugtruhe mit Laubsäge, Feinsäge, Hammer, Handbohrmaschine, C-Clamp, Feile oder Raspel und ein paar Werkzeugen mehr gebaut hat.

Damit habe ich damals sägen, bohren und basteln gelernt. Erst wurde es mir gezeigt, dann durfte ich unter Beobachtung probieren, und irgendwann auch gefühlt unbeobachtet basteln, während mein Vater in der Werkstatt war und an anderen Dingen arbeitete. Elektrogeräte waren damals für mich total uninteressant, das kam erst mit 7, 8 oder 9 Jahren, das erinnere ich nicht mehr so genau. Ich habe bis dahin alles mit Handwerkzeugen gemacht, und fand die Elektrogeräte auch eher angsteinflößend und deswegen uninteressant. Aber das ist glaube ich auch genau der Punkt, jedes Kind ist anders und es ist nur möglich herauszufinden, was das betreffende Kind kann und wo es sich vielleicht unter- oder überschätzt, wenn man gemeinsam mit ihm bastelt, ohne ihm den Raum für Kreativität oder zum Ausprobieren und Üben zu nehmen.

Fest steht, ich werde den Kleinen zunächst nicht unbeobachtet alleine in die Werkstatt lassen. Das hat weniger damit zu tun, dass ich ängstlich wäre, als dass ich gerne die Fortschritte sehen und besser einschätzen können möchte, was er kann und was ihn über-/unterfordert. Ein bisschen schwingt auch mit, dass wenn etwas nicht klappt, ich da bin und die Situation mit Rat und Tat ins Positive retten kann, damit er nicht das Interesse durch maximale Frustration verliert. Soll ja schließlich ein Opa-Enkel-Ding werden, wenn der Vater schon zwei linke Daumen hat ... Laught 

Ich freue mich jedenfalls schon drauf, mit ihn Laubsägearbeiten zu machen, ihn mit der Feinsäge ein Stück Holz "vernichten" zu sehen und mit der Handbohrmaschine Löcher bohren zu lassen.

Viele Grüße
Peter
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#10
Hallo zusammen,

Fragen, wie "was meint ihr, ab welchem Alter....." halte ich für sinnfrei und daran möchte ich mich nicht beteiligen. Jedes Kind lernt anders und ist vom Herangehen anders strukturiert. Vorsichtige, Draufgänger, Linkshänder (nicht negativ), Kinder mit zwei linken Händen, Theoretiker und Kinder die durch Abschauen lernen,.... und dann noch die Kombi von alledem.

Allein die Fragestellung, wie bringe ich der/dem Kleinen das Basteln bei ist vollkommen daneben. Keiner muß basteln (lernen).

Wie habt ihr es von den (Groß-)Eltern gelernt? Was empfandet ihr gut/schlecht? Daran könnt ihr euch orientieren.

Zunächst mal zuschauen, dann Halten helfen. Dann kommen die einfachen Werkzeuge, mal einen (Hand-)Sägeschnitt geführt selbst machen, sich das erste Mal auf den Daumen haun...., so habe ich es gelernt.

Die Werkzeuge an den Projekten orientieren. Bei mir war es die Modelleisenbahn. Handbohrer, Schraubendreher, Hammer und Handsäge..

Aus den vorangegangenen Posts lese ich zum Teil tolle Ansätze: erst mal statische Hilfsmittel, dann die ersten drehenden Maschinen, vielleicht mit dem Akkuschrauber anzufangen. Vor allem schauen, wovor existiert Angst oder Respekt, auch mal ganz bewußt zeigen, was passiert, wenn eine Bohrmaschine verkantet.....

Das Wichtigste aber, nichts muß und wenn der Nachwuchs eher musisch orientiert ist : Dumm gelaufen, aber was solls!

Grüsse
----
Wos I net konn, konn Silikon
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